Von Jonas-Erik Schmidt
Köln - Soap-Star Nadine Menz (36, "Unter uns") beklagt den Umgang mit dem Altern von Schauspielerinnen in Film und Fernsehen.
Es sei nach wie vor ein großes Problem, dass Frauen in der Branche ab Mitte 40 "deutlich weniger stattfinden", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.
"Absurd finde ich vor allem die Sprünge bei Rollenangeboten: Erst spielt man den Teenager, dann die Mutter und gefühlt fünf Minuten später schon die Oma", sagte Menz. Im echten Leben liegen Jahrzehnte dazwischen, wie sie betont.
"Frauen wird im Film- und Fernsehgeschäft oft regelrecht verboten zu altern", so Menz. Bei Männern dagegen seien die Maßstäbe andere. Dort gelte das Älterwerden als "attraktiv, reif und charismatisch". "Diese Doppelmoral sollte so eigentlich nicht stattfinden."
Die 36-Jährige aus Bonn spielt seit 2025 die Rolle der Hotelkauffrau Naomi Schönfeld in der RTL-Serie "Unter uns", die in Köln gedreht wird.
Zudem war sie unter anderem schon bei "Die Rosenheim-Cops", "SOKO Stuttgart" und "Das Traumschiff" zu sehen. Schon in jungen Jahren stand Menz auf der Bühne.
Nadine Menz kritisiert Beauty-Wahn: "Heute sehen oft viele gleich aus"
Sie glaube, dass man heute zum Teil vergessen habe, wie natürliches Altern überhaupt aussehe, sagte sie. "Viele vergleichen sich inzwischen sogar mit künstlicher Intelligenz oder komplett bearbeiteten Bildern."
Dadurch entstehe ein Anspruch, den man im echten Leben gar nicht erfüllen könne.
"Wenn man sich Hollywood-Premieren aus den 90ern anschaut, fällt auf, wie unterschiedlich und individuell schön die Menschen damals waren", sagte die Schauspielerin. "Heute sehen oft viele gleich aus: gleiche Nase, gleiche Lippen, gleiche Wangenknochen."