Hamburg - Am Freitagabend war Sonya Kraus (52) zu Gast bei der "NDR Talk Show". Die Moderatorin berichtete von schrecklichen Verlusten, ihrem Kampf mit dem Krebs und ihre Vorfreude auf "Let's Dance".
Wer diesen Quell guter Laune sieht, mag kaum glauben, durch welche Hölle die 52-Jährige gehen musste. "Menschen werden geschmiedet, nicht auf den Höhenflügen, sondern in den Tälern, die man durchwandert. Das ist es, was einen Menschen ausmacht", sagte sie mit glänzenden Augen.
"Mein Bruder ist gestorben, da war ich sechs. Ich habe ihn tot im Bettchen gefunden. Dann hat sich mein Vater bei uns im Treppenhaus aufgehängt. Da war ich elf Jahre alt", erzählt die Frankfurterin, die 1998 als Glücksfee beim Glücksrad ihren Durchbruch feierte.
Das höre sich sehr dramatisch an, und das sei es auch gewesen. "Aber in der Retrospektive bin ich dankbar für diese Erfahrungen, weil ich so ganz früh gelernt habe, zwischen echten und unechten Problemen zu unterscheiden", resümiert die zweifache Mutter.
Sie habe schon als Kind entschieden, dunkle Gedanken nicht zuzulassen, weil sie eine Gefahr bedeuten würden und sie für ihre Mama stark sein musste.
"Das hat mir wirklich geholfen in der Situation vor vier Jahren, als mir Brustkrebs diagnostiziert wurde", erzählt die ehemalige "talk talk talk"-Moderatorin. Das sei ein Schlag gewesen, eine schwere Zeit.
"Trotzdem würde ich heute sagen: Wow, was für ein Ritt. Wie dankbar bin ich dafür, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen. Natürlich mit diesem positiven Outcome. Sagen zu können, das ist fein jetzt. Schnipp, schnapp, Brüste ab", sagt das ehemalige Model.
Sonya Kraus: "Wow, was kann mich denn jetzt noch kaputt machen?"
"Die haben ausgedient, die haben Kinder gesäugt", so Kraus pragmatisch. "Und man denkt sich so ein bisschen wie King Kong: Wow, was kann mich denn jetzt noch kaputt machen?", erklärt sie.
Mit dieser Energie will sie nun auch bei "Let's Dance" über das Parkett fegen.
"Das Liebste, was meine Füße tun, ist tanzen. Ich wollte immer schon gerne bei 'Let's Dance' mitmachen. Ich habe keine Ahnung von Standard, keine Ahnung von Latein, aber ich habe mir das toll vorgestellt", so die 52-Jährige.
Für sie komme die Teilnahme zum perfekten Zeitpunkt. Als Moderatorin bei ProSieben wäre es nicht möglich gewesen. "ProSieben und RTL mögen sich nicht so sehr", erläutert sie.
Es folgten die Kinder und zuletzt der Kampf gegen den Krebs. "Jetzt ist die schöne Phase: Ich habe zwei Teenager zu Hause, die mich total ätzend finden, deswegen würde es gerade passen", meint sie.
Das sei keine Karriere-Entscheidung. "Das ist etwas, was ich mir gönne. Ich habe meinen ganzen Kalender freigeräumt und ab übernächster Woche werde ich nur noch Tango, Cha-Cha-Cha und was es sonst noch gibt, tanzen. Das ist dann meine Welt, in die ich mich plumpsen lasse. Ich freue mich wie ein kleines Kind vorm Christbaum darauf", so Kraus.
Wer die "NDR Talk Show" verpasst hat, kann die Sendung in der ARD-Mediathek nachschauen.