Triggern alte Bilder? Sophia Thiel: "Trug viel Schmerz in mir"

München - Vier Stunden im Zug nach Frankfurt am Main? Die perfekte Zeit für eine kleine Fragerunde! Das dachte sich Sophia Thiel (27) an diesem sonnigen Montag zumindest - und lud kurzerhand auf Instagram zu einer solchen ein.

Sophia Thiel (27) hat auf Instagram bei einer Zugfahrt Fragen beantwortet.
Sophia Thiel (27) hat auf Instagram bei einer Zugfahrt Fragen beantwortet.  © Montage: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB, Screenshot/Instagram Sophia Thiel

Außer Fragen zu ihren (nicht mehr ganz so neuen) Ohrlöchern, ihrer Musik-Playlist fürs Training oder ihrer Gesichtspflegeroutine standen auch ernste Themen auf der Tagesordnung. So wollte jemand wissen, was das Schönste gewesen sei, das ihr in ihrer Social-Media-Auszeit bewusst geworden ist.

"Dass ich unabhängig von meiner Leistung (wie hart ich trainiere, wie streng ich Diät halte, wie ich aussehe, wie 'erfolgreich' ich bin ...) ein wertvoller Mensch bin", erklärte die Influencerin stolz.

Die Sportbegeisterte, die im Alter von 18 Jahren mit dem Bodybuilding angefangen hat, wurde in der Fragerunde auch damit konfrontiert, ob es sie nicht triggere, wenn sie heutzutage Bilder aus Zeiten, in denen sie "krass durchtrainiert" war, sehen würde.

Sophia Thiel spricht offen über schwierige Phase: Influencerin will anderen Mut machen
Sophia Thiel Sophia Thiel spricht offen über schwierige Phase: Influencerin will anderen Mut machen

"Klar, manchmal schon", räumte sie ein. "Aber dann erinnere ich mich daran, wie schlecht ich mit mir selbst umgegangen bin." Die Bayerin unterlegte ihre Antwort mit einem Video, das sie 2018 im Gym zeigt. "In diesem Jahr trug ich viel Schmerz in mir."

Anstatt sich mit diesem aber angemessen auseinanderzusetzen, habe sie einfach versucht, ihre Sorgen mit Training und einer Diät "zu kompensieren". Vieles davon hat die gebürtige Rosenheimerin in einem eigenen Buch verarbeitet, für das es Lob gab.

"Dein Buch ist der Hammer! Uns geht's allen so! Danke für die Ehrlichkeit", lautete eine Nachricht, die Thiel den mehr als 1,3 Millionen Menschen, die ihr folgen, nicht vorenthalten wollte. "Tausend Dank, das bedeutet mir so enorm viel", antwortete sie.

Und weiter: "Mein ganzes Herzblut steckt in diesem Buch." In dem Werk, das den Titel "Come back stronger: Meine lange Suche nach mir selbst" trägt, werde schonungslos gezeigt, was sich in ihrem Leben abgespielt habe. "Daneben teile ich mit euch meinen Weg aus der Essstörung, was hoffentlich für andere Betroffene ein Anker sein kann."

Für die Influencerin spielt der Kontakt mit den Menschen, die ihr folgen, eine große Rolle.
Für die Influencerin spielt der Kontakt mit den Menschen, die ihr folgen, eine große Rolle.  © Montage: Screenshot/Instagram Sophia Thiel

Sophia Thiel spricht über Spannungszustände im Zusammenhang mit einer Essstörung

Denn auch dieses Thema, das viele Menschen umtreibt, kam im Zuge ihrer Fragerunde zur Sprache. "Wie händelst du es, wenn du in einen Essenswahn kommst? Oder wie verhinderst du es?", wollte ein Follower oder eine Followerin entsprechend wissen.

"Manchmal habe ich das Gefühl, dass dieser Spannungszustand umso stärker wird, desto mehr ich dagegen ankämpfe", schilderte die 27-Jährige. Sie versuche dann "darauf einzugehen" und es "bewusst zuzulassen". Auf diese Weise könne man das Ganze schon spürbar eindämmen. "Daneben versuche ich, mich sanft aus dem Spannungszustand herauszuziehen, indem ich mich mit etwas für mich Positivem ablenke." Beispiele seien kaltes Duschen, Selfcare, Aufräumen oder das Hören von Musik.

Thiels kleine Fragerunde während ihrer Zugfahrt kam wenig verwunderlich gut an. Folgt schon bald die Fortsetzung?

Titelfoto: Montage: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/ZB, Screenshot/Instagram Sophia Thiel

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