Hamburg - Sylvie Meis (47) sei noch immer sichtlich mitgenommen: Im Juli 2023 stahlen Diebe teure Luxus-Handtaschen und wertvollen Schmuck. Dazu drangen die Täter in ihre Hamburger Wohnung in Eppendorf ein. Am Freitag ging der Fall vor Gericht.
Dabei gehe es um mehr als 40 gestohlene Designer-Handtaschen im Wert von rund 530.000 Euro. Doch schnell wurde klar: Der größte Verlust für die 47-Jährige sei nicht materiell. Es sei das Vertrauen. Und das Gefühl von Sicherheit in den eigenen vier Wänden.
"Ich habe sehr viele Sachen in meinem Leben erlebt. Nichts konnte mich darauf vorbereiten, das zu erleben. Ich war im kompletten Schock. Man kann es nicht glauben", sagte sie als Zeugin vor dem Landgericht Hamburg nach Angaben von RTL aus.
"Die Alarmanlage war an. Ich konnte meinen Augen nicht trauen, als ich gesehen habe, die Taschen waren nicht mehr da. Da war nichts. Mir ist ganz kalt geworden", so die Moderatorin verzweifelt.
Über Jahre hatte Meis ihre Sammlung aufgebaut. Für sie waren die Taschen nicht einfach Accessoires, sondern Herzensstücke: "Jede Tasche hatte eine Geschichte. Es war ein Investment, für das ich hart gearbeitet habe."
Zwar übernehme die Versicherung den finanziellen Schaden, doch das lindere den Schmerz kaum. Der Einbruch habe bis heute tiefe Spuren hinterlassen – vor allem seelisch. "Ich habe ein Jahr nicht durchgeschlafen. Ich habe viel geweint", berichtete Meis offen. Geräusche, die sie nicht einordnen könne, würden teilweise Panik auslösen. "Ich bekomme feuchte Hände, habe häufig Panikattacken, Herzrasen. Vor allem, wenn ich abends allein bin. Es ist krass, wie lang das anhält."
Doch nicht nur sie selbst, auch ihr Sohn leide unter den Folgen. Immer wieder habe er gefragt, ob sie in der Wohnung sicher seien. Dabei sei ihr gesagt worden, es handle sich unter anderem durch den Privataufzug um eine der sichersten Wohnungen Hamburgs.
Sie habe sich oft gefragt, ob es noch ihr Zuhause sei. "Aber es ist mein Zuhause. Mein Sohn ist dort groß geworden." Aus Angst kontrolliere sie bis heute regelmäßig ihren Besitz.
Sylvie Meis verlässt den Gerichtssaal noch vor Prozessende
Nach ihrer Aussage entschuldigte sich der Angeklagte doch tatsächlich persönlich bei ihr. "Ich bitte um aufrichtige Verzeihung. Es war nicht meine Intention, Ihnen Schmerzen zu bereiten", sagte er.
Meis antwortete: "Ich bin ein Mensch, der nicht in Hass lebt. Deswegen finde ich es so schlimm, dass so viele Menschenleben dadurch negativ betroffen sind." Sie habe gehört, dass er Kinder habe. "Es tut mir leid für Ihre Kinder, dass sie Ihren Vater verlieren durch Ihre Entscheidung." Dennoch glaube sie ihm, dass er die Tat bereue.
Kurze Zeit später verließ die 47-Jährige gemeinsam mit ihrer Managerin den Gerichtssaal. Weitere Fragen beantwortete sie dazu nicht. Juristisch komme der Fall vorerst zu einem Ende.
Der 42 Jahre alte Täter werde nach Angaben des Hamburger Abendblatts wegen schweren Wohnungseinbruchdiebstahls in Tateinheit mit Sachbeschädigung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt.