Hamburg - Ex-Frühstücksfernsehen-Moderatorin Vanessa Blumhagen (48) hat am Dienstag zum Release-Datum ihr neues Buch vorgestellt. In "Perimenopause – Zu alt für Pubertät, zu jung für Wechseljahre" dreht sich im Großen und Ganzen alles um Hormone. Gegenüber TAG24 erklärte sie, warum sie der Abschied vom Fernsehen gerettet hat und was sie anderen Frauen mitgeben will.
"Alles begann mit einem Post bei Instagram", stieg die SPIEGEL-Bestseller-Autorin bei der Vorstellung ihres Buches in der Hamburger Innenstadt ein.
Ein Post, in dem die damals 47-Jährige im Minirock an der Spree entlangspaziert, sich vorstellt und der Medizin Vorwürfe macht. "Ich wurde von meinen Ärzten alleingelassen", schreibt Blumhagen.
Da der Post viral ging, hätte es nicht lange gedauert, bis die Moderatorin einen Anruf ihres Verlags erhalten habe. "Die riechen ja, wo gute Themen sind", lachte sie.
Als dann die Idee auf dem Tisch lag, gemeinsam ein Buch über die Perimenopause zu veröffentlichen, hätte sie keine Sekunde gezögert. Denn sie habe sie am eigenen Leib erfahren können.
"Im Bio-Unterricht habe ich was über Schwangerschaft gelernt und kann mich noch erinnern, Kondome über Bananen gerollt zu haben", erklärte die Wahl-Hamburgerin. "Aber das war eigentlich das Einzige, was ich so zum Thema Hormone und Fortpflanzung gelernt habe."
Dazu hätten sie ihre Ärzte nicht ernst genommen und Sätze geäußert wie: "Sie sind zu jung. Lohnt sich nicht, Hormone zu messen. Schlafen sie mal ein bisschen mehr oder bewegen sich mal ein bisschen."
Nach ihrer Aufklärung über die Autoimmunerkrankung Hashimoto möchte die Gesundheitsexpertin mit ihrem neuen Werk deshalb auch über die Wichtigkeit des Hormonhaushalts bei Frauen aufklären. "Wenn man selber Bescheid weiß, kann man natürlich mit Ärzten ganz anders umgehen, weil man dann sagen kann: 'Ich weiß aber, was passieren kann und ich möchte, dass sie das jetzt für mich testen oder dass wir darüber sprechen."
Vanessa Blumhagen: "Dankbar, dass SAT.1 mich rausgeschmissen hat"
Ein generelles Problem in der Medizin sei dabei der sogenannte "Gender Health Gap". Das bedeutet, das zwischen Frauen und Männern historisch und strukturell Unterschiede in der medizinischen Versorgung, Forschung und Behandlung gemacht werden.
"Männer werden von der medizinischen Forschung bevorzugt. Die Wissenschaft weiß über 37 Mal mehr über die Prostata als über die Perimenopause", betont Blumenhagen auch im Vorwort ihres Buches.
Dazu sei auch viel zu selten bekannt, dass die Probleme nicht erst im Alter um die 50 beginnen, sondern viel früher. Teilweise rutschen Frauen bereits mit Mitte 30 in die Perimenopause, bestätigte auch Allgemeinmedizinerin Dr. Susanne Esche-Belke in der Expertenrunde.
Die Gründe dafür seien divers, unter ihnen die Lebensumstände. Der Moderatorin beispielsweise habe eine klare Stressreduktion geholfen, wieder besser in ihre Balance zu finden.
Gegenüber TAG24 gab sie zu: "Ich habe 2022 mit Fernsehen aufgehört. Seither merke ich, wie viel besser es mir geht und wie anders ich drauf bin. [...] Also ich bin ganz dankbar, dass SAT.1 mich rausgeschmissen hat, weil sich da wirklich einfach ganz viel verbessert hat für mich."
Dennoch sei der mehrfachen Autorin auch klar, dass man nicht einfach so den Job aus dem Leben streichen könne, um Symptome und Auswirkungen der Perimenopause aufzuschieben.
Trotzdem könne man zumindest einige Grundbausteine zurechtrücken. "Man kann viel Eiweiß essen, auf Ballaststoffe, auf Bewegung, auf Kraftaufbau, Muskelaufbau achten, damit sorgt man auch dafür, dass der Blutzucker länger stabil bleibt. Nicht die ganze Zeit am Handy hängen ..."
Vanessa Blumhagen fühlt sich von Ärzten alleingelassen
Will Blumhagen mit Gesundheitsthemen zurück ins Fernsehen?
Zurück ins Fernsehen will Blumhagen erst mal nicht, erklärte sie TAG24. Das Einzige, was sie sich vorstellen könne, wäre ein "cooles Gesundheitsformat mit coolen Leuten, wo man den Zuschauern Wissen beibringt".
Bis dato berate sie aber lieber ihre Klienten persönlich oder gebe ihr Wissen mithilfe ihres Buches weiter.
Ab heute ist das Werk, in dem Blumhagen den Ursachen der Perimenopause auf den Grund geht und über Nutzen und Risiken von Hormonersatztherapien aufklären will, im Handel und online erhältlich.