Walter Sittler: Bin Teamplayer und alleine "nicht brauchbar"

Stuttgart - Schauspieler Walter Sittler (69) hält sich vor allem für einen Mannschaftsspieler und weit weniger für einen guten Alleinentscheider. "Ich bin ein Teammensch, das war auch nie anders."

Er war fast alles, Schwiegermutters Liebling vor allem und Frauenschwarm. Heute ist Walter Sittler (69) in erster Linie eine feste Größe in TV-Serien.
Er war fast alles, Schwiegermutters Liebling vor allem und Frauenschwarm. Heute ist Walter Sittler (69) in erster Linie eine feste Größe in TV-Serien.  © Christoph Schmidt/dpa

"Ich traue den Ideen der anderen häufig mehr als meinen eigenen", sagt der bald 70-jährige Wahl-Stuttgarter. "Und wenn ich allein gelassen werde, bin ich einfach nicht brauchbar." Die eigenen Wege zu finden, das finde er heute noch nicht einfach.

Allerdings habe es durchaus auch Nachteile, stets auf die Ideen der anderen zu hören. "Ich denke dann, das wird schon gut sein. Das stimmt aber nicht", sagt Sittler. "Denn wirklich Bescheid weiß niemand. Und die, die stets behaupten, Bescheid zu wissen, die sollten das ab und zu infrage stellen." Das beste Beispiel dafür sei die Politik.

Der zweifache Deutsche Fernsehpreisträger Sittler, der am 5. Dezember 70 Jahre alt wird, ist vor allem bekannt durch Fernsehserien wie "Nikola", "Der Kommissar und das Meer" und dessen Nachfolgekrimireihe "Der Kommissar und der See".

Großer Geburtstag steht an

Als Kommissar begeistert Walter Sittler (69) Millionen TV-Zuschauer.
Als Kommissar begeistert Walter Sittler (69) Millionen TV-Zuschauer.  © Silas Stein/dpa

Walter Sittler hat den Lehrer gespielt, er hat als Familienvater vor der Kamera gestanden und natürlich auch als Chefarzt. Ein Hotel hat der Wahl-Stuttgarter geleitet, als TV-Kommissar löst er weiterhin den einen oder anderen Fall und in die Rolle eines Buchhändlers ist er auch schon mal geschlüpft.

Aber ein Bösewicht? Nein, das wird Sittler wohl nicht mehr, so wie es aussieht. Oder besser: so wie er aussieht. "Die öffentlichen Fernsehanstalten haben eine bestimmte Erwartung, wie Bösewichte aussehen und wie sie sein können", sagt der grau melierte, smarte Sittler. Schade sei das. "Denn wenn man böse Menschen sofort erkennt, ist es ja langweilig."

Langweilig. Es überrascht, dass sich Sittler überhaupt vorstellen kann, was das ist. Seine Biografie ist zumindest so bunt, so abwechslungsreich, wie die Auswahl der Rollen des gebürtigen US-Amerikaners, der schon lange seinen Platz im deutschen Fernsehen gefunden hat.

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Am Montag (5.12.) feiert der 1,94-Meter-Mann seinen, wirklich kaum zu glauben, 70. Geburtstag.

Für Walter Sittler ist noch längst kein Ende in Sicht

Skandale hatte und hat Sittler niemandem zu bieten. "Ich weiß, das macht mich langweilig", feixt er gerne. Seit 37 Jahren ist er mit der Filmemacherin Sigrid Klausmann (67) verheiratet, sie haben drei erwachsene Kinder. Jennifer, Benedikt und Lea-Marie gehen längst ihre eigenen Wege, der eine in Mexiko, die andere in Schweden und die dritte in Schwäbisch Hall.

Kreativ will auch Sittler bleiben. Er reise zwar weniger und sei international nicht mehr so oft unterwegs, er konzentriere sich zudem auf Dokufilm-Projekte mit seiner Frau, auch will er Solo-Bühnenprogramme wie "Als ich ein kleiner Junge war" über die Kindheit des Autors Erich Kästner weiter spielen.

Aber an ein Karriereende denkt er nicht: "Ich mache es so lange, wie ich geradeaus laufen und einigermaßen selber denken kann", sagt er. "Oder bis Freunde sagen "Lass mal". Oder meine Frau sagt, 'Das ist irgendwie nichts mehr.'"

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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