Seltsame Aussagen von Xavier Naidoo nach Comeback: "Die fressen unsere Babys"

Von Stefanie Järkel, Sebastian Fischer, Andreas Heimann, Marco Krefting

Berlin/Mannheim - Der umstrittene Soul-Star Xavier Naidoo (54) hat kurz nach seinem Comeback auf einer Demonstration vor dem Bundeskanzleramt in Berlin mit Aussagen unter anderem zu "Menschenfressern" irritiert.

Xavier Naidoo (54) irritierte auf einer Veranstaltung erneut mit absurden Aussagen.  © Alexandra Wey/KEYSTONE/dpa

"Wir reden von Menschenfressern", sagte der 54-Jährige auf der Veranstaltung "Sexuelle Gewalt an Kindern stoppen" mit Bezug zu den Epstein-Akten. "Wir reden nicht von normalem Sex-Trafficking und jungen Frauen und so. Nee, die fressen unsere Babys."

Der baden-württembergische Antisemitismusbeauftragte bewertet Naidoos Wortwahl als radikalisierend. "In der Vergangenheit hat Xavier Naidoo mit sehr deutlichen Anspielungen wie 'Tothschild' die Spur zum Antisemitismus gelegt und dies leider nicht glaubwürdig aufgearbeitet", sagte Michael Blume.

"Ein großer Teil seiner Anhängerschaft wird daher auch die Begriffe 'Kinderfresser' und 'Menschenfresser' als antijüdische Verschwörungsmythen aufnehmen." Dies sei sehr gefährlich.

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Seit Jahrhunderten gibt es die antisemitische Verschwörungserzählung, die besagt, dass Juden aus rituellen Gründen kleine Kinder töteten.

Naidoos Management äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht.

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Xavier Naidoo: "Kann nicht mit Kinderfressern zusammenleben"

Der ehemalige DSDS-Juror Xavier Naidoo startete vor Kurzem einen musikalischen Neuanfang.  © Henning Kaiser/dpa

Der Musiker beantwortete bei der kleinen Demonstration am Dienstag Fragen von Teilnehmern und Reportern. Dabei sagte er auch Sätze, wie: "Ich kann nicht mit Kinderfressern zusammenleben." oder "Ich bin mir sicher, wir haben alle schon Menschenfleisch gegessen, ja. Ja. Unwissentlich haben wir bestimmt alle schon einen Mensch gefressen."

Naidoo fällt seit Langem mit Äußerungen im Zusammenhang mit Verschwörungserzählungen auf, die auch antisemitische Chiffren enthielten.

Für Aufsehen sorgte etwa schon vor Jahren ein Video, in dem er Thesen der US-amerikanischen QAnon-Verschwörungsideologie verbreitete, wonach angeblich Kindern in satanischen Ritualen Blut abgezapft werde. Zudem vertrat er in der Vergangenheit die Ansicht, dass die Erde nicht rund sei.

Comeback mit ausverkauftem Tour-Auftakt

Im April 2022 überraschte der Musiker aus Mannheim mit einem Video, in dem er sich entschuldigte und von extremen Positionen distanzierte. Er sei von Verschwörungserzählungen "geblendet" gewesen, erklärte er damals. Naidoo zog sich von den großen Bühnen zurück.

Erst im Dezember feierte er sein Comeback. Das Auftaktkonzert seiner Tour in Köln war nach Angaben der Veranstalter mit 16.000 Tickets ausverkauft. Ende Januar veröffentlichte er eine Single, die erste seit 2019.

Am Landgericht Mannheim sind weiterhin zwei Verfahren wegen Volksverhetzung gegen Naidoo anhängig. Ob ein Hauptverfahren eröffnet wird, ist noch offen, wie das Gericht bestätigte.

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