Mutmaßliches Høiby-Opfer packt in Prozess aus: "Sitze hier und zittere"
Von Julia Wäschenbach
Oslo (Norwegen) - Im Prozess gegen den ältesten Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) hat am Nachmittag das erste mutmaßliche Opfer ausgesagt.
"Das ist das Letzte, das ich mir wünsche", sagte die Frau der norwegischen Nachrichtenagentur NTB zufolge über ihren Auftritt vor Gericht. "Ich finde das alles surreal und bin ziemlich überfordert."
Es sei unangenehm und ungerecht, in den Fall hineingezogen zu werden, sagte sie demnach weiter. "Ich sitze hier und zittere."
In dieser Nacht sei der Norweger ihr auf die Toilette gefolgt, erzählte sie laut NRK vor Gericht. "Wir hatten einige Sekunden lang Sex, aber dann habe ich abgebrochen", sagte die Frau demnach.
Høiby (29) habe die Toilette verlassen, und auch sie sei kurz darauf zu den Gästen zurückgekehrt.
Die Zeit danach sei für sie wie ein "großes schwarzes Loch": Das Nächste, an das sie sich erinnere, sei, wie jemand ein Taxi für sie bestellt habe, sagte sie laut NRK. Sie habe Skaugum aber in guter Stimmung verlassen.
Videos sollen zeigen, wie sich Høiby an einer schlafenden Frau vergangen hat
Unter den Beweisen, die die Staatsanwaltschaft in diesem Fall gegen Høiby anführt, ist ein Video, das der Norweger in dieser Nacht von dem mutmaßlichen Opfer gemacht haben soll.
Darauf soll zu sehen sein, wie er die Frau im Geschlechtsbereich berührt.
"Aufgrund dessen, wie sie in diesem Video wirkt - und ihrer Aussage - geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass sie zum Zeitpunkt des Vorfalls schlief", hatte Staatsanwalt Sturla Henriksbø zum Auftakt des Prozesses erklärt.
Die Aussage der Frau fand hinter verschlossenen Türen statt. Sie darf weder identifiziert noch fotografiert werden. Nur wenige norwegische Medien durften im Gerichtssaal mithören.
Auch der Angeklagte musste den Raum verlassen. Ihm werden neben Vergewaltigung unter anderem häusliche Gewalt, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Verstöße gegen ein Kontaktverbot, Drogen- und Verkehrsdelikte vorgeworfen.
Titelfoto: Fotomontage/Lise Aserud/NTB/dpa/Julia Wäschenbach/dpa

