Sänger gesteht bei "Counting Crows"-Konzert: Ausgerechnet diesen Song rettete seine Frau

Hamburg - Zugegeben: Lange ist der letzte Hamburg-Besuch der Counting Crows nicht her. Erst im September 2025 spielte die US-Band im Docks, nun machte sie mit ihrer "The Complete Sweets Tour" auch im Stadtpark Halt. Und obwohl das grüne Wohnzimmer am Dienstagabend nicht ausverkauft war – möglicherweise wegen der parallel laufenden Fußball-WM –, passte die Atmosphäre des Stadtpark Open Airs noch ein Stück besser zum Alternative-Folk-Rock der siebenköpfigen Band.

Die US-amerikanische Rockband "Counting Crows" besteht aktuell aus sieben festen Musikern. Im Rahmen ihrer "The Complete Sweets Tour" machte sie am Dienstag auch im Hamburger Stadtpark Halt.  © Fabian Lippke

Die "Counting Crows", 1991 von Sänger Adam Duritz und Gitarrist David Bryson in San Francisco gegründet, gehören wohl zu jenen Bands, deren Lieder oft bekannter sind als ihr Bandname.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele ihrer Songs ihren Weg auf die Soundtracks erfolgreicher Filme gefunden haben: "Colorblind" ist in Eiskalte Engel zu hören, das Joni-Mitchell-Cover "Big Yellow Taxi" in Ein Chef zum Verlieben, "Accidentally In Love" wurde zum musikalischen Aushängeschild von Shrek 2 und "The Ghost in You" ist Teil des Soundtracks des Kultfilms Clueless. Die ersten drei Songs standen auch beim Hamburg-Konzert auf der Setlist.

Dabei lassen sich auch die Erfolge abseits von Hollywood sehen: Mit ihrem Debütalbum "August and Everything After" gelang der Band bereits 1993 der internationale Durchbruch.

Mehr als 20 Millionen verkaufte Tonträger später gehören Songs wie "Mr. Jones" und "Omaha" längst zur Popkultur und werden auch über 30 Jahre nach ihrer Veröffentlichung vom Publikum noch lautstark mitgesungen.

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Frontmann Adam Duritz verrät: Seine Frau hat alles verändert

Sänger Adam Duritz (61) wollte lange den Song "Accidentally In Love" nicht live spielen.  © PR

Über dem Konzert lag an diesem Abend eine spürbare Abschiedsstimmung. Fast ein Jahr lang waren die Counting Crows mit ihrem neuen Album "Butter Miracle, The Complete Sweets!" (2025) unterwegs, Hamburg ist das vorletzte Konzert der Tour.

"Wir haben nur noch eine Show zu spielen, dann geht es nach Hause", so Duritz. Zu Hause ist für ihn inzwischen New York, wie er auf Nachfrage aus dem Publikum verriet.

Generell zeigte sich der 61-Jährige in Plauderlaune und scherzte hier und da nicht nur mit dem Publikum, sondern erzählte auch die ein oder andere Anekdote.

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Zum Beispiel warum ausgerechnet "Accidentally In Love" lange nicht auf der Setliste stand. "Meine Frau hat mich gefragt, warum wir dieses Lied nicht häufiger spielen. Ich sagte: 'Weil es so verdammt schwer zu singen ist. Es ist einfach anstrengend. Im ganzen Lied gibt es praktisch keine Stelle, an der ich atmen kann!"

Daraufhin habe sie vorgeschlagen, einzelne Passagen von den übrigen Bandmitgliedern übernehmen zu lassen. Duritz hielt die Idee zunächst für naiv – bis sie beim Soundcheck auf Anhieb funktionierte. Heute gibt er zu, dass seine Frau den Song gerettet habe. Oder, wie Schlagzeuger Jim Bogios mit einem Zwischenruf von hinten trocken kommentierte: Eigentlich gehöre der Abend Zoe Mintz.

Passend dazu folgt unmittelbar "With Love, From A-Z" vom neuen Album. Duritz beschreibt den Song als Reflexion darüber, warum Menschen Kunst erschaffen und zugleich als Liebeserklärung an seine Frau, die vor zehn Jahren, "alles in meinem Leben verändert hat".

Überraschung bei den "Counting Crows" im Stadtpark: Plötzlich erklingt Taylor Swift

Duritz bedankte sich am Ende des Konzerts nochmal bei den Fans.  © Fabian Lippke

Sonst spielen neue Songs an diesem Abend nur eine Nebenrolle. Vier Stücke stammen vom aktuellen Album, der Rest ist eine Reise durch mehr als drei Jahrzehnte Bandgeschichte.

Bereits an dritter Stelle folgt "Mr. Jones", allerdings in einer ungewohnten Version mit deutlich mehr Sprechgesang. Auch "Big Yellow Taxi" erhält ein neues Gewand.

Eine Überraschung hält der Abend ebenfalls bereit: Plötzlich setzt sich Duritz ans Klavier und stimmt "The 1" von Taylor Swift an und verlieh dem Song seine ganz eigene, typisch melancholische Note.

Überhaupt beeindruckt weniger, dass der 61-Jährige seine stimmliche Kraft über all die Jahre bewahrt hat, sondern vielmehr, wie glaubwürdig er jede Zeile noch immer mit Emotionen füllt.

Nach "Rain King" vom Debütalbum verlässt die Band zunächst die Bühne. Die Zugabe beginnt mit "Under the Aurora", bevor "Hanginaround" und schließlich "Holiday in Spain" den Abschied anstimmen.

Zum Schluss richtete Duritz noch einmal persönliche Worte an das Publikum: "Alles, was ich als Kind wollte, war genau das hier zu tun. Die meisten Bands halten vielleicht fünf Minuten durch. Uns gibt es jetzt seit über dreißig Jahren – und das wäre ohne euch nicht möglich gewesen. Ich kann euch gar nicht genug danken. Es ist das Beste, was mir je passiert ist."

Dann folgt noch ein Versprechen, das die Hamburger Fans gerne hören dürften: "Wir werden wiederkommen."

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