Schon über 30.000 Bäume im "Fame Forest": Hier wird aus Konzerten ein ganzer Wald

Von Christiane Bosch

Hamburg - Mit Smudo (57) und Sasha (53) fing im Herbst 2019 alles an. Sie haben im Hamburger Fame Forest, also im Wald der Berühmten, die ersten Bäume gepflanzt. Und seitdem sind Tausende dazugekommen. Denn die "Barclays Arena" in Hamburg pflanzt für jede Veranstaltung einen Baum.

Niels Kristian Hansen (l-r), Kristoffer Hünecke, Johannes Strate und Jakob Sinn von der Band Revolverheld stehen im Fame Forest neben ihrem frisch gepflanzten Walnussbaum.
Niels Kristian Hansen (l-r), Kristoffer Hünecke, Johannes Strate und Jakob Sinn von der Band Revolverheld stehen im Fame Forest neben ihrem frisch gepflanzten Walnussbaum.  © Marcus Brandt/dpa

Die Liste der prominenten Baumpaten ist entsprechend beeindruckend: Udo Lindenberg (79), die Band a-ha, Lionel Richie (67), Helene Fischer (41), Michael Bublé (50), James Blunt (51), Sarah Connor (45), die Band Kiss, Elton John (78), 50 Cent (50), Hans Zimmer (68) und so weiter. Sie alle haben nun einen Fame-Forest-Award und einen Baum im Norden.

Der Fame Forest ist - auch dank weiterer Baumspenden - so schnell gewachsen, dass für das Projekt längst weitere Flächen dazu gepachtet werden konnten. Und so sind in den vergangenen sechs Jahren in Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein kleine Wälder gewachsen.

"Mehr als 30.000 Bäume stehen mittlerweile an acht Standorten. Wir haben rund 60 Hektar Fläche und es kommt auch laufend etwas dazu", sagte Jan Schierhorn, der neben dem "Fame Forest" auch die Initiative "Das Geld hängt an den Bäumen" gegründet hat.

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Er hat das Projekt gemeinsam mit der zur Anschutz Entertainment Group (AEG) gehörenden Hamburger Barclays Arena auf die Beine gestellt. Sein Team, darunter viele Menschen mit körperlichen, mentalen oder psychischen Einschränkungen, pflanzt die Bäume - manchmal sogar gemeinsam mit den prominenten Baumpaten. Zuletzt hatte die Band Revolverheld im Fame Forest mit angepackt und "ihren" Baum in die Erde gebracht.

In den vergangenen Jahren sind neben den kleinen Mischwäldern aus Wildbuchen, Stieleichen, Apfelbäumen und Holundersträuchern im Rahmen des Umweltschutz-Projektes auch Wildblumenwiesen und Knicks angelegt, Streuobstwiesen gepachtet und gepflegt sowie Nisthilfen für Insekten und Bienenstöcke aufgestellt worden.

Dafür arbeitet das Team auch mit Förstern, den regionalen Wasserversorgern, Landwirten und Umweltschutz-Organisationen zusammen.

Mitglieder der Hamburger Goldkehlchen halten in der Barclays Arena ihren Fame-Forest-Award in die Kamera.
Mitglieder der Hamburger Goldkehlchen halten in der Barclays Arena ihren Fame-Forest-Award in die Kamera.  © Julian Huke/Barclays-Arena/dpa

Atze Schröder pflanzte seinen eigenen "Witze-Wald"

Jan Schierhorn (l.), Initiator des Hamburger "Fame Forest", und Marc-Oliver Pabst (r.), Mit-Initiator und Pressesprecher der Barclays Arena, stehen zwischen Bäumen im Fame Forest.
Jan Schierhorn (l.), Initiator des Hamburger "Fame Forest", und Marc-Oliver Pabst (r.), Mit-Initiator und Pressesprecher der Barclays Arena, stehen zwischen Bäumen im Fame Forest.  © Marcus Brandt/dpa

Für noch mehr Umweltschutz im Fame Forest soll zudem künftig der Name des Baumpaten oder der Baumpatin auf Samen-Papier gedruckt und an den Baum gehängt werden.

"Das Papier mit den eingeprägten Samen darin zerfällt irgendwann, fällt auf den Boden und wird wieder eins mit der Natur", sagte Schierhorn dazu.

Denn aus den heruntergefallenen Samen werden heimische Blumen und das Schild wird damit zu einem Teil des Biotops. Die ersten Tests dafür seien bereits vielversprechend gewesen.

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Das Projekt sei "Naturschutz mit Discokugel", sagt Jan Schierhorn. Pläne für noch mehr Bäume hat das Projektteam bereits vor Augen. So soll künftig auch gespendetes Becherpfand aus den Arenen für das Pflanzen von Bäumen genutzt werden.

Schierhorn und Pabst hoffen bei all dem auf Nachahmer-Effekte. "Wir können in Sachen Umweltschutz Leichtigkeit mitbringen und das Thema mit Glamour und Discokugel aufwerten", sagte Schierhorn. Die Währung sei dabei nicht der Euro, "sondern das grüne Blatt, das Nachahmen und Mitmachen."

Bei Komiker Atze Schröder (60) hatte die Idee direkt gezündet: Neben seinem Patenbaum hat er 2020 auf eigene Kosten 10.000 weitere Laubbäume im schleswig-holsteinischen Neversdorf pflanzen lassen. "Er hat damit seinen eigenen Witze-Wald", so Schierhorn. Nun hoffen die Macher, dass die Idee auch über die Ländergrenzen hinaus bei den Arenen dieser Welt Anklang findet.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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