Starregisseur Jean-Luc Godard im Alter von 91 Jahren gestorben

Paris - Der französisch-schweizerische Filmregisseur und Drehbuchautor Jean-Luc Godard ist am Dienstag im Alter von 91 Jahren gestorben. Das berichtete die Schweizer Nachrichtenagentur SDA unter Berufung auf Godards Ehefrau.

Die Regie-Legende Jean-Luc Godard starb am 13. September im Alter von 91 Jahren.
Die Regie-Legende Jean-Luc Godard starb am 13. September im Alter von 91 Jahren.  © IMAGO / teutopress

"Wir verlieren einen nationalen Schatz, den Blick eines Genies", schrieb Frankreichs Präsident, Emmanuel Macron (44), am Dienstag auf Twitter.

Als einer der wichtigsten und innovativsten Vertreter der Nouvelle Vague beeinflusste Godard Generationen von Filmemachern. In fast 60 Jahren Karriere hinterlässt er mehr als hundert Filme, darunter Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen, Filmessays und Musikvideos. Für sein Lebenswerk erhielt er 2010 einen Oscar.

Godards Filme wie "Eine verheiratete Frau", "Die Verachtung" und "Elf Uhr nachts" prägten nicht nur das französische Kino der Sechzigerjahre. Trotzdem galt er im Filmgeschäft nicht nur als anspruchsvoller und experimenteller Revolutionär, sondern auch als "Enfant terrible". So sorgte sein modernes Krippenspiel "Ave Maria" 1985 für Aufsehen, als er Papst Johannes Paul II. anprangerte.

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Mit dem Kriminaldrama "Außer Atem" feierte er 1959 sein Langfilmdebüt und galt über Nacht als Genie. In der Hauptrolle: Jean-Paul Belmondo. Godards Filme machten den Schauspieler weltberühmt. Belmondo selbst starb im vergangenen Jahr im Alter von 88 Jahren.

"Der kleine Soldat" wegen Filmzensur zunächst verboten

Godard widmete sich auch Themen wie Korruption, Nahostkonflikt und Vietnamkrieg. Beispielsweise handelte sein Film "Der kleine Soldat" aus dem Jahr 1960 vom Schrecken der französische Armee gegen die Unabhängigkeitsbewegung in Algerien. In Frankreich wurde der Streifen zunächst verboten und wurde erst nach dem Ende des Algerienkrieges am 25. Januar 1963 aufgeführt. In Deutschland war der Film erstmals 1966 zu sehen.

Weil die Inhalte seines Spätwerkes oft als zu intellektuell galten, lockten sie später immer weniger Publikum in die Kinos. Das störte den Künstler jedoch nie. Er sprach auch weiterhin Themen wie Krieg und Kriegsverbrechen an und zeigt unter anderem Morde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Das kommerzielle Kino habe Godard ohnehin nie interessiert. Für ihn waren Filme wie "Star Wars" oder "Matrix" einfach nur "zu dumm und zu hässlich".

Titelfoto: IMAGO / teutopress

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