Mafia, Mord und das innere Kind: Netflix-Hit kehrt mit neuen Leichen zurück

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Berlin - Andere gehen zur Therapie, Björn Diemel (Tom Schilling, 44) entsorgt Menschen. Natürlich achtsam. In der zweiten Staffel von "Achtsam Morden", die seit dem 28. Mai bei Netflix läuft, versucht der ehemalige Strafverteidiger erneut, sein Leben in Balance zu halten. Das Problem: Er kümmert sich inzwischen nicht nur um seine Familie und seine Kanzlei, sondern auch um die Geschäfte zweier Mafia-Clans, deren Bosse er selbst aus dem Weg geräumt hat.

Entspannt bleiben? Fällt Björn Diemel (Tom Schilling, 44, l.) auch diesmal sichtlich schwer.
Entspannt bleiben? Fällt Björn Diemel (Tom Schilling, 44, l.) auch diesmal sichtlich schwer.  © Netflix/JuliaTerjung

Eigentlich hat Björn die Lehren seines Achtsamkeits-Coachs Joschka Breitner (Peter Jordan, 59) verinnerlicht. Er verbringt mehr Zeit mit seiner Tochter Emily, streitet entspannter mit Ehefrau Katharina (Emily Cox, 41) und arbeitet deutlich weniger.

Doch wirklich glücklich ist er trotzdem nicht. Die Ursache sieht Breitner in Björns "innerem Kind". Also beginnt eine Reise in die eigene Vergangenheit – inklusive alter Verletzungen, verdrängter Erinnerungen und natürlich neuer Todesfälle.

Während Björn versucht, Frieden mit seiner Kindheit zu schließen, geraten auch seine mafiösen Angelegenheiten wieder außer Kontrolle. Unterstützt wird er dabei erneut von Sascha (Murathan Muslu, 44), dem wohl ungewöhnlichsten Kindergärtner der deutschen Serienlandschaft.

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Gemeinsam versuchen sie, zwischen Selbstfindung und organisiertem Verbrechen irgendwie den Überblick zu behalten.

Auch die zweite Staffel von "Achtsam Morden" ist mörderisch unterhaltsam

Alte Feinde, neue Probleme: Björn Diemel (2.v.l.) versucht mit seinen Mitstreitern erneut, das Chaos unter Kontrolle zu bringen.
Alte Feinde, neue Probleme: Björn Diemel (2.v.l.) versucht mit seinen Mitstreitern erneut, das Chaos unter Kontrolle zu bringen.  © Netflix

Lohnt sich das Einschalten? Ja, mit kleinen Einschränkungen. Die größte Stärke von "Achtsam Morden" bleibt auch in Staffel zwei die herrlich absurde Grundidee: Ein Mann nutzt Achtsamkeitsübungen, um sein Leben zu verbessern und wird dabei immer tiefer in Mord und Mafia verwickelt. Das ist nach wie vor originell und deutlich cleverer als viele deutsche Krimi-Produktionen.

Tom Schilling trägt die Serie erneut mühelos. Er spielt Björn Diemel mit genau der richtigen Mischung aus Überforderung, Trockenheit und Selbstironie. Auch Peter Jordan als ständig gelassener Achtsamkeits-Coach liefert wieder einige der besten Momente der Staffel. Besonders die Szenen, in denen psychologische Lebensweisheiten auf mafiöse Realität treffen, funktionieren hervorragend.

Allerdings hat die zweite Staffel ein Problem: Sie tritt stellenweise auf der Stelle. Die Geschichte um Björns inneres Kind ist zwar interessant, wird aber über acht Folgen teilweise unnötig ausgedehnt. Wo die erste Staffel oft überraschend und temporeich war, verliert sich die Fortsetzung gelegentlich in Wiederholungen und Nebenhandlungen.

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Man merkt, dass die Serie diesmal stärker nach innen schaut als nach vorn. Trotzdem bleibt "Achtsam Morden" eine der ungewöhnlichsten deutschen Serien der vergangenen Jahre. Schwarzer Humor, skurrile Figuren und eine Hauptfigur, die ihre Probleme lieber beseitigt als bespricht. Nicht ganz so frisch wie Staffel eins, aber immer noch mörderisch unterhaltsam.

Titelfoto: Netflix/JuliaTerjung

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