USA - Wie kann ein Film einfach verschwinden? Genau das fragen sich die Macher des bislang unveröffentlichten Thrillers "Fortitude" mit Hollywood-Star Nicolas Cage (62). Eine Kopie des Films soll bei Netflix gestohlen worden sein. Nun verklagt Produzent und Drehbuchautor Simon Afram den Streamingdienst auf 91 Millionen Euro Schadensersatz.
Vor wenigen Wochen war eine unverschlüsselte Masterkopie von "Fortitude" auf Wunsch von Netflix persönlich zum Hauptsitz des Streamingdienstes in der US-Metropole Los Angeles gebracht worden. Solche Übergaben seien während des Verkaufsprozesses eines Films üblich, so Page Six.
Nur einen Tag später sahen sich Netflix-Verantwortliche den Streifen an. Neun Tage danach räumte der Direktor für "Netflix Original Film", Sean Berney, jedoch ein, dass die Kopie von "Fortitude" gestohlen worden sei.
Der Thriller war über sieben Jahre hinweg aufwendig produziert worden. Im Mittelpunkt der Handlung steht die wahre Geschichte von Dusko Popov (†69), einem Spion aus dem Zweiten Weltkrieg, der als Inspiration für die James-Bond-Romane diente.
Afram reichte daraufhin Klage wegen Vertragsbruchs gegen Netflix ein. Nach seiner Ansicht sei der Film nun wertlos, da er jederzeit kostenlos im Internet auftauchen könne. Bestandteil der Klageschrift ist auch eine E-Mail von Berney, die dieser an zwei an dem Film beteiligte Personen geschickt hatte.
Netflix wusste offenbar eine Woche vom Diebstahl
"Das ist auch für uns das erste Mal. Leider hat jemand in der vergangenen Woche eine ganze Reihe von Festplatten von unseren Bürotischen gestohlen. Wir haben den Vorfall gemeinsam mit unseren Sicherheitsteams untersucht, bislang jedoch ohne Erfolg. Unsere Teams zur Bekämpfung von Piraterie sind wegen des Sicherheitsvorfalls in höchster Alarmbereitschaft und werden die Situation überwachen", hieß es in der Mail.
Netflix bot den Filmemachern laut dem Boulevardblatt anschließend an, eine neue digitale Filmkopie zu erstellen oder die Kosten für die verschwundene Festplatte zu erstatten. Im Grunde bot der Streamingdienst damit eine Leistung im Wert von rund 700 Euro für einen Film an, dessen Produktion rund 39 Millionen Euro gekostet hatte.
Bislang ist unklar, ob weitere Projekte von dem Diebstahl betroffen sind. Auch ist nicht bekannt, ob es sich bei der verschwundenen "Fortitude"-Kopie um die einzige vorhandene Kopie des Films handelt. Der Streamingdienst habe zudem eine Woche lang von dem Diebstahl gewusst, bevor er die Kläger darüber informiert habe.
"Ich habe sieben Jahre meines Lebens damit verbracht, diese unglaubliche wahre Geschichte auf die Leinwand zu bringen. Aber dieser Film gehörte nie mir allein. Er gehört zu der außergewöhnlichen Besetzung und ihren herausragenden Leistungen, die es verdienen, gesehen und gewürdigt zu werden. Dieser Film steht für den Moment, den sich diese Künstler verdient haben", so Drehbuchautor Afram.