Dortmund/Krefeld - Es ist ein Fall, der seit 25 Jahren fassungslos macht: Zwei neugeborene Babys werden eiskalt in Rucksäcken entsorgt. Nach einem dramatischen Aufruf bei "Aktenzeichen XY… ungelöst" glühten die Leitungen im Studio – rund 200 Hinweise gingen in Rekordzeit ein!
Rückblick: Am ersten Weihnachtsfeiertag 1999 wird im Dortmunder Schulte-Witten-Park in einem Rucksack die Leiche eines maximal zwei Wochen alten Mädchens entdeckt. Das Kind starb durch brutale Gewalteinwirkung.
Gut fünfeinhalb Jahre später, am 11. Mai 2005, das nächste Drama: In Krefeld nahe dem Hauptbahnhof wird wieder ein Rucksack abgelegt – darin ein toter, neugeborener Junge.
Lange tappen die Ermittler im Dunkeln, doch kurz nach dem Fund des Jungen im Jahr 2005 bricht jemand das Schweigen.
Bei den Polizeibehörden geht ein anonymer, handschriftlicher Brief ein. Die Schreiberin behauptet darin verzweifelt: "Ich bin die Mutter, wenn Sie Brief erhalten."
Das Material, auf dem sie ihr Gewissen erleichterte, liefert den Ermittlern nun eine brandheiße Spur. Es handelt sich um herausgerissene Seiten aus einem alten Geschäftsbuch. Ermittlungen ergaben, dass diese Art von Buch in der DDR oder Osteuropa produziert und ab etwa 1990 eingestellt wurde.
Während der Sendung glühen die Telefonleitungen
Eine aufwendige linguistische Textanalyse des Bundeskriminalamts erhärtet den Verdacht: Die Mutter spricht Deutsch als Muttersprache und stammt höchstwahrscheinlich aus der ehemaligen DDR.
Außerdem fand die Mordkommission in Dortmund heraus, dass es sich bei den Kindern um Geschwister handelt.
Der aktuelle TV-Aufruf in der Sendung vom 3. Juni löste nun ein wahres Studio-Beben aus. "Allein jetzt sind insgesamt ungefähr 200 Anrufe bei uns eingegangen, und die Warteschleife ist immer noch voll belegt", berichtete das XY-Abfragezentrum. Die meisten der Hinweise kamen zu dem Fall der Babys.
Besonders im Fokus steht das markante, rosa-blau gestreifte Jäckchen mit einer Knopfleiste, Bärchen und Zahlen, das die kleine Tochter 1999 trug.
Dazu gingen diverse Hinweise ein, dass dieses Kleidungsstück genau so in der ehemaligen DDR hergestellt wurde. Noch heißer: Erste Zeugen glauben sogar, die Handschrift der Mutter auf dem Briefausschnitt eindeutig wiedererkannt zu haben! Der entscheidende Hinweis zur Ergreifung der Täter wird mit 5000 Euro belohnt.
Sendehinweis: Wer die Sendung verpasst hat kann sie jederzeit in der ZDF-Mediathek anschauen.