Neue Hinweise nach "Aktenzeichen XY": Durchbruch bei den grausamen Taxi-Morden?

Wetteraukreis - Zwei Menschen brachte der Taxi-Mörder im hessischen Wetteraukreis in den Jahren 1988 sowie 1989 auf grausamste Art und Weise um. Nun sorgte die Kriminalsendung "Aktenzeichen XY…ungelöst" möglicherweise für einen Durchbruch bei dem brutalen Fall.

Horst Krug (†61, r.) wurde am 30. Oktober 1988 erstochen. Am 16. Mai 1989 erschoss der unbekannter Täter außerdem Christel Rink (†48) - vermutlich mit Krugs Waffe. © Polizeipräsidium Mittelhessen
Horst Krug (†61, r.) wurde am 30. Oktober 1988 erstochen. Am 16. Mai 1989 erschoss der unbekannter Täter außerdem Christel Rink (†48) - vermutlich mit Krugs Waffe. © Polizeipräsidium Mittelhessen  © Polizeipräsidium Mittelhessen

Bei seinem ersten Mord tötete der bislang unbekannte Täter am 30. Oktober 1988 den Taxifahrer Horst Krug (†61) am "Usa-Wellenbad" in Bad Nauheim mit barbarischen 34 Messerstichen. Anschließend flüchtete er mitsamt dem Geldbeutel von Krug und dessen Einnahmen mehrerer Tage.

Mittlerweile geht die Staatsanwaltschaft außerdem davon aus, dass der Mörder vor Ort eine auffallend kleine Schusswaffe vom Typ "Frommer Baby" einsteckte.

Sechseinhalb Monate später, am 16. Mai 1989, beging der weiterhin flüchtige Killer das nächste grausame Kapitalverbrechen. Mit fünf Schüssen richtete er die Taxifahrerin Christel Rink (†48) auf abscheuliche Weise an einem Feldweg bei Florstadt hin. Tatwaffe? Die vorher gestohlene "Frommer Baby"!

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Doch die Exekution der Frau war dem Täter scheinbar noch nicht genug, weshalb er im Anschluss mit einem Pflasterstein auf ihren Schädel einschlug. Auch in diesem Fall ließ der Taxi-Mörder das Portemonnaie seines Opfers mitgehen.

"Aktenzeichen XY" führt zu zahlreichen Hinweisen zum Fall des brutalen Taxi-Mörders

Dieses Phantombild zeigt den Unbekannten, der die Tatwaffe (r.) aus dem Schließfach an der Frankfurter Hauptwache holen wollte.
Dieses Phantombild zeigt den Unbekannten, der die Tatwaffe (r.) aus dem Schließfach an der Frankfurter Hauptwache holen wollte.  © Polizeipräsidium Mittelhessen

Später fuhr der Täter mit dem Taxi von Rink nach Frankfurt, wo er das Auto in einem Industriegebiet in der Nähe der Borsigallee abstellte. Mehrere persönliche Gegenstände sowie die Tatwaffe wurde im Nachhinein in einem Schließfach an der Frankfurter Hauptwache gefunden.

Am 20. Mai 1989 dann beinahe der Zugriff. Ein Mann versuchte bei der Schließfach-Aufsicht, die zuvor abgelieferten Gegenstände abzuholen, woraufhin das Personal die Polizei alarmierte. Dies bemerkte der Unbekannte und flüchtete sofort.

Ob es sich bei jenem Mann tatsächlich um den Taxi-Mörder handelte, ist dabei nicht sicher zu sagen. Gewiss gibt es aber mindestens einen unmittelbaren Zusammenhang mit den Tötungsdelikten.

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Bis heute sind die beiden Morde damit ungeklärt, weshalb sich die Sondersendung "Aktenzeichen XY...Cold Cases" mit den grässlichen Taxi-Morden nochmals beschäftigte. Am vergangenen Mittwoch, dem 1. März, strahlte das ZDF unter der Moderation von Rudi Cerne (64) den Fall erneut aus und siehe da, es meldeten sich einige Zeugen, sodass bislang 50 Hinweise eingingen.

Die genaue Auswertung der möglichen Spuren dauert derzeit noch an, sollen aber teilweise vielversprechend und sehr konkret gewesen sein. Einige Zeugen meldeten sogar den vermeintlich richtigen Namen des Schlächters.

Titelfoto: Bild-Montage: Polizeipräsidium Mittelhessen

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