Abbruch in ZDF-Show: "Bares für Rares"-Verkäufer bricht in Tränen aus und geht

Köln - Mit dieser Wendung hat keiner gerechnet: Trotz einer vielversprechenden Expertise und einem fairen Händlerangebot bricht Andreas seinen "Bares für Rares"-Auftritt plötzlich ab. Statt Geld fließen Tränen.

Andreas (r.) aus Arlesheim in der Schweiz möchte bei "Bares für Rares" ein Erbstück von seinem verstorbenen Vater zu Geld machen.  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares

Der Verkäufer aus Arlesheim in der Schweiz ist mit einer Porzellanplastik in das Pulheimer Walzwerk bei Köln gereist. Viele Jahre habe diese in einer Metzgerei gestanden, bis sein Vater sie zum Abschied erhielt, als die Filiale dichtgemacht wurde.

Mit dem Tod des Papas wanderte die handbemalte Figur, die "unsere Vergangenheit in Europa" zeigt, wie Experte Colmar Schulte-Goltz (52) doziert, in Andreas' Besitz. Seitdem steht sie bei ihm im Regal. Jetzt soll sie ihm ein bisschen Bares bescheren.

Die Plastik stellt Zeus als verwandelten Stier dar, der sich in die schöne Königstochter Europa aus Phönizien verliebt und sie auf seinem Rücken nach Kreta entführt, um dort zu heiraten. Signiert wurde sie von Carl Nacke.

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Wie der Sachverständige weiß, fertigte der bekannte Künstler und Bildhauer seinerzeit mehrere Entwürfe für die "höchst erfolgreiche Porzellanfabrik Fraureuth". Auch die im ZDF feilgebotene Figur sei dort entstanden - und zwar zwischen 1915 und 1926. Andreas hat durchaus hohe Erwartungen.

500 bis 600 Euro lautet sein Wunschpreis. Trotz einiger sichtbarer Mängel (Abreibungen an der Vergoldung) bewegt sich Schulte-Goltz in ähnlichen Sphären. Er taxiert den Wert auf 550 bis 650 Euro. Der Verkäufer ist happy.

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Die Porzellanplastik zeigt Zeus als verwandelten Stier, der sich in die schöne Königstochter Europa aus Phönizien verliebt und sie auf seinem Rücken nach Kreta entführt.  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares

"Bares für Rares"-Verkäufer macht in letzter Sekunde einen Rückzieher

Im Händlerraum wird Andreas plötzlich von seinen Emotionen übermannt. Trotz Top-Angebot entscheidet er sich gegen einen Verkauf.  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares

Im Händlerraum nimmt der Auftritt des Schweizers dann allerdings eine völlig unerwartete Wendung. Zunächst läuft allerdings noch alles nach Plan. Die potenziellen Käufer zeigen reges Interesse an dem "prächtigen Stier mit der schönen Frau".

Am Ende eines munteren Wettbietens liegt das Höchstgebot bei 600 Euro. Obwohl damit die Obergrenze seines Wunschpreises erreicht ist, wirkt Andreas aufgewühlt. "Das ist ein guter und fairer Preis", merkt der Verkäufer noch an, dann kämpft er plötzlich mit den Tränen.

"Es kommen doch zu viele Erinnerungen hoch, die kann man nicht mit Geld aufwiegen", erklärt der Studio-Gast voller Wehmut. "Wir sind Ihnen auch nicht böse, wenn Sie sagen, ich kann mich doch nicht davon trennen", zeigt sich Händlerin Liza Kielon (32) mitfühlend.

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Andreas schluckt. "Sicher?", fragt er zögerlich in die Runde. Und die versammelte Riege der Trödel-Spezialisten meint: "Das ist vollkommen okay." Dann beschließt der Schweizer auf sein Herz zu hören und seinen Stier wieder mitzunehmen. Unter dem anerkennenden Applaus der Händler verlässt er das TV-Studio.

"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.

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