Köln - Verkäufer Stephan aus Telgte (Münsterland) rettete vor vielen Jahren zwei Schaufensterpuppen vor dem Müll. Bei "Bares für Rares" sorgt das leblose Duo für einen unerwarteten Geldsegen.
"Die Figuren stehen jetzt schon seit über 20 Jahren bei uns auf dem Dachboden rum", verrät der Studio-Gast im Gespräch mit Moderator Horst Lichter (64). Sie stammen ursprünglich aus der Geschäftsauflösung eines Herrenausstatters und sollten eigentlich entsorgt werden.
Dafür seien die beiden Puppen jedoch "einfach viel zu schade", wie Stephan findet. Lichter tippt "von den Köpfen her" auf die Mode der 50er- oder 60er-Jahre. Experte Detlev Kümmel (58) stimmt ihm zu: "Ja, das hast du schon sehr gut eingeschätzt."
Ein D.R.G.M.-Stempel für "Deutsches Reichs-Gebrauchsmuster" weist auf eine Produktion vor 1945 hin. Torso und Beine wurden jedoch erst später hergestellt, wie die "Made in Western Germany"-Markierung preisgibt.
"Die Frisur und der Clark-Gable-Schnäuzer, das ist eine vergangene Zeit", sinniert Lichter - und liegt damit goldrichtig. Kümmel bestätigt: "Das war ein Kassenschlager. Clark Gable soll es tatsächlich auch darstellen."
Der Hollywood-Star habe als Vorlage für die Schaufensterpuppe gedient. "Die Männer wollten ihm doch sehr nacheifern", weiß der Sachverständige. Als Wunschpreis nennt Stephan eine Summe von 200 bis 300 Euro.
"Bares für Rares"-Händler halten sich mit Geboten zurück
Kümmel hält sogar noch mehr für möglich. Er taxiert den Wert auf 600 bis 800 Euro. "Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn man mal auf den Speicher guckt, wer da wohnt", scherzt Lichter, während er seinem Gast die Händlerkarte überreicht.
"Die Expertise hat mich positiv überrascht", freut sich Stephan vor dem Gang in den Auktionsraum. Doch was sagen die Händler? Elke Velten-Tönnies (73) ist interessiert: "Den Linken finde ich attraktiv, ich hätte mir den hingestellt, einfach so in den Eingang."
Auf ein Bietergefecht, welches den Preis nach oben treibt, hofft der Verkäufer allerdings vergeblich. Gebote gibt es für die beiden Puppen kaum. Der Zuschlag geht schließlich an Markus Wildhagen. Der 59-Jährige zahlt 400 Euro.
Stephans Wunschpreis ist damit übertroffen. Entsprechend zufrieden verlässt der Telgter auch das TV-Studio im Pulheimer Walzwerk bei Köln. Und auch Wildhagen hat schon eine Aufgabe für das Puppen-Duo im Kopf: "Das spart halt auch ein bisschen zusätzliche Überwachungsanlagen."
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags ab 15.05 Uhr im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.