Köln - Bei "Bares für Rares" kommt es zum Bietergefecht zwischen zwei Händlern - ganz zur Freude der beiden Verkäuferinnen, die das Geschäft ihres Lebens machen.
Chrysantha Hofmann und Katrin Weth, Mutter und Tochter aus der Nähe von Heidelberg kommen mit einem alten Schaukelstuhl in die heiligen Trödelhallen des Pulheimer Walzwerks bei Köln.
Das Möbelstück sei ein altes Erbstück der Familie. "Wir trennen uns schweren Herzens", gibt Hofmann preis.
"Aufgrund der Form und aufgrund der Gestaltung kann man sehr gut erkennen, dass er aus Wien stammt. Ein typisches Beispiel für den Wiener Jugendstil", weiß Experte Albert Maier (77), der erkennt, dass es sich bei dem Stuhl um etwas Besonderes handelt.
Hergestellt worden sei der Schaukelstuhl, der ein typisches Beispiel für den Wiener Jugendstil sei, von der Firma Kohn, die Ende des 19. Jahrhunderts als einzige Buchenholz biegen konnten.
"Entworfen hat ihn Josef Hofmann, der für diese Art von Stühlen bekannt ist. Ein richtig guter Designer", verrät der Sachverständige.
"Was habt ihr euch vorgestellt?", will Moderator Horst Lichter (64) den Wunschpreis des Mutter-Sohn-Duos wissen.
"Bares für Rares"-Händler liefern sich irres Bietergefecht
Die Verkäuferinnen seien bereit, den Schaukelstuhl für einen vierstelligen Betrag zu verkaufen. "Also 1000 Euro", macht der frühere TV-Koch Lichter klar.
Allerdings sorgt schon die Expertise für eine Überraschung. Denn trotz eines Risses in der Lehne liege die Schätzung des Sachverständigen bei 1500 Euro.
Im Händlerraum legt Julian Schmitz-Avila (39) mit 400 Euro los, doch schnell schießen die Gebote nach oben. Erst erhöht Fabian Kahl (34) auf 600 Euro, dann legt Daniel Meyer (52) nochmals 100 Euro drauf.
Während der Experte den Riss nicht als so schlimm befand, sehen das die Händler anders. "Die Macke sehe ich als Problem", so Meyer, der Unterstützung von Kahl bekommt. "Das sehe ich auch so", so der gebürtige Thüringer der jedoch relativiert: "Aber es ist nicht unbehebbar."
Aus diesem Grund sei der 34-Jährige auch bereit, einen vierstelligen Betrag zu zahlen. "Ich würde ihnen 1000 Euro geben", macht er klar. Allerdings will auch Meyer den Stuhl unbedingt haben, sodass ein Bietergefecht entsteht.
"Vergiss es, du kriegst den nicht", droht der 52-Jährige seinem Kollegen, doch das interessiert Kahl nicht. Schließlich bietet Meyer sagenhafte 2380 Euro und sticht den 34-jährigen Händler damit aus.
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.