Köln - Ulrike erwirbt bei einer Auktion für 50 Euro eine üppige Frauenfigur und trägt sie zu "Bares für Rares". Als sie dort den wahren Wert erfährt, ist sie völlig überwältigt. Doch was passiert im Händlerraum?
"Ich fand sie ganz toll, aber dort, wo ich sie hinstellen wollte, passt sie nicht", erklärt die Kandidatin aus Bremen ihre Verkaufsabsicht.
Zur Unterstützung hat sie ihre Freundin Susanne mit in das Pulheimer Walwerk gebracht.
Experte Colmar Schulte-Goltz (52) ist sofort ganz angetan von der keramischen Plastik aus dem Jahr 1997, die seiner Meinung nach einen "besonders bezaubernden Charakter" hat.
Als Urheberin identifiziert er die deutsche Malerin und Bildhauerin Theresia Hebenstreit.
Die hohle Figur mit gedrungenem Körper ist mit kegelartigen Gliedmaßen montiert und mit Schlickerfarbe bemalt. Außerdem entdeckt Schulte-Goltz eine Signatur der Künstlerin, die für ihre voluminösen und selbstbewussten Frauenfiguren aus Ton berühmt gewesen sei.
Ulrike erklärt, dass sie hat vor ein paar Jahren in einem Auktionshaus gerade mal 50 Euro dafür gezahlt hat. "Was ich eingesetzt habe, möchte ich wieder raushaben", antwortet sie auf die Wunschpreis-Frage von Moderator Horst Lichter (64).
Schulte-Goltz muss widersprechen. Mit Verweis auf den Sammlermarkt und taxiert den "aktuellen Zeitwert" der Tonfigur mal eben auf 700 bis 750 Euro. "Das ist der Wahnsinn", platzt es aus der Besitzerin heraus. Und der Experte ergänzt: "Das beste Invest überhaupt!"
"Bares für Rares"-Händler bleiben deutlich unter dem Expertenpreis
Voller Vorfreude geht es für Ulrike und ihre Freundin Susanne anschließend weiter in den Händlerraum. Auch dort zieht die Keramik sofort alle in ihren Bann. "Wunderbar", kommentiert Julian Schmitz-Avila (39) und bietet als erstes 150 Euro.
Doch auch Elke Velten-Tönnies (73) und Markus Wildhagen (59) haben Interesse. Auf die 200 Euro der Händlerin aus Köln, legt der Düsseldorfer noch einmal 50 Euro obendrauf. Das höchste Gebot kommt letztlich aber von Schmitz-Avila.
"Ich finde sie echt nicht schlecht - komischerweise", gesteht der 39-Jährige und wirft 400 Euro in den Raum. Doch obwohl Ulrike ursprünglich nur auf 50 Euro gehofft hatte, ist ihr der Preis nun zu gering. Schuld ist natürlich die vorherige Mega-Expertise.
Diese als letzten taktischen Schachzug zu verraten, verfehlt jedoch völlig ihre Wirkung. Nur Schmitz-Avila erhöht noch einmal auf 430 Euro. Seine Kollegen haben kein Interesse mehr. Weil der erfahrene Händler keine kleinen Scheine dabei hat, zahlt er am Ende immerhin noch 450 Euro an Ulrike.
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.