Nach Bundesliga-Spielabsage verschwunden: Andreas, wo bist du?

Hamburg - Im strömenden Regen macht sich Andreas Dünkler (29) mit Freunden auf den Weg zum Millerntor-Stadion, um ein Fußballspiel zu besuchen. Die Partie wird abgesagt. Stunden später ist der Student verschwunden. Die neue ZDF-Reihe "XY - Spuren des Verbrechens" beleuchtet den Fall.

Am 18. Februar 1997 wurde Andreas das letzte Mal gesehen.  © Polizei Hamburg

Am 18. Februar 1997 soll eigentlich gegen den VfL Bochum gespielt werden. Doch weil das Dach der Haupttribüne beschädigt ist, wird die Bundesliga-Partie abgesagt - bereits zum vierten Mal.

Die Freunde gehen daraufhin in ein Irish Pub, um den Abend dennoch zusammen zu verbringen. Gegen 22 Uhr verabschiedet sich Andreas im Hamburger Hauptbahnhof von einem Kumpel am U1-Bahnsteig. Ob er wie geplant in eine andere U-Bahn steigt, ist bis heute unklar.

Weil er zwei Tage nicht wieder auftaucht, wird eine Vermisstenanzeige erstattet. Die ersten Ermittlungen führen zu keinen brauchbaren Erkenntnissen.

TV & Shows Mallorca-Auswanderin Krümel: Ekel-Schock in ihrem neuem Restaurant

Erst am 1. November 1998, also mehr als eineinhalb Jahre nach Andreas' Verschwinden, kommt Bewegung in den Fall. Eine Spaziergängerin findet bei Brokdorf den Ausweis des Jura-Studenten. Er liegt rund 70 Kilometer nordwestlich von Hamburg am Elbstrand. Auch diese Spur verläuft im Sande.

Anzeige
Das damalige Stadion am Millerntor. Hier wollte Andreas am 18. Februar 1997 ein Fußballspiel besuchen. (Archivfoto)  © IMAGO/HochZwei/Angerer

Spuren des Verbrechens (ZDF): Zeuge macht vielsagende Beobachtung

Seine Spur verliert sich am U-Bahnhof Kellinghusenstraße. (Archivbild)  © Bodo Marks/dpa

Wiederum dreieinhalb Jahre später, im Sommer 2022, glaubt ein Zeitungsleser, den Vermissten wiederzuerkennen. Er erinnert sich an zwei Männer in einer U-Bahn, die einen dritten stützend nach draußen begleitet haben sollen. An dessen Rückenlehne sei frisches Blut zurückgeblieben.

Er meldet schon damals seine Beobachtung, die die Polizei aber nicht verifizieren kann. Der Notruf wird später gelöscht. Heute weiß der Zeuge nicht mehr, ob es sich um den 18. Februar 1997 gehandelt hat.

Bis heute ist die Vermisstensache, die wie alle anderen nicht verjährt und deren Akte wieder aus dem Archiv geholt wird, sobald es neue Anhaltspunkte gibt, ungeklärt.

TV & Shows Überraschung bei "Wer weiß denn sowas?": Plötzlich wird mehr als drei Stunden lang gequizzt

Ganz grundsätzlich, berichtet Fabian Puchelt vom LKA Bayern, werde "sofort und unmittelbar" mit der Suche nach Vermissten begonnen. Bei Kindern sowieso, bei Erwachsenen dann, wenn das gewohnte Umfeld verlassen wird, der Aufenthaltsort unbekannt ist und eine Gefahr für Leib und Leben besteht.

100.000 Vermisstenfälle werden durchschnittlich Jahr für Jahr im Bundesgebiet aufgenommen - rund 274 pro Tag. "50 Prozent klären sich in der ersten Woche, weitere 80 Prozent innerhalb des ersten Monats", so Puchelt in der Sendung. Lediglich drei Prozent werden länger als ein Jahr geführt.

Fabian Puchelt vom LKA Bayern erklärt, wie die Vorgehensweise bei vermissten Personen ist.  © ZDF/Felix Janssen

Die Folgen der neuen Reihe "XY Spuren des Verbrechens" strahlt das ZDF ab 6. Mai immer mittwochs um 19.25 Uhr aus. In der ZDFmediathek findet Ihr sie jeweils am TV-Sendetag auf Abruf.

Mehr zum Thema TV & Shows: