Hamburg/Bonn - Der Schmerz bei seinen Liebsten sitzt noch immer tief: Am 8. Mai 2025 wurde Rapper Xatar (†43, bürgerlich: Giwar Hajabi) tot in einer Wohnung in Köln gefunden. Rund ein Jahr nach seinem Tod meldet sich seine Witwe Farvah Hajabi (38) erneut.
Anfang März 2026 brach Farvah erstmals ihr Schweigen über den schweren Verlust. In der NDR-Talkshow "deep und deutlich" teilt sie nun weitere seltene Einblicke in ihre Gefühlswelt nach dem Tod ihres Mannes.
"Ich habe in diesem Moment alles verloren, was ich selber bin. Nach so vielen Jahren ist man einfach eins. Und vor allem nach so vielen Jahren mit so vielen Schicksalsschlägen, wohlgemerkt. Das ist schon ein Schlag ins Gesicht. Man wird zu Pulver." Mehr als 15 Jahre waren Farvah und Xatar ein Paar, kannten sich seit ihrer Jugend.
Farvah erinnert sich noch genau an den Tag zurück, der ihr Leben veränderte: "An dem Tag selbst war das schon so, dass ich ihn nicht erreichen konnte", so die Ehefrau des Rappers über den 8. Mai. "Das war schon sehr untypisch. Ich wusste, dass etwas nicht stimmt. Dann klingelt es abends an der Tür. Wenn es abends an der Tür klingelt, dann weiß man, dass es die Endstufe ist." Eine düstere Vorahnung, die sich bestätigte.
Ihre Liebe sei intensiv gewesen, tief und von Anfang an besonders. "Wir haben uns jahrelang jeden Tag gesehen, haben stundenlang telefoniert." Gemeinsam hat das Paar fünf Kinder. Doch die Beziehung zu dem Rapper sei nicht immer einfach gewesen.
Farvah Hajabi nach Tod von Xatar: Zeit im Gefängnis war Belastungsprobe für Beziehung
Schließlich soll Xatar bereits früh auf die schiefe Bahn geraten sein: Drogenverkauf, Kontakte ins kriminelle Milieu und ein Goldraub. Ein Überfall, der 2009 in ganz Deutschland für Schlagzeilen sorgte. Zudem verbrachte der Rapper einige Jahre im Gefängnis.
Für Farvah eine extreme Belastungsprobe. "Das war alles sehr hart", sagt sie rückblickend. Doch aufgeben kam für sie nie infrage: "Zu sagen, man geht jetzt ohne ihn den Weg weiter, ist keine Option gewesen." So nahm sich das Paar nach seiner Haft Zeit für sich, gründete eine Familie.
Und heute? Ist nichts mehr wie zuvor. Die 38-Jährige kann den Verlust noch immer nicht begreifen. "Ich glaube, wenn das so überraschend und unerwartet ist, dann wartet man jede Sekunde, teilweise bis heute darauf, dass man doch endlich wach wird."
Besonders bewegend: Seine Hinterlassenschaften hat sie bis heute nicht wegstellen können. "Nicht mal ein Salzstreuer, den er irgendwo hingestellt hat, wurde bewegt", gesteht sie. Für ihre Kinder ein wichtiger Halt. Jeden Abend schauen sie gemeinsam Fotos und Videos von Xatar an. Ein Ritual, das den Schmerz erträglicher machen soll.