Sarah Engels spricht über ihre dunkelsten Zeiten: "Musste ganz tief fallen"
Hamburg - Mit 18 Jahren stand Sarah Engels (33) plötzlich im Rampenlicht, wohl fühlte sie sich dabei aber nicht. Im ARD-Talkformat "deep und deutlich" sprach die Sängerin offen über ihre Selbstzweifel, die plötzliche Verantwortung als junge Mutter und ihr dunkelstes Kapitel.
Schon früh in ihrem Leben erkannte Engels, dass sie Probleme mit ihrem eigenen Körper hatte. "Ich war in dem Alter ein bisschen moppelig. Ich habe mich nie wirklich wohl in meinem Körper gefühlt", gestand sie im Gespräch mit den Moderatorinnen Aminata Belli (34) und Lola Weippert (30). "Ich war eines der Mädchen, die nach außen hin immer super stark gewirkt haben, so, wie ich es auch heute noch tue. Nur mit dem Unterschied, dass ich das damals überhaupt nicht war."
Vor allem Kommentare wie "Iss nicht so viel, du wirst immer dicker" oder "Zeig doch mal deine Brust, wie die wächst. Ist da denn schon etwas?" empfand sie als unangenehm und lösten in ihr etwas aus. Was folgte, war die pure Verunsicherung.
Die wurde auch nicht besser, als sie mit 18 Jahren bei "Deutschland sucht den Superstar" mitmachte. Ganz im Gegenteil, der Druck nahm sogar noch zu. Weil sich Engels mit den anderen Mädels ständig verglich, fühlte sie sich "nicht richtig wohl". Sie versuchte ihre Unsicherheit zu überspielen.
"Gerade die, die arrogant wirken, sind eigentlich die, die am unsichersten sind", erklärte sie und spielte damit auch auf sich selbst an.
Sarah Engels stand nach der Geburt ihres Sohnes plötzlich in der Verantwortung
Während ihrer DSDS-Teilnahme lernte sie Pietro Lombardi (33) kennen. Die beiden wurden schnell ein Paar und bekamen im Jahr 2015 Nachwuchs. Engels ist da gerade einmal 22 Jahre alt. Die Geburt ihres Sohnes ist ein Wendepunkt, allerdings ein viel zu früher.
Denn plötzlich stand sie vor einer riesigen Verantwortung. "Es ist das schönste Geschenk", sagte sie über ihren Sohn Allessio (10). "Aber es war auch in dem Moment eine absolute Überforderung. Das hätte ich mir damals niemals eingestanden, aber heute kann und darf ich das."
Kurz darauf trennte sich das Paar und Engels war alleinerziehend. Nach außen hin spielte die mittlerweile 33-Jährige die heile Welt vor, doch innen drinnen sah es anders aus. Die Fassade bröckelte. "Ich stand in meiner Küche, mein Sohn hat geschrien, der Wäscheberg stand da und ich wusste nicht mehr, wo vorne und hinten ist."
Sie wollte allen zeigen, dass sie es schaffen konnte, aber dem war nicht so. Hilfe lehnte sie ab. Aber sie funktionierte, bis zu einem gewissen Punkt. "Es war wie ein ganzes Haus, das über mir zusammengekracht ist", beschrieb sie den Moment, als es nicht mehr ging. "Ich musste ganz tief fallen, sehr viel Schmerz empfinden", sagte sie zu ihrer dunklen Zeit.
Die war für Engels aber hilfreich, sie durchlief einen schmerzhaften Reifeprozess, aus dem sie gefestigt und reflektierend hervorging. Mittlerweile hat sie genug Selbstbewusstsein, was sie auch ihrer Tochter Solea (4) versucht mitzugeben. "Wir müssen uns immer wieder vor Augen führen, dass wir besonders sind."
Titelfoto: Carsten Koall/dpa

