"Die Höhle der Löwen": So ging's für die Görlitzer Gründer mit ihrer "Weltneuheit" weiter

Görlitz - "Unser Material ist einzigartig, es ist eine Weltneuheit" - Mit diesen Worten trauten sich zwei sächsische Unternehmer am Montagabend in die VOX-Show "Die Höhle der Löwen". Ihr Produkt faszinierte, doch das Geschäftsmodell schreckte ab.

Die beiden Gründer Christian (25, r.) und Bernd Wacker (55) führten in der "Höhle der Löwen" ihren ökologischen Weichschaumstoff vor.
Die beiden Gründer Christian (25, r.) und Bernd Wacker (55) führten in der "Höhle der Löwen" ihren ökologischen Weichschaumstoff vor.  © RTL / Bernd-Michael Maurer

Direkt zum Beginn des Auftritts erklärten die beiden Görlitzer Gründer Christian (25) und Bernd Wacker (55), was das Besondere an ihrer Idee ist: Aus bisher nicht verwertetem Abfall haben die zwei Tüftler einen nachhaltigen Weichschaumstoff entwickelt.

Das Material ähnelt zwar sogenanntem Polyurethan (PU)-Schaum, der beispielsweise in Möbeln oder Kleidungsstücken enthalten ist, besitzt jedoch einen entscheidenden Unterschied: Es wird ohne fossiles Erdöl hergestellt und kann letztlich biologisch abgebaut werden.

"So ein Produkt gab's noch nie in der 'Höhle der Löwen'. Wenn man es skalieren würde, könnte man damit den PU-Markt revolutionieren", sagte Bernd Wacker gegenüber TAG24.

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Das Potenzial begeisterte auch die Löwen: "Ich find's nicht schlecht", flüsterte Investor Tillman Schulz (33) zu Beauty-Expertin Judith Williams (51), die erwiderte: "Ich find's auch gut."

Das B2B-Geschäftsmodell schmeckte den Löwen nicht

Die Löwen Tillman Schulz (33, l.) und Ralf Dümmel (56) testeten die Erfindung.
Die Löwen Tillman Schulz (33, l.) und Ralf Dümmel (56) testeten die Erfindung.  © RTL / Bernd-Michael Maurer

Doch dann kam der Knackpunkt, der einen Deal hat platzen lassen: Ihr Unternehmen "eco-softfibre" basiert auf dem B2B-Geschäft, also dem Verkauf eines Produkts an andere Firmen - so beispielsweise Möbelproduzenten, die ihren Schaumstoff bei der Herstellung nutzen könnten.

"Unser Wunschlöwe war Nico Rosberg, da er als Automotive-Star das beste Netzwerk in diesem Marktumfeld besitzt", so Wacker. Umso mehr hatten sie sich gefreut, dass der 37-jährige Ex-Rennfahrer bei der Aufzeichnung dabei sein sollte.

Doch nach Anreise zum Set folgte die Ernüchterung: "Nico Rosberg musste kurzfristig absagen, weshalb ein anderer Löwe eingesprungen ist."

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Trotzdem sei man bis zum Schluss motiviert gewesen, auch wenn sie wussten, dass ein Deal somit sehr schwierig werden würde. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", erklärte Wacker.

Für die Görlitzer war die Absage kein Rückschlag

Für Bernd Wacker war der Auftritt mit großem "Lampenfieber und Aufregung" verbunden. Einen Deal konnte er nicht ergattern.
Für Bernd Wacker war der Auftritt mit großem "Lampenfieber und Aufregung" verbunden. Einen Deal konnte er nicht ergattern.  © RTL / Bernd-Michael Maurer

Und die Hoffnung starb zuletzt: Ein Löwe nach dem anderen stieg aus. Auch Tillman Schulz war für ein Investment nicht bereit. "Ich brauche ein Fertigprodukt", so der 33-Jährige.

Das Entwickler-Duo trat somit ohne Deal die Heimreise an. "Für unsere Erfindung war es wahrscheinlich einfach nicht das richtige Format", so Wacker, dessen Produkt es über ein Scouting in die Sendung geschafft hat. "Wir haben uns nicht beworben, sondern wurden eingeladen."

Die Absage war daher kein Rückschlag. "Ein Investment der Löwen hätte natürlich einen positiven Beitrag hinsichtlich des Marketings sowie des Vertriebs gebracht und uns damit geholfen", fügte der 55-Jährige hinzu.

Zumal die Sendung dennoch hilfreiche Nebeneffekte mit sich brachte. "Wir haben nach der Ausstrahlung zahlreiche Muster-Anfragen von Firmen erhalten. Auch auf unseren Social-Media-Kanälen gab es viel Resonanz."

Sie würden daher voller Optimismus in Richtung Zukunft blicken und weiterhin das Wachstum des Unternehmens fokussieren.

Titelfoto: Montage: RTL / Bernd-Michael Maurer (2)

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