Große Attentate der Geschichte: Kranker Groupie sticht Tennis-Star nieder, um Steffi Graf zu helfen

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Hamburg - Der 30. April 1993 hat den Tennissport nachhaltig verändert. Das Attentat auf Steffi Grafs seinerzeit größte Konkurrentin Monica Seles in Hamburg schockiert noch heute und wird in einer neuen ZDF-Doku von Zeitzeugen beleuchtet.

30. April 1993: Die damals 19-jährige Monica Seles wird nach dem Messerstich versorgt. (Archivbild)
30. April 1993: Die damals 19-jährige Monica Seles wird nach dem Messerstich versorgt. (Archivbild)  © ZDF/ARD

Die im damaligen Jugoslawien geborene und in den USA lebende Seles ist 19 Jahre alt, als sie bei dem Turnier am Rothenbaum antritt.

Das Viertelfinale gegen die Bulgarin Magdalena Maleewa ist im vollen Gange, als sich der aufstrebende Stern am Tennishimmel bei einem Seitenwechsel - mit dem Rücken zum Publikum - auf eine Bank setzt. Sie wischt sich den Schweiß ab, trinkt etwas.

Dann ertönt ein Schrei. Einer der 6000 Zuschauer hatte der Spielerin mit einem Messer zwei Zentimeter tief in den Rücken gestochen. Günter Parche (38) wird sofort überwältigt.

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Winfried Röhl wird zum Ersthelfer, springt über die Bande, stützt die schockierte und hustende Sportlerin, die auf den Boden gleitet. Schnell ist ein Arzt anwesend und übernimmt die Versorgung.

Zuschauer Winfried Röhl drückt seine flache Hand auf die blutende Wunde. (Archivbild)
Zuschauer Winfried Röhl drückt seine flache Hand auf die blutende Wunde. (Archivbild)  © imago/Norbert Schmidt

Terra X History (ZDF): Fanatischer Fan wollte Steffi Graf durch Attentat zurück an die Weltspitze verhelfen

Seles (l.) und Steffi Graf im September 1995. (Archivbild)
Seles (l.) und Steffi Graf im September 1995. (Archivbild)  © Imago/HJS

Der Täter: Günter Parche, ein arbeitsloser Dreher aus Thüringen und krankhaft fanatischer Anhänger Steffi Grafs. Auf die hätte die damals Weltranglisten-Erste Seles in einem möglichen Finale treffen können.

Parche wollte mit dem Attentat seinem Idol zurück auf den Tennisthron verhelfen, was er leider auch schaffte. Er wird wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt, bleibt also ein freier Mann.

Auch aufgrund von Schlaf-, Angst- und Essstörungen legt Seles eine zweijährige Pause ein, erreicht in den folgenden Turnieren nie wieder ihre Topform.

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Immerhin: Die Sicherheitsvorkehrungen wurden aufgrund des Vorfalls erhöht. Eine Wiederholung dieses Attentats wäre heutzutage quasi undenkbar.

Im August 2022 stirbt Parche in einem Pflegeheim im thüringischen Nordhausen.

Die Doku "Die großen Attentate der deutschen Geschichte" mit weiteren Fällen strahlt das ZDF am Sonntag (3. Mai) ab 23.45 Uhr aus. In der ZDFmediathek gibt es die Folge schon jetzt.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO/Norbert Schmidt ; IMAGO/HJS

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