Wie unterschätzt ist der Linksextremismus? ARD zeigt Doku rund um Gewalt-Gruppe
München - Während sich nicht nur bundesweit die politische Mitte laut Auffassung der meisten Beobachter zunehmend nach rechts verschiebt, stellt am Dienstagabend der Bayerische Rundfunk (BR) die Frage: "Linksextremismus - Die unterschätzte Gefahr?". Und bedient sich für seine Doku - passend - eines Extrem-Beispiels.
Die Sendung im Rahmen der Reihe "report München" läuft am Dienstagabend im Ersten.
"Ich kann es nachvollziehen, warum Menschen zu solchen Mitteln greifen. Dass sie sagen: 'Ich kann mich nicht mehr auf den Staat verlassen und muss die Sache selbst in die Hand nehmen", erzählt eine anonyme Kontaktperson.
Es geht um den Kampf der geschätzt rund 11.000 Extremisten in Deutschland gegen Staat, Kapitalismus und natürlich Rechtsradikale und -extremisten.
Insider, Experten und Opfer wurden über Monate hinweg für diesen Beitrag kontaktiert und befragt.
Aufgebaut ist die Doku rund um den Prozess um die sogenannte "Hammerbande", die unter dem Applaus von Solidarisierten und Sympathisanten in den Gerichtssaal gebracht wurde.
In Budapest wurde Bandenmitglied Maja T. aus Thüringen bereits zu acht Jahren Haft verurteilt. In München die Kunststudentin Hanna S. - für fünf Jahre muss sie ins Gefängnis.
In Düsseldorf und Dresden stehen weitere mutmaßliche Mitglieder der "Hammerbande" vor Gericht.
Unterstützerszene und "Die Linke": Doku behandelt nicht nur Täter
"Der Vorwurf: Die militanten Personen sollen an zahlreichen Orten vermeintliche Rechtsextremisten angegriffen und dabei zum Teil deren Tod in Kauf genommen haben", beschreibt der BR selbst den Hintergrund der Prozesse.
Und zählt weitere mutmaßliche Anschläge auf: "der Angriff auf das Berliner Stromnetz, auf das Teslawerk in Brandenburg, auf Bahngleise in NRW".
Wie es bei Rechtsextremismus immer wieder auch Schnittstellen mit der AfD geben soll, werden in der investigativen Recherche auch Verbindungen zwischen Linksextremisten und der Partei "Die Linke" gesucht – und von Geldgebern berichtet.
Am Ende sind sich vor allem Behörden und Experten relativ einig: Bei Linksextremismus habe man zu lange nicht richtig hingesehen. Zudem weisen Erstere vor allem Vorwürfe zurück, den Antifaschismus zu bestrafen.
Die Doku "report München: Linksextremismus - Die unterschätzte Gefahr?" aus der BR-Redaktion ist am Dienstagabend um 21.45 Uhr im Ersten zu sehen. Außerdem findet man die Sendung zum Streamen in der ARD-Mediathek.
Titelfoto: Montage: BR/Markus Konvalin, colourbox.com + Michael Ukas/dpa

