Trotz Handicap: Tony will bei Germany’s Next Topmodel ganz nach oben
Berlin - Tony Eberhardt (31) gehört in der aktuellen 21. Staffel von Germany’s Next Topmodel zu den spannendsten Kandidaten. Der Berliner will nicht nur als Model überzeugen, sondern sich auch für mehr Inklusion in der Modewelt einsetzen.
Ursprünglich stammt der 1,88 Meter große Sonnyboy aus der Region der Mecklenburgischen Seenplatte, heute lebt er in der Hauptstadt.
Früher stand Tony allerdings nicht auf dem Laufsteg, sondern auf dem Handballfeld: Er spielte 20 Jahre lang in einer gehörlosen Mannschaft – der Sport war sein Rhythmus, seine Struktur, sein Leben. Nach dem Karriereende wagte er schließlich den Neustart – diesmal als Model.
Ganz unbekannt ist ihm das Business nicht: Schon während der Schulzeit stand der Sportler vor der Kamera und lief auf der Berlin Fashion Week. Jetzt will er es bei GNTM wissen – nicht nur mit seinem Look, sondern auch mit Haltung. Sein Wunsch: Gebärdensprache in Shootings einbauen und so mehr Sichtbarkeit schaffen.
Beim ersten Shooting auf der Spree überzeugt Tony sofort. Im mediterranen Segelboot-Setting posiert er lässig in Badehose und offenem Hemd.
Als Modelmama Heidi Klum (52) ihn auffordert, das Hemd auszuziehen, legt er die letzte Zurückhaltung ab. Fotograf Andreas Ortner (50) zeigt sich zufrieden – und auch Heidi ist begeistert.
Gehörlosigkeit als Stärke: "Ich höre weniger, aber ich sehe mehr."
Auch beim Walk-Training mit Karl Lagerfelds (†86) ehemaliger Muse Baptiste Giabiconi (36) punktet Tony mit Ausstrahlung. Die Musik wird extra lauter gedreht, damit er den Beat fühlen kann. "Wenn ich das fühle, dann kann ich es auch umsetzen", sagt der Laufsteg-Hingucker.
Im großen Finale der Entscheidungswoche – in einer Berghain-inspirierten Kulisse – läuft Tony sogar ohne Hörgeräte, um sich ganz auf den Technobass zu konzentrieren. "Super Walk, super Gesicht", lobt Heidi und überreicht ihm sein Foto: "Ich bin sehr froh, dass ich dich gefunden habe."
Auf Instagram spricht Tony von einer "neuen Ära". Seine Gehörlosigkeit sei keine Schwäche, sondern eine Stärke:
"Meine Gehörlosigkeit hat mich gelehrt, anders wahrzunehmen. Ich höre weniger, aber ich sehe mehr." Mit 31 wisse er, wer er ist – und genau das strahlt er auch aus.
Titelfoto: ProSieben/Daniel Graf

