Hamburg - Große Feierlichkeiten in der Astor Filmlounge in der Hafencity. Am Mittwochabend zelebrierte der beliebte Vorabendkrimi "Großstadtrevier" sein 40-jähriges Jubiläum. Die Stars der Kult-Serie bekundeten zur Feier des Tages ihre Liebe zum Format, und sogar die "echte" Polizei hatte warme Worte im Gepäck. TAG24 war dabei.
Pünktlich um 17 Uhr wurde es trubelig im Foyer des Kinos in der Hafencity. Presse, Gäste und der ein oder andere Fan des Vorabend-Krimis tummelten sich in den Räumlichkeiten.
Mittendrin die Stars des Abends: Schauspieler, Produzenten und alle Verantwortlichen des "Großstadtreviers".
Seit 40 Jahren läuft die "Studio Hamburg"-Produktion jeden Montagabend in der ARD. Und während es in all den Jahren zwar immer mal wieder - teils durchaus traurige - Abschiede innerhalb der Casts gab, einen Abschied aus dem deutschen Fernsehen gab es bisher nie. Und ein solcher scheint derzeit auch nicht in Sicht.
"Das ist ein Geschenk", erklärte die Längste im Bunde, Darstellerin der Zivilfahnderin "Harry", Maria Ketikidou (60), in einem Liebesbrief an den Krimi, in dem sie seit 32 Jahren mitspielt.
Doch was macht das "Großstadtrevier" eigentlich so einzigartig, dass es sich auch nach all den Jahren noch einer solchen Beliebtheit bei den Zuschauern erfreut? Saskia Fischer (60) erklärte sich das Phänomen im Interview mit TAG24 wie folgt: "Erst mal ist es einfach Hamburg und diese 40 Jahre Entwicklung - das kannst du alles in unserer Serie beobachten."
Daneben sei die Serie aber auch deshalb einzigartig, da man die Figuren ganz natürlich altern sehe. "Ich altere hier seit 20 Jahren. Das macht uns einfach menschlich." Auch die Fälle würden den ARD-Krimi besonders machen, betonten ebenso Patrick Abozen (41) und Sven Fricke (46) im Gespräch mit TAG24.
"Das Alltägliche macht uns aus und deshalb mögen uns die Leute auch, weil es eben […] sehr, sehr nah an ihnen dran ist", ergänzte Fischer mit einem Grinsen. Dass das "Großstadtrevier" tatsächlich sehr nah an der Realität ist, bestätigte auch Teilzeitpolizistin und Schauspielerin Clarissa Börner (46), die immer wieder die Drehbücher gegencheckt. "Also 70 Prozent finde ich schon sehr gut und realitätsgetreu."
Ohne emotionale Verbundenheit: "Großstadtrevier" wäre nur eine typische Krimiserie
Anekdoten und persönliche Geschichten hatten zum 40-jährigen Jubiläum auch ein weiterer "echter" Polizist im Gepäck. Timo Zill, Vizepräsident der Polizei Hamburg, gab zu, dass seine Karriere in gewisser Weise durch das "Großstadtrevier" entstanden sei.
"In Wirklichkeit bin ich Holsteiner Jung, habe damals aber die Serie gesehen und gedacht: In Hamburg passiert so viel. Da muss ich hin. Dass ich hier als echter Hamburger Schutzmann stehe, habe ich also dem 'Großstadtrevier' zu verdanken", so Zill.
In all den Jahren sei das "Großstadtrevier" auch viel mehr als ein Vorabendkrimi, waren sich schließlich alle Beteiligten des Abends einig. Es sei inzwischen viel mehr eine Familie geworden, in der jeder seinen Platz findet.
"Schon als ich als Episodenrolle aufgetreten war - selbst da war es so, dass ich mich so familiär aufgehoben gefühlt habe, dass ich dachte: 'Das gibt's doch gar nicht'", schwelgte Özgür Karadeniz (49) in Erinnerungen an eine Zeit, in der er noch nicht in der Hauptrolle des Wachhabenden Tarkan Yildiz (seit 2026) zu sehen war. "Alle sind so wahnsinnig nett, zugewandt und interessiert. Das erlebt man so eigentlich gar nicht."
Mit Blick auf die Zukunft wünschten sich am Mittwochabend fast ausnahmslos alle, dass das Format - so wie es besteht und sich gesund verändert - weiterhin bleibt. "Wenn wir den Kern - die Geschichte dazwischen, die emotionale Verbundenheit - verlieren, dann wäre es einfach nur eine typische Krimiserie", betonte Abozen.
Und genau so unterstrich es Fricke: "Wenn gilt, dass sich alles verändern muss, damit es bleiben kann, wie es war, dann sind wir auf einem guten Weg, weil wir uns in den 40 Jahren immer wieder verändert haben und es dennoch eine sehr treue Fangemeinde gibt."