Hartz-IV-Paar wird Strom wegen Schulden abgestellt: "Wichser-GmbH!"

Bremerhaven - Monika (49) und ihr Verlobter Stefan (29) leben in Bremerhaven-Lehe, Deutschlands ärmstem Stadtteil. Beide leben von Hartz IV und bekommen (fast) alles vom Amt bezahlt. Für Schulden bei ihrem Stromanbieter will die ARGE freilich nicht aufkommen - mit Folgen!

ACHTUNG, SPOILER!

Monika (49) und Stefan (29) sind seit sechs Jahren ein Paar. Während sie noch nie gearbeitet hat, könnte sich für ihn ein Job ergeben.
Monika (49) und Stefan (29) sind seit sechs Jahren ein Paar. Während sie noch nie gearbeitet hat, könnte sich für ihn ein Job ergeben.  © RTLZWEI

Die Mutter von vier Söhnen wurde im Stadtteil Lehe geboren, hat die Schule nach der 7. Klasse abgebrochen, nie eine Ausbildung gemacht oder fest gearbeitet. Nur ein paar von der Agentur für Arbeit auferlegte Maßnahmen führte die 49-Jährige durch, wie bei "Hartz Rot Gold" berichtet wird.

Seit sechs Jahren lebt sie mit dem 20 Jahre jüngeren Stefan zusammen. Sie lernte ihn kennen, nachdem sie aus der Haft entlassen wurde. Inhaftiert war sie wegen einer nicht bezahlten Geldstrafe.

Jahrzehntelang hilft der Staat Monika mit Arbeitslosengeld. Die Sachbearbeiter im Jobcenter sind für die Raucherin, die auch gern mal zur Flasche greift, schon längst zu Freunden geworden.

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In einem neuerlichen Telefonat wundert sich die Angestellte, dass Stefan beim letzten Mal ohne seine Partnerin auftauchte. Monika erklärt: "Ich hatte mir einen Tag zuvor so einen Kleinen gegönnt, da bin ich so schlecht zu Fuß und mein Kreislauf spielt verrückt."

Gute Nachrichten für Stefan: Er erhält eine Maßnahme in einer Holzwerkstatt zur beruflichen Eingliederung. Er freut sich, die Chance auf die Jobrückkehr zu bekommen. Schließlich will er mit seiner kriminellen Vergangenheit abschließen. Wegen schwerer Körperverletzung und Raubüberfalls befindet er sich aktuell noch in Berufungsverfahren.

Hartz, Rot, Gold: "Wichser-GmbH, hoffentlich taut uns jetzt nicht alles ab!"

Das Paar sorgt sich um ihre gebunkerten Lebensmittel, nachdem der Strom abgestellt wurde.
Das Paar sorgt sich um ihre gebunkerten Lebensmittel, nachdem der Strom abgestellt wurde.  © RTLZWEI

540 Euro bleiben dem Paar nach Abzug aller Fixkosten monatlich zum Leben. Strom müssen sie natürlich selbst bezahlen. Doch nach ihrem Wechsel stehen sie beim neuen Anbieter schon mit 219 Euro im Rückstand.

Das führt nun so weit, dass der Strom abgestellt wird. Monika und Stefan können sich die fehlende Begleichung der Schulden nur dadurch erklären, dass ihr Briefkasten beschädigt und wichtige Post heraus geklaut worden sei. Darunter wohl auch Zahlungsaufforderungen des Stromanbieters.

Zudem könne es eigentlich gar nicht sein, dass sie nach so kurzer Zeit schon mit mehr als 200 Euro in der Kreide stehen.

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Monika sorgt sich vor allem um die Lebensmittel in ihren drei üppig gefüllten Kühl- und Gefrierschränken: "Wichser-GmbH, hoffentlich taut uns jetzt nicht alles ab. Man sollte die verklagen wegen Körperverletzung!"

Zur Lösung des Problems wollen sie das Amtsgericht aufsuchen. Dort hatten sie bei früheren Schulden bereits eine einstweilige Verfügung erwirkt, woraufhin das Jobcenter den Rückstand wegen fehlender finanzieller Mittel des Paares und Monikas Gesundheitszustand beglich.

Zunächst muss aber Stefans 29. Geburtstag bei Kerzenlicht gefeiert werden. Am Abend trinkt er zwei, drei Bier, seine Verlobte schaut deutlich tiefer ins Glas: "Frag mich nicht, ich hab die Wodkaflasche noch leer gemacht und Ende..."

"Hartz Rot Gold" seht Ihr montags bis freitags ab 16 Uhr bei RTLZWEI oder schon vorab bei RTL+.

Titelfoto: Bildmontage: RTLZWEI

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