Leipzig - In der vergangenen Woche ist bereits durchgesickert, dass der MDR ab 2027 aufgrund der ausbleibenden Erhöhung des Rundfunkbeitrags das "Mittagsmagazin" abgeben will und das TV-Magazin "MDR um 2" vor dem Aus steht. Jetzt hat der MDR-Rundfunkrat offiziell bestätigt, welche Programme noch pausiert bzw. eingestellt werden. Betroffen ist auch der Dresdner Tatort.
Unter anderem wird der Radiosender "MDR Sputnik" ab 2027 nicht mehr über UKW ausgestrahlt. Der Sender für eine eher jüngere Zielgruppe bleibt bestehen, allerdings nur auf digitalen Wegen.
Digitale Alternativen werden auch in Bezug auf "MDR um 2" priorisiert. In einer Pressemitteilung am Montag wurde mitgeteilt, dass das Magazin als Streamingformat für regionale Themen weiterentwickelt werden soll.
"Damit priorisieren wir Regionalität, digitale Nutzung und die Nähe zu den Menschen in Mitteldeutschland", so der Rundfunkrat.
Was mit dem "Mittagsmagazin" passieren wird, ist hingegen noch unklar. Klar ist, dass der MDR sich in Gesprächen befindet, um das "MiMa" ab 2027 abzugeben. Eventuell könnte der NDR das Format übernehmen, das steht aber noch nicht fest.
Fest steht aber, dass in den nächsten drei Jahren vom MDR keine neuen "Tatort"- oder "Polizeiruf"-Folgen mehr produziert werden.
Dazu wurde mitgeteilt: "Der MDR hat bereits fertiggestellte und vertraglich fixierte Produktionen vorrätig, die in den nächsten Jahren zum Einsatz kommen."
Rundfunkbeitrag könnte ab 2027 leicht steigen
Durch das geringere Budget muss der MDR sich strategisch neu aufstellen und setzt auf den Faktor Regionalität. So werden ab 2027 beispielsweise auch an Feiertagen wieder die drei eigenständigen Landesmagazine ausgestrahlt.
Trotzdem bedauert die Führungsebene, dass diese Entscheidungen notwendig sind. "Wir können die seit 1.1.2025 fehlenden Einnahmen als MDR nicht mehr kompensieren. Die ausgebliebene Beitragsanpassung erzeugt für uns eine erhebliche Finanzlücke, auf die wir deshalb ab 2027 mit einer Etatabsenkung verantwortungsvoll reagieren müssen", so MDR-Intendant Ralf Ludwig (57).
Programmdirektor Boris Lochthofen (51) sieht darin jedoch auch Chancen, wie er am Montag erklärt: "Wir gewinnen damit wirtschaftlich und publizistisch Handlungsspielraum, um unsere regionale Stärke und unsere Transformationsfähigkeit zu bewahren."
Die Bundesländer hatten eine ursprünglich empfohlene Erhöhung des Rundfunkbeitrages von derzeit 18,36 Euro auf 18,94 Euro zum 1. Januar 2025 nicht beschlossen. Eine neue Empfehlung sieht vor, dass der Beitrag ab 2027 auf 18,64 Euro steigen soll. Beschlossen ist das aber ebenfalls noch nicht.