DEFA-Legende über Kollegen und den Tod: "Ich bin von Toten umzingelt"

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Leipzig - Schauspieler Hermann Beyer feiert bald seinen 83. Geburtstag - mehr als 60 Jahre ist er eine feste Größe im Theater- und Filmbusiness, hat in unzähligen DEFA-Produktionen mitgespielt. Im MDR-"Riverboat" packte er nun so manche Anekdote aus, doch auch der Tod spielt in der Sendung eine Rolle.

Hermann Beyer (82) war nach drei Jahren mal wieder "Riverboat" zu Gast und plauderte aus dem Nähkästchen. (Archivbild)
Hermann Beyer (82) war nach drei Jahren mal wieder "Riverboat" zu Gast und plauderte aus dem Nähkästchen. (Archivbild)  © IMAGO / STAR-MEDIA

"Ich bin mittlerweile umzingelt von Toten", so der noch 82-Jährige im Gespräch mit Moderatorin Kim Fisher (57), die ihn als einen ihrer Lieblingsgäste bezeichnet. Zuletzt in der Talkshow war er vor drei Jahren, seitdem duzen sich die beiden.

Einer der erwähnten Toten ist Schauspiel-Kollege Uwe Kockisch, der im vergangenen Dezember im Alter von 81 Jahren in Madrid gestorben war. Medienberichten zufolge soll er einer Lungenkrebserkrankung erlegen sein.

"Ich finde es sehr traurig, dass Uwe nicht nochmal zurückgekommen ist und dass wir uns nicht öfter gesehen haben", erzählte Beyer weiter. "Aber es sind ja ganz viele in den letzten zwei, drei, vier Jahren gestorben, mit denen ich persönlich zu tun hatte."

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Als richtige Freunde würde der gebürtige Thüringer sich und Kockisch nicht bezeichnen. Vielmehr sei es Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek (†78) gewesen, den eine Freundschaft mit Kockisch verband.

Alle drei arbeiteten für die DEFA-Produktion "Treffen in Travers" (1989) zusammen - ein Film, der Beyer persönlich sehr viel bedeutet habe. Später haben er und Kockisch sogar eine Zeit lang im selben Haus gelebt. In den Jahren vor dessen Tod habe zwar immer mal wieder telefonischer Kontakt bestanden, in Madrid besucht habe er ihn aber nie.

Unter anderem erzählte er auch von Schauspieler Uwe Kockisch (†81), der vergangenes Jahr gestorben ist.
Unter anderem erzählte er auch von Schauspieler Uwe Kockisch (†81), der vergangenes Jahr gestorben ist.  © Georg Wendt/dpa

Hermann Beyer und Michael Kind spielten schon in DEFA-Filmen zusammen

Auch Michael Kind (72) nahm in einem der Talksessel Platz. Die beiden kennen sich schon viele Jahre. (Archivbild)
Auch Michael Kind (72) nahm in einem der Talksessel Platz. Die beiden kennen sich schon viele Jahre. (Archivbild)  © IMAGO / STAR-MEDIA

Auch Schauspiel-Kollege Michael Kind (72), der Beyer im "Riverboat" gegenüber sitzt, kann bestätigen, dass die Begräbnisse im Umfeld sich häufen. Früher habe man sich bei Partys getroffen, "jetzt trifft man sich bei Beerdigungen".

In eben jenem Film "Treffen in Travers" spielte er ebenfalls einst mit, außerdem trafen er und Beyer auch in anderen DEFA-Produktionen und im Theater aufeinander.

Dabei ist dem 82-Jährigen besonders ein Satz des gebürtigen Hallensers im Gedächtnis geblieben. "Ich habe ihn beobachtet, wie er mit den Leuten gesprochen hat. Und da hatte ich das Gefühl, die anderen sagen nichts, sondern er redet immer nur", erzählte Beyer über den zehn Jahre jüngeren Kind.

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Während eines Stücks habe der auf ihn eingeredet und sich dann entschuldigt mit dem Satz: "Alle Quartale mal Redefluss, bin sonst wortkarg", erinnerte er sich schmunzelnd. "Nee, das kann nicht sein", gab sein Gegenüber grinsend zurück.

Wer die beiden zusammen im "Riverboat" sehen will, kann die aktuelle Sendung in der MDR-Mediathek abrufen.

Titelfoto: IMAGO / STAR-MEDIA

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