Mitten in der Show: Jaecki Schwarz telefonierte seelenruhig!

Leipzig - Es war SEIN Abend: Schauspieler Jaecki Schwarz feierte am Freitagabend seinen 75. Geburtstag. Er hatte einen großen Wunsch - und der konnte sogar erfüllt werden. Welcher das war? Das erzählte Schwarz im MDR-Riverboat bei Kim Fisher (51) und Jörg Kachelmann (62).

Mit Törtchen und Kerze: Schauspieler Jaecki Schwarz feierte seinen 75. Geburtstag im MDR-Riverboat.
Mit Törtchen und Kerze: Schauspieler Jaecki Schwarz feierte seinen 75. Geburtstag im MDR-Riverboat.  © Screenshot/MDR-Riverboat

"Früher hat meine Mutter immer gesagt: 'Ich fühle mich gar nicht wie 60'. Da dachte ich immer: 'Was sagt denn die?' Heute kann ich das nachfühlen. Ich fühle mich nicht unbedingt wie 75. Aber auch nicht wie 50, das muss ich zugeben", so der Schauspieler.

"Ich bin gealtert, ein bisschen abgenutzt: Ein bisschen Fuß, ein bisschen Rücken, ein bisschen so und so - da hat man dann doch ein bisschen Nacken und Zwickerlein. Da merkt man dann schon, wie alt man ist. Wenn de nüscht mehr spürst, wenn de morgens aufstehst, biste tot. So."

Und während er sich so mit den beiden Moderatoren unterhielt, klingelte plötzlich mitten in der Sendung sein Handy!

"Ist das Dein Handy, das da eben klingelt? Nimm mal ab, komm!", meinte Kim Fisher spontan.

Tat der Schauspieler dann auch. "Dankeschön! Das ist aber lieb! Die Würschwitzer Olsenbande gratuliert mir aufs Herzlichste zum Geburtstag. Ja, ich danke Dir. Wir sehen uns bald! Liebe Grüße von Kim und Kachelmann, ja! Bis bald!", so das kurze Gespräch. Irgendwie herzallerliebst.

Schwarz hat übrigens kein Smartphone, sondern ein simples Klapphandy. "Das ist aus der Schweiz. Das telefoniert und macht SMS. Mehr brauche ich nicht", meinte er dazu.

Jörg Kachelmann als Geburtstagsgeschenk

Jaecki Schwarz (75) mit seinem langjährigen Polizeiruf-Partner Wolfgang Winkler (†76, r). (Archivbild)
Jaecki Schwarz (75) mit seinem langjährigen Polizeiruf-Partner Wolfgang Winkler (†76, r). (Archivbild)  © Britta Pedersen/dpa

Der Polizeiruf-Star war schon zu DDR-Zeiten gut im Geschäft. Mit rund 120 Rollen war er einer der meist beschäftigten Darsteller bei der DEFA und dem DDR-Fernsehen. Auch wenn er sich manchmal schämte.

"Das war manchmal echt peinlich in den DEFA-Filmen, die den Westen oder Amerika zeigen sollten. Das sah immer so steril aus, man sah immer so Telefone aus dem Osten und nicht von Siemens oder so. Natürlich war es schwer, so ein Westzeugs zu bekommen, es musste ja bezahlt werden mit Valuta", erinnerte er sich.

Einmal brauchte er für einen Dreh eine elektrische Zahnbürste. "Und da dachte ich: 'Ach, die Olga Strupp, eine Schweizer Kollegin von mir am Berliner Ensemble, die hat doch so eine Zahnbürste', und wir waren alle wie die Doofen, weil wir so etwas gar nicht kannten."

"Und da habe ich die gefragt: 'Kannst du mir die mal pumpen?' Das hat sie auch gemacht und dann habe ich mit der elektrischen Zahnbürste ein bisschen Westen gespielt", so Schwarz.

Erfinderisch musste man sein. Später - nach dem Fall der Mauer - schaffte es Jaecki Schwarz auch im wiedervereinigten Deutschland, seine Rollen zu finden und nicht in der Versenkung zu verschwinden. "Ich war vielleicht im Gegensatz zu anderen Kollegen nicht so prätentiös. Ich wusste, die kennen uns nicht. Wir kennen die alle, aber sie uns nicht. Wir hatten ja Westfilme gesehen. Also muss man sich, wenn man den Beruf ausüben will, anbieten und hingehen."

"Ich habe alle Castings auch außerdem immer dazu genutzt, mal jemanden kennenzulernen. Den Regisseur, den Kameramann, den Schauspieler neben mir und so weiter", denkt er rückblickend über diese Zeit.

Mit nun 75 Jahren konnte er sich übrigens einen besonderen Wunsch erfüllen: "Ich wollte schon immer mal von Ihnen interviewt werden", sagte er an Jörg Kachelmann gerichtet. "Das ist mein Geburtstagsgeschenk."

Na dann scheint der Schauspieler zumindest für den Moment wunschlos glücklich zu sein.

Titelfoto: Screenshot/MDR-Riverboat

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