Leipzig - Kurz nach der Wende war Olaf Berger (62) auch in Westdeutschland ein gefragter Musiker. Auf einer der zahlreichen Autofahrten wäre es beinahe zur Tragödie gekommen.
"Es brennt wie Feuer" hieß 1987 das Debütalbum des gebürtigen Dresdners, der in seinem Kumpel und Manager Hartmut "Happy" Proft eine große Unterstützung wusste.
"Er ist für mich durchs Feuer gegangen, war der bissige Hund, den man manchmal braucht, der für einen kämpft", erinnert sich Berger im MDR-Talk "Riverboat" zurück. 22 Jahre verbrachten die Männer Seite an Seite, waren "wie Latsch und Bommel". 2012 erlag "Happy" einem Herzinfarkt, wurde nur 56 Jahre alt.
Weil es nach der Wende nun auch zu Auftritten in den Westen ging, baute "Happy" dem Sänger Matratzen in die Pontiac-Großraumlimousine, damit der grundsätzlich unruhige Schläfer Olaf über Nacht ruhen kann.
"Das war natürlich verkehrswidrig, aber ich habe mir überlegt, legst du dich mit Kopf nach vorne oder hinten bei 160 Klamotten auf der Autobahn", so Berger. "Mir schoss durch den Kopf: Am Ende schläfst du hier ein und wirst nie wieder munter. Drei Minuten später sind wir bei Ronneburg in eine Wildschweinherde gefahren und haben uns mit dem Auto überschlagen."
Sänger und Manager hatten Glück im Unglück, Berger verletzte sich nur am Fuß, stand schon am nächsten Tag wieder auf der Bühne.
Riverboat (MDR): Kim Fisher enttäuscht, dass sie keine Groupie-Geschichten erfährt
Und wie war das damals mit den Groupies, will die neugierige Riverboat-Moderatorin Kim Fisher (56) wissen.
"Ganz wenig ist da mit Frauen abgegangen, wirklich", beteuert der 62-Jährige. "Ich war immer in festen Händen und hatte in meinem Leben gefühlt zwei, drei tolle Frauen - und mit einer bin ich heute noch verheiratet." Fisher ernüchtert: "Ich bin total enttäuscht. Ich hab mir was ganz anderes vorgestellt."
Olaf Berger, der im MDR-Fernsehen die Reihe "Mit Volldampf und Musik" moderiert, war 1990 der erste DDR-Künstler, der von Dieter-Thomas Heck (†80) mit der "Goldenen Stimmgabel" geehrt wurde - eine Auszeichnung für deutschsprachige Interpreten, die bis dato nur westdeutschen Interpreten vorenthalten war.
Die aktuelle Riverboat-Folge seht Ihr auf Abruf in der ARD-Mediathek. Eine neue Ausgabe sendet das MDR-Fernsehen am 20. März wie gewohnt ab 22 Uhr.