"The Body and the Brain": Deshalb will sich DEFA-Legende Gojko Mitic im Riverboat ausziehen

Leipzig - Als "Winnetou des Ostens" ging er einst in die DEFA-Geschichtsbücher ein: Schauspieler Gojko Mitic (82) mimte in zahlreichen Filmen die Rolle des Indianerhäuptlings, war quasi das Gegenstück zum Franzosen und ebenfalls Winnetou-Darsteller Pierre Brice (†86). Die Karl-May-Filme begleiten ihn bis heute, wie er im MDR-"Riverboat" nun eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Gojko Mitic (82, r.) war in zahlreichen Indianer-Filmen zu sehen, auch mit seinem Pendant aus dem Westen, Pierre Brice (†86).
Gojko Mitic (82, r.) war in zahlreichen Indianer-Filmen zu sehen, auch mit seinem Pendant aus dem Westen, Pierre Brice (†86).  © IMAGO / Allstar

Der im früheren Jugoslawien geborene und aufgewachsene Mitic hat sich als Schauspieler mittlerweile zwar weitgehend aus dem Filmgeschäft zurückgezogen, doch so ganz ohne geht es offenbar trotzdem nicht. Denn ab kommenden Donnerstag ist er in einer kleinen Rolle in "Alfons Zitterbacke – Endlich Klassenfahrt!" in den Kinos zu sehen.

Ob er jetzt trotz Rückzugs wieder mehr Filme drehen will, will Moderator Jörg Kachelmann (63) wissen. "Nein. Natürlich, wenn was Gutes kommt, warum soll man es nicht machen", so die DEFA-Legende. Hier ging es aber um einen Kinderfilm, die er immer gern gemacht habe. "Für Kinder muss man es so machen wie für Erwachsene, bloß besser."

Dennoch sind es vor allem die Karl-May-Filme, die ihm etwas bedeuten, weil sie ihn sein Leben lang begleitet haben. "Ich habe eine besondere Beziehung zu Karl May aufgebaut." Erst habe er als Kind die Romane gelesen und sich damit zu den Indianern entführen lassen, später verkörperte er die Rolle selbst. "Der lässt mich nicht los", schmunzelte der 82-Jährige.

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Im wahrsten Sinne des Wortes! Ein Ausschnitt aus dem Film "Chingachgook, die große Schlange" aus dem Jahr 1967 zeigte Mitic in der Blüte seiner Jahre als Mohikaner mit nacktem Oberkörper – ein Anblick, bei dem es vermutlich schon damals so mancher Zuschauerin die Sprache verschlagen hatte.

Kachelmann ungeniert wie eh und je: "Sieht das heute alles noch genauso aus?" Mitic sah sich offenbar in der Bringschuld und wollte schon grinsend sein Hemd aufknöpfen – überlegte es sich dann aber doch anders und winkte ab. Das Gelächter von Gästen und Publikum hatte er damit auf seiner Seite. Mit dieser Reaktion hatte das "Riverboat"-Urgestein wohl nicht gerechnet.

Mitic wurde für seine schauspielerischen Leistungen mit einigen Preisen ausgezeichnet. (Archivbild)
Mitic wurde für seine schauspielerischen Leistungen mit einigen Preisen ausgezeichnet. (Archivbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Gojko Mitic mit Nebenrolle im neuen "Alfons Zitterbacke"-Film

Auch mit 82 Jahren sitzt bei Gojko Mitic der Text noch

Im sächsischen Radebeul unterstützt er die Sanierung des Karl-May-Museums.
Im sächsischen Radebeul unterstützt er die Sanierung des Karl-May-Museums.  © Ove Landgraf

Nur wenige Minuten später schaffte es der Schauspieler, der früher stets all seine Stunts selbst gemacht hat, das ganze Studio sprachlos zu machen. Nicht nur, dass er körperlich noch äußerst fit zu sein scheint, auch einmal gelernte Texte vergisst er offensichtlich nicht so schnell.

"Hat man im Alter Mühe, sich längere Texte zu merken?", fragte Kachelmann. Mitics Antwort fiel deutlich und beeindruckend aus, denn nach kurzem Nachdenken rezitierte er mal eben einen Monolog aus seiner Zeit bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg. Dort stand er von 1992 bis 2006 als Winnetou auf der Bühne.

Den großen Applaus konnte Jörg Kachelmann schließlich nur mit den Worten "The Body and the Brain neben mir" quittieren.

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Wie wichtig Karl May für Gojko Mitic ist, stellt er auch außerhalb der Schauspielerei unter Beweis. Er ist Botschafter der Aktion "Rettet Shatterhand!", die die Sanierung der Villen "Shatterhand" und "Bärenfett" des Karl-May-Museums im sächsischen Radebeul angestoßen hat. "Das ist doch ein Sachsen-Sohn und dem zuliebe muss man versuchen, das zu retten!", so Mitic.

Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / Allstar, Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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