Storchen-Invasion in Deutschland immer krasser: "Kotstrahl geht drei, vier Meter"

Büttelborn/Burgdorf - Einst sanken ihre Bestände bedenklich, mittlerweile vermehren sie sich schier unaufhaltsam: Störche kommen immer häufiger in Deutschland vor und bleiben sogar im Winter bei uns, obwohl sie eigentlich nach Afrika fliegen sollten - mit teils unschönen Folgen, wie eine aktuelle ZDF-Doku zeigt.

Eine Müllhalde im hessischen Büttelborn ist von Störchen überhäuft.  © ZDF/Ralf Früchtl

Mehr als 14.000 Paare zählte der NABU in diesem Jahr. In den 70er- und 80er-Jahren waren es nicht mal 3000. Bernd Petri weiß, warum sich der Storch wieder so richtig wohl in Deutschland fühlt.

"Die Temperaturen, die Kälte, macht den Störchen gar nichts aus. Entscheidend ist die Nahrungsverfügbarkeit", weiß der NABU-Biologe. Problem sei im Winter also nicht das Klima, sondern der gefrorene oder schneebedeckte Boden, der die Nahrungssuche erschwert.

Weil in Mitteleuropa aber viel biologischer Müll auf Deponien lagert, wird dem Storch das Essen quasi auf dem Silbertablett serviert. Doch der Schein trügt. Denn in den Speiseresten lauern Gefahren. Besonders Plastik und Gummibänder, die die Vögel für Regenwürmer halten, führen nicht selten zu einem Magenverschluss und somit zum qualvollen Tod.

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In der Nähe einer Deponie in Büttelborn südlich von Frankfurt verbringen die satt gefutterten Störche die Nacht. Roger Zeltner, Technischer Betriebsleiter eines Autohauses, mag die gefiederten Gäste zwar. "Aber es ist alles vollgeschissen", sagt er, zeigt dabei auf die wehenden und kotverschmierten Fahnen. Bernd Petri erkennt: "Du kannst da keine Autos hinstellen, weil der Kotstrahl drei, vier Meter geht."

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In unseren Essensresten finden sie neben unbedenklichem Fressen auch Plastikteile, die sie verschlucken.  © ZDF/Ralf Früchtl
Storchen-Gutachter Bernd Petri ist stellvertretender Landesvorsitzender des NABU Hessen.  © NABU/Berthold Langenhorst

Störche - Vom Glücksbringer zum Störenfried? (ZDF): "Er fliegt ab und zu mit blutverschmierter Brust herum"

Ein Storch hackt gegen ein Auto, weil er im Lack sein Spiegelbild sieht, das er für einen Konkurrenten hält.  © ZDF/R. Schmidt

Welche negativen Folgen eine Vermehrung des Bestandes haben kann, erleben Bewohner der niedersächsischen Stadt Burgdorf bei Hannover. Dort terrorisiert ein auf "Hans-Werner" getaufter Storch die Bewohner, hämmert mit seinem Schnabel gegen Fenster oder Autos.

"Ich halt' den für gefährlich, nachdem er Autos und Scheiben kaputtmacht", sagt eine Frau. "Niedlich ist der, aber gefährlich halt." Er würde ab und zu auch "mit blutverschmierter Brust" herumfliegen. "Vor Jahren hat er seinen Konkurrenten vom Himmel geholt, der lag tot in der Gosse."

Eine andere Seniorin ist da entspannter: "Der fliegt von Dach zu Dach und freut sich seines Lebens."

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Und auch Familie Moldrickx um Celina, Daniel und Sohn Liam, die gegenüber des Nestes von Hans-Werner und seiner Ilse wohnen, erfreuen sich Tag für Tag des Anblicks.

Der ZDF-Film "Störche - Vom Glücksbringer zum Störenfried?" ist jederzeit abrufbar in der Mediathek.

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