Supermarkt-Killer erschießt Cornelias Sohn Joey (†21): "Einfach abgeknallt!"

Dresden/Hannover - Er wollte einer Frau helfen und bezahlte dies mit seinem Leben: Joey K. (†21) ist von einem Serien-Supermarkträuber kaltblütig erschossen worden. Mehr als ein halbes Jahr später klicken die Handschellen. Aber Joeys Mutter kämpft noch heute mit den Folgen der Hinrichtung.

Joey K. (†21) musste sterben, weil er einer Supermarkt-Kassiererin bei einem Überfall helfen wollte.
Joey K. (†21) musste sterben, weil er einer Supermarkt-Kassiererin bei einem Überfall helfen wollte.  © Screenshot/MDR Mediathek

Die Raubserie beginnt Anfang 2014. Immer in der Nähe der A2 - von Bottrop in NRW bis Burg in Sachsen-Anhalt - werden Supermärkte überfallen.

Heikel wird die Tat in Burg am 12. August. Der zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte Mann betritt den REWE-Markt am Conrad-Tack-Ring an der B1 gegen 21.45 Uhr. Gemütlich schaut er sich um, greift nach einer Tafel Schokolade und legt sie aufs Band.

Als die Angestellte die Kasse öffnet, zückt er seine Waffe und fordert Geld. Weil ihm das offenbar zu lang dauert, schießt er an der Kassiererin vorbei in den Supermarkt. Er flieht mit 1264 Euro. Die Patrone wird später gefunden - inklusive Fingerabdruck des Täters.

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Nach einem Zeugenhinweis folgt eine wochenlange Anwohnerbefragung in Burg-Süd, wohin der Täter mit einem Fahrrad gefahren sein soll. Fast 1000 werden Personen befragt, doch der Gesuchte lebt gar nicht in Sachsen-Anhalt.

Der verhängnisvollste Überfall ereignet sich am 4. Dezember 2014. Er betritt die Niedrig-Preis-Filiale in Hannover-Stöcken und bedroht eine Kassiererin mit seiner Waffe. Joey K. will an jenem Abend Mineralwasser kaufen und beobachtet die Szene. Der Kochlehrling will der Frau helfen und den Täter überwältigen.

Mord an Joey K. (†21): Täter schießt zweimal, schon der erste Treffer ist tödlich

Joeys Mutter Cornelia K. ist seit dem Mord auf Medikamente angewiesen, die ihren Körper als Nebenwirkung aufschwemmen.
Joeys Mutter Cornelia K. ist seit dem Mord auf Medikamente angewiesen, die ihren Körper als Nebenwirkung aufschwemmen.  © Screenshot/MDR Mediathek

Oberstaatsanwalt Thomas Klinge weiß, was damals passiert ist: "Der Kunde hat seine mitgebrachte Tasche geschwungen und offensichtlich versucht, den Täter damit zu treffen."

Dieser schoss sofort aus allernächster Nähe in den Brustbereich und setzte den zweiten am Kopf des 21-Jährigen an. Schon der erste Treffer war für den jungen Mann tödlich.

In dem Markt werden Fingerabdrücke und DNA des Täters gesichert. Handydaten beweisen später, dass er immer zur Tatzeit am jeweiligen Tatort war.

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Ende Juni 2015 nimmt das SEK den Serienräuber an der A4-Raststätte Dresdner Tor fest. Es ist Marek K., der im polnischen Katowice wohnt. Im Auto befindet sich die Tatwaffe, die er mehrfach eingesetzt hatte.

46 Supermärkte in ganz Deutschland soll K. überfallen, dabei einen Menschen ermordet und mehrere andere zum Teil schwer verletzt haben. Seine Beute: insgesamt nur 30.000 Euro. Er wird zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere festgestellt.

Mutter von Mordopfer Joey K: "Ich hab stundenlang gekreischt wie eine Irre!"

Am Morgen nach dem Mord an ihrem Sohn wurde seiner Mutter Cornelia K. die schreckliche Nachricht überbracht. "Ich hab stundenlang gekreischt wie eine Irre, ich hab mich gar nicht eingekriegt", sagt sie heute, sechseinhalb Jahre nach der Tat.

Auch sie weiß, wie kaltblütig der Täter vorging: "Er hat ihn genommen, auf den Boden geschmissen und einfach abgeknallt!"

Noch heute kämpft die Mutter mit gesundheitlichen Problemen. "Es gibt Momente, da rutsche ich in so eine Verzweiflung, da hab ich dann ganz schön zu kämpfen." Sie ist auf Medikamente angewiesen, die vor Depressionen schützen sollen, die ihren Körper aber regelrecht aufschwemmen.

Der Fall wird am heutigen Mittwoch ab 21.15 Uhr bei "Kripo live - Tätern auf der Spur" im MDR-Fernsehen ausgestrahlt. Schon jetzt seht Ihr ihn in der Mediathek.

Titelfoto: Bildmontage: Screenshot/MDR Mediathek

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