Tröt! Tagesschau startet auf Mastodon: Das ist der Grund

Hamburg - Die "Tagesschau" startet jetzt testweise auf dem von Jan Böhmermann (42) beworbenen Mikroblogging-Dienst Mastodon durch und versucht sich nun neben dem altbekannten "Tweeten" auch im "Tröten".

Kai Gniffke, Vorsitzender ARD, dazu: "Der Start der Tagesschau auf Mastodon ist ein vielversprechender Ansatz, das Internet und Social Media noch einmal anders zu denken."
Kai Gniffke, Vorsitzender ARD, dazu: "Der Start der Tagesschau auf Mastodon ist ein vielversprechender Ansatz, das Internet und Social Media noch einmal anders zu denken."  © Davide Bonaldo/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

Der Satiriker erprobt schon seit dem 3. Mai 2022 die Twitter-Alternative Mastodon und bewarb die Plattform lautstark, als Elon Musk (51) den Chefposten des Kurznachrichtendienst "Twitter" übernahm. Das war im Oktober 2022. Seither wurden Mitarbeiter entlassen, Accounts gesperrt und blaue Haken, die Personen und Unternehmen als verifiziert auszeichneten, verkauft.

Jetzt versucht sich laut Mitteilung des NDR auch die Social-Media-Redaktion der Tagesschau an der Kurznachrichten-Dienst-Alternative und will mit der Instanz "tagesschau@ard.social" Erfahrungen mit neuen nutzerbetriebenen Plattformen sammeln.

"Das Experiment soll Erkenntnisse liefern, die auch in den Betrieb eigener ARD-weiter Digitalplattformen einfließen", so die Mitteilung.

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Kai Gniffke (62), Vorsitzender in der ARD, dazu: "Der Start der Tagesschau auf Mastodon ist ein vielversprechender Ansatz, das Internet und Social Media noch einmal anders zu denken - stärker auf die Nutzerinnen und Nutzer fokussiert und weniger abhängig von amerikanischen oder chinesischen Tech-Konzernen."

Das biete die Möglichkeit, neue öffentlich-rechtliche Standards auf Social Media zu setzen. "Etwa in puncto Teilhabe des Publikums, Unabhängigkeit und faktenbasierter, hassfreier Kommunikation."

Die Tagesschau trötet jetzt auf Mastodon

Sechs Monate trötet die Tagesschau versuchsweise auf Mastodon.
Sechs Monate trötet die Tagesschau versuchsweise auf Mastodon.  © Marius Becker/dpa

Anders als andere Plattformen sei Mastodon nicht im Besitz eines kommerziellen Anbieters, sondern funktioniere über einzelne dezentral aufgebaute Instanzen, heißt es in der Mitteilung weiter.

"In jeder dieser Instanzen bestimmen die User die Regeln mit. Entscheidungen - etwa über die Umgangsformen - liegen also auf den Schultern vieler und werden nicht von nur einem Konzern bestimmt."

Mit ard.social habe der Norddeutsche Rundfunk eine solche Mastodon-Instanz aufgebaut, auf dem alle Marken und Redaktionen der ARD aktiv werden können. Neben der Tagesschau werde von Anfang an auch der NDR mit einem eigenen Auftritt dabei sein.

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Zum Start der sechsmonatigen Testphase setze die Social-Media-Redaktion der Tagesschau mit ihrem Mastodon-Account tagesschau@ard.social auf die Ausspielung starker tagesschau.de-Inhalte.

"Am Ende der Testphase werden die gesammelten Erkenntnisse ausgewertet und darüber entschieden, ob und wie der Account weiter genutzt wird."

Titelfoto: Davide Bonaldo/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

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