"Statt Marlene Lufen begrüßen wir"... andere! Maischberger-Talk lief - ohne großen Mehrwert

Von Björn Strauss

Berlin - Stell Dir vor, am Nachmittag geht eine Pressemitteilung raus, in der steht: "Zusätzliche Gäste" im Anmarsch! Und stell Dir vor, kurz danach twittert jener Sender ganz andere Namen ins Social-Media-Rund. Gibt's nicht? Doch - bei "Maischberger"!

Sandra Maischberger (54) lädt gern Comedians ein - diesmal nicht. Bisher saßen bspw. die Comedians Michael Mittermeier, Gayle Tufts oder Dieter Hallervorden und Florian Schroeder sowie Ingo Appelt im Studio - warum auch immer.
Sandra Maischberger (54) lädt gern Comedians ein - diesmal nicht. Bisher saßen bspw. die Comedians Michael Mittermeier, Gayle Tufts oder Dieter Hallervorden und Florian Schroeder sowie Ingo Appelt im Studio - warum auch immer.  © WDR/DasErste.de/Markus Tedeskino

Ohne Begründung der plötzlichen Gast-Umbesetzung begann 23.10 Uhr der Wochen-"Durchblick" in der ARD. (TAG24 berichtete "Statt Comedians diesmal Marlene Lufen bei Maischberger!")

Das ist deshalb schade, weil sich die beliebte SAT.1-Moderatorin Marlene Lufen jüngst zur aktuellen Corona-Lage geäußert hatte. Darauf hätten sich sicherlich viele - auch mal Jüngere - gefreut. Vielleicht erfahren wir den Grund noch (eine Anfrage bei Marlene Lufen ist bisher unbeantwortet geblieben).

Der späte Beginn tat der Sendung definitiv gut, denn so haben nicht allzu viele Zuschauer das sich stetig wiederholende Themenkarussell sehen müssen.

Das Gästebuch: Lufen raus, eine Investigativreporterin rein!

Hätte eine Bereicherung sein können und sollen: In einem 14-minütigen Video machte sich Marlene Lufen (50) Luft - aber nicht bei "Maischberger".
Hätte eine Bereicherung sein können und sollen: In einem 14-minütigen Video machte sich Marlene Lufen (50) Luft - aber nicht bei "Maischberger".  © Instagram/Marlene Lufen

Angenehm war, dass dieses Mal KEIN einziger Comedian geladen wurde. Warum diese Zunft immer wieder zu hochpolitischen Themen im Halbrund sitzen muss, weiß wohl selbst Sandra Maischberger (54) nicht ...

Gut, stattdessen durfte NDR-Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt (64) das Anfangsstatement vom Themen-Stapel lassen.

Auch ihm fiel auf: "Sphinx" und Genosse Karl Lauterbach (57, SPD) ist NICHT anwesend ("Er hatte bisher immer recht gehabt"). Das ist in der Tat selten in öffentlich-rechtlichen Talk-Runden. Hut ab vor so viel Chuzpe, dass man ohne Lauterbach eine Sendung durchhält.

Moderator Meyer-Burckhardt fiel des Weiteren auf, dass viele Politiker "keine Kinder" haben ("Ich mache ihnen das nicht zum Vorwurf!", Danke! "Kinder first" ist derweil sein Credo) - ABER!

Aber manchem fehle eben EINE Erfahrung, "die nun mal ein Vater und eine Mutter hat". Wenn man ehrlich ist, fehlte wohl auch ein Hunde- oder Vogel-Besitzer. Die haben schließlich auch Erfahrung in die eine oder andere Richtung.

Haare schön - alles schön?

Boris Palmer (48, Grüne) war als Gast dabei.
Boris Palmer (48, Grüne) war als Gast dabei.  © Tom Weller/dpa

Hauptgesprächsstoff: Friseur*innen! Die aktuellen Beschlüsse vom gestrigen Corona-Gipfel sagen, dass die Frisur ab dem 1. März wieder sitzt! (Lauterbach kann sich nicht äußern, er ist noch immer nicht da... Er twittert derweil von zu Haus' aus.)

Inzwischen ist eine "Welt"-Investigativreporterin (Anette Dowideit) erschüttert ob der neuen Regelungen. Aber Friseure seien gut "für die soziale und Hygienefunktion", besonders für alte Damen.

Für Meyer-Burckhardt ist "Friseur und Theater gut"! Und dann DOCH: Lauterbach wird per MAZ-Aufzeichnung mit einem alten Zitat gezeigt: "Wir müssen durchhalten" - da hat er mal wieder recht ...

Ich, als Online-Redakteur und Zuschauer, halte nicht durch. Der Talk hat eines gezeigt: Einen "Wochen-Durchblick" hatten die Teilnehmenden offenbar nicht, oder sie haben diesen auf die Schnelle nicht rüberbringen können.

Ich hätte mich über Marlene Lufen ("Dieser Lockdown ist das Falscheste") gefreut oder über Katarina Witt (55), der jüngst "das Lachen verging und die wütend wurde". Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (45, CDU) übrigens würde sich über ein Treffen mit ihr freuen (TAG24 berichtete).

Als auch nach Boris Palmers (48, Grüne) Worten noch keine neuen Thesen über den Äther gehen, bleibt mir nur eins: Ausschalten!

Du hast die Sendung verpasst? Kein Problem: In der ARD-Mediathek ist sie zu sehen.

Titelfoto: WDR/DasErste.de/Markus Tedeskino/Instagram/Marlene Lufen

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