Frankfurt - Dieser Fall lodert lange nach. Im "Tatort: Fackel", der am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten läuft, geraten Maryam Azadi (Melika Foroutan, 50) und Hamza Kulina (Edin Hasanović, 33) in einen Fall, der Jahre nach einem verheerenden Hochhausbrand mit 13 Toten noch immer nicht abgeschlossen ist.
Bei einer Mahnwache trifft Hamza seine Ex-Freundin Almila Adak (Seyneb Saleh, 38) wieder. Sie verlor damals ihre Mutter und kämpft seither um Aufklärung.
Das Hochhaus mit Sozialwohnungen ging binnen Minuten in Flammen auf – womöglich, weil billiges Dämmmaterial verbaut wurde, das dort nie hätte sein dürfen.
Ein Untersuchungsausschuss soll Verantwortliche benennen, droht aber ergebnislos zu enden. Almila bittet Hamza um Hilfe. Zusammen mit Maryam schaut er sich die alten Akten an und stößt auf den Tod eines Materialprüfers, der den Fall in eine neue Richtung schiebt.
Die Spur führt zu einem Baustoffkonzern, dessen Chef Steffen Böttcher (Stephan Luca, 51) beste Kontakte in Politik und Justiz hat.
Je tiefer Azadi und Kulina graben, desto deutlicher wird: Hier geht es nicht nur um einen Brand, sondern um Vertuschung, Macht und die Frage, wie billig Menschenleben sein können.
Lohnt sich das Einschalten beim Frankfurter "Tatort"?
Ja, unbedingt. "Fackel" ist ein Tatort, der aus den richtigen Gründen wütend macht. Der Film ist kein gemütlicher Sonntagskrimi, sondern ein aufgeladener Politthriller mit echtem Druck. Der Fall erinnert an die Grenfell-Tower-Katastrophe in London 2017, ohne sie einfach nachzuerzählen.
Genau das macht die Folge so beklemmend: Diese Angst, in einem Hochhaus eingeschlossen zu sein, während sich das Feuer durchs Gebäude frisst, ist da.
Edin Hasanović spielt Hamza Kulina stark, verletzlich und zugleich zornig. Dadurch wirkt vieles real. Seyneb Saleh ist die treibende Kraft des Films. Sie spielt Almila forsch, fordernd und voller Schmerz, aber so gut, dass man ihre Wut nicht nur versteht, sondern fast selbst spürt.
Melika Foroutan gibt als Maryam Azadi den ruhigen, klugen Gegenpol und hält den Film perfekt in Balance. Auch Stephan Luca funktioniert als aalglatter Konzernchef hervorragend.
Besonders stark ist, dass "Fackel" nicht nur nach Schuld fragt, sondern nach Gerechtigkeit. Oder genauer: danach, wer sie sich leisten kann. Das verleiht dem Fall Schärfe. Dieser Tatort beginnt feurig und endet genauso. Er schockiert, macht fassungslos und bleibt hängen.
Ein packender Frankfurt-Krimi mit Haltung!