Hamburg/Bremen - Ein Mord im Studenten-Milieu muss aufgeklärt werden. Und das auf einem schmalen Grat zwischen Zivilcourage und kollektiver Schuld. Die Ermittlerinnen Liv Moormann (Jasna Fritzi Bauer, 36) und Linda Selb (Luise Wolfram, 37) haben im neuen Bremer "Tatort: Wenn man nur einen retten könnte" wieder alle Hände voll zu tun. Im Gespräch mit TAG24 berichtet Jasna Fritzi Bauer von den Dreharbeiten und teilt persönliche Eindrücke.
TAG24: Eigentlich ermitteln in Bremen Liv und Linda. Letztere wird zu Beginn des Films verletzt. An Livs Seite rückt daraufhin KDD-Kollege Patrice Schipper (Tijan Njie, 34), der sie bei den Ermittlungen unterstützt. Hat dich die neue Teamkonstellation in deiner Vorbereitung auf den Dreh beeinflusst?
Jasna Fritzi Bauer: Nee, ich glaube nicht. Da wurde mir einfach nur ein neuer Kollege an die Seite gestellt. Natürlich ist es was ganz anderes und ich glaube, wir mussten die Sachen besprechen und schauen, was das Ganze sein soll. (…) Meistens hat man gar nicht die Zeit, alles gemeinsam vor der Kamera überhaupt auszuprobieren. Aber das hat alles super geklappt. Tijan und ich, wir verstehen uns gut, wir kannten uns vorher auch schon. Also wir haben noch nie zusammen gedreht, aber wir kannten uns von Veranstaltungen und haben gemeinsame Freunde. Und deshalb war das relativ easy. Er ist sehr umgänglich.
TAG24: Liv ist als Ermittlerin sehr tough. Gibt es Eigenschaften von ihr, die du selbst gerne hättest?
Bauer: Ich glaube, ich wäre gerne nicht so hart wie Liv die ganze Zeit - also in echt. Das ist mir, glaube ich zu anstrengend. Ich glaube aber, als Figur und als Ermittlerin ist das eine gute Charaktereigenschaft für sie. Und es macht ja auch Spaß, irgendwie Sachen zu spielen, wie man sonst eigentlich gar nicht ist. Deshalb würde ich mir gar nicht so gerne so viel von der Figur aneignen wollen.
TAG24: Viele Figuren im Film hüten Geheimnisse. Kannst du gut Geheimnisse für dich behalten?
Bauer: Ich hoffe. Meistens schon. Also ich finde das doof, wenn jemand einem was anvertraut. Dann sollte man auch tunlichst versuchen, das bei sich zu lassen. Ja, ich bin der King of the Secrets.
Jasna Fritzi Bauer: "Man will im besten Fall Vielfalt in seinen Rollen haben"
TAG24: Anni, die Verstorbene im Film, wohnt in einer WG. Gibt es Dinge im Zusammenleben mit anderen Personen, die dich so richtig auf die Palme bringen?
Bauer: Ich wohne immer noch in einer WG. Also ich finde, es müssen ein paar grundlegende Sachen miteinander stimmen. Es muss sauber sein, die Leute müssen aufräumen. Und was ich jetzt nicht so mag, sind diese reinen Zweck-WGs. (…) Also ich mag das schon, wenn es ein bisschen gesellig ist, wenn man auch mal Sachen gemeinsam macht, zusammen isst. Aber wirklich Grundvoraussetzung ist, dass man denselben Grat an Sauberkeit hat.
TAG24: Wirst du auf der Straße oft erkannt und wenn ja, wie oft wirst du mit "Kommissarin" oder "Liv" angesprochen?
Bauer: Nee, also mit meinem Kommissarin-Namen werde ich glücklicherweise nie angesprochen. Es passiert aber auch nicht regelmäßig, dass ich angesprochen werde. Man merkt schon, dass die Leute mal gucken oder so. Manche sprechen einen auch an, aber es passiert jetzt nicht jeden Tag. Also zum Glück. (…) Manchmal sind die Leute halt so ein bisschen direkt, aber meistens sind die sehr zuvorkommend, freundlich und höflich und fragen.
TAG24: Du bist seit 2021 Bremer "Tatort"-Kommissarin. Gibt es eine andere Rolle, die du noch unbedingt einmal spielen möchtest?
Bauer: Ach, ich würde schon gerne auch wieder andere Sachen machen, gerne mal wieder einen Kinofilm oder eine schöne Serie drehen. Wenn es nur "Tatort" ist, könnte es auch irgendwann einseitig werden - man will ja im besten Fall Vielfalt in seinen Rollen haben und unterschiedliche Projekte machen. Auch wenn ich sehr gerne "Tatort"-Kommissarin bin - das eine schließt das andere ja nicht aus.
Der Bremer "Tatort: Wenn man nur einen retten könnte" ist am Sonntag, dem 25. Januar um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen und in der ARD Mediathek abrufbar.