Letzter "Tatort"-Fall für Susanne Bonard: Würdiger Abschied für Corinna Harfouch?
Berlin - Auf ihrer üblichen Laufrunde entdeckt eine Hundebesitzerin auf einer Industriebrache am Rande Berlins einen toten Obdachlosen mit Bissspuren. Sie warnte die Polizei bereits vor einer Wölfin. Nun scheint das Tier tatsächlich getötet zu haben - oder etwa doch nicht?
Im "Tatort: Gefahrengebiet", der am Sonntag, um 20.15 Uhr, im Ersten läuft, muss Susanne Bonard (Corinna Harfouch, 71) gemeinsam mit ihrem Partner Robert Karow (Mark Waschke, 53) ein letztes Mal einen rätselhaften Mordfall lösen.
Als das Ermittler-Duo den Wanderer Noah Farrell (Nils Kahnwald, 42) über die freilaufende Wölfin informiert, bricht dieser sofort sein Survival-Training bei der Wildnislehrerin Prof. Dara Kimmerer (Anne Ratte-Polle, 51) ab.
Fasziniert von ihren Fähigkeiten, entschließt sich Bonard wenige Tage vor ihrem Dienstende, sich der Überlebenstrainerin anzuschließen - ganz zum Unverständnis ihres Partners.
Der versucht fortan, allein die Hintergründe zu dem getöteten Obdachlosen herauszufinden. Neue Erkenntnisse der Obduktion führen Karow zurück zum Wanderer Noah, der Teil einer Stiftung ist, die sich auf das Ende der Welt vorbereitet.
Doch auch Susanne Bonard kann den Toten während ihres Survival-Trainings nicht vergessen. Der Kälte und Dunkelheit ausgeliefert, dämmert ihr langsam, was sich tatsächlich am Teufelsberg zugetragen hat.
Lohnt sich das Einschalten?
Na ja, wer sich für Survival-Dokus interessiert, der sollte definitiv einschalten, ansonsten fehlt es dem Krimi vor allem zu Beginn an Spannung. Besonders auffällig: Der Fokus wird bereits auf Ermittler Robert Karow gelenkt, der in Zukunft vorerst ohne eine Kollegin auskommen muss.
Der Zuschauer bekommt im "Tatort: Gefahrengebiet" intensive Einblicke in das persönliche Leben des Ermittlers. "Kommissar Robert Karow, gespielt von Mark Waschke, 'surft' in diesem Film in außergewöhnlich privaten Momenten – und umso härter am Wind des Lebens", schwärmte Produzent Jens C. Susa (56) gegenüber dem RBB.
Fraglich ist jedoch, ob es ein würdiger Abschied für Schauspielerin Corinna Harfouch ist, die das Berliner Revier nach sechs "Tatort"-Folgen verlässt. Ihr Augenmerk liegt während ihrer Survival-Tour mehr auf Selbstfindung und Krisenbewältigung als auf der Lösung des Falls.
Dennoch: Als atmosphärischer, nachdenklicher Abschied funktioniert der "Tatort: Gefahrengebiet" allemal. Es ist zwar weniger der klassische Krimi, dafür ein vielschichtiges Abschiedsstück, das zeigt, dass sich jeder anders auf das Ende vorbereitet.
Titelfoto: rbb Presse & Information

