Wer heute einen klassischen "Tatort" erwartet, wird enttäuscht

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Wien (Österreich) - Der "Sonnenhof" ist ihre letzte Chance: In der Wohngruppe sollen Jugendliche, die eine schwere Vergangenheit hatten oder straffällig wurden, einen Weg ins eigenständige Leben finden, sonst landen sie auf der Straße. Doch genau in diesem eigentlich geschützten Umfeld geschieht ein Mord. Der "Tatort: Gegen die Zeit" feiert am Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten seine Premiere.

Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 65, v.l.) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser, 67) ermitteln in einer Jugendwohngruppe.
Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 65, v.l.) und Bibi Fellner (Adele Neuhauser, 67) ermitteln in einer Jugendwohngruppe.  © ORF/Petro Domenigg

Der Leiter der Einrichtung, David Walcher (Roland Silbernagl, 55), wird in der Nacht auf einer Straße erschlagen. Bibi Fellner (Adele Neuhauser, 67) und Moritz Eisner (Harald Krassnitzer, 65) hören sich unter den Bewohnern und Mitarbeitern der Jugendhilfe-WG um.

Dabei gerät der 16-jährige Cihan (Alperen Köse, 17) unter Mordverdacht, der seit der Tat verschwunden ist.

Als Täter kommt allerdings auch der militante Nachbar Roman Blumenschein (Jürgen Siller, 44) infrage, der sich in seinem Haus regelrecht verschanzt. Er bedrohte die Wohngruppe bereits mit einem Gewehr.

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Bei ihren Ermittlungen decken Eisner und Fellner nach und nach Konflikte auf. Sie müssen mit viel Feingefühl handeln, weil sonst eine Eskalation droht.

Lohnt sich beim Wiener "Tatort" das Einschalten?

David Walcher (Roland Silbernagl, 55) war der Leiter einer Jugendwohngruppe.
David Walcher (Roland Silbernagl, 55) war der Leiter einer Jugendwohngruppe.  © ORF/Petro Domenigg

Ja, aber man muss sich auf einen eher ruhigen "Tatort" einstellen. Für manch einen mag der Film stellenweise langweilig sein, weil sich die Kommissare so viel Zeit für die Gespräche nehmen und viel Einfühlungsvermögen beweisen. Dennoch lohnt es sich, dranzubleiben.

Besonders an diesem Krimi ist, dass die Ermittler bei ihren Befragungen in die Szenen eintauchen. So sieht der Zuschauer direkt, was sich zugetragen haben soll.

"Er springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und bricht so das klassische lineare Erzählmuster auf", erklärt Autorin und Regisseurin Katharina Mückstein (44) dem ORF. Ihr habe es gefallen, "zu erzählen, wie die Einzelnen die Stunden davor subjektiv wahrgenommen haben".

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"Gegen die Zeit" ist der vorletzte Fall des Duos Fellner und Eisner. Das hat auch die Regisseurin bei ihrer Arbeit berücksichtigt: "Zum Ende ihrer Tatort-Karriere wollte ich zeigen, dass die Empathie eine große Kraft ist, mit der die Kommissare in das Erlebte ihrer Mitmenschen eintauchen können."

Harald Krassnitzer schlägt den Bogen zum bevorstehenden Abschieds-"Tatort" (Ausstrahlung voraussichtlich Ende 2026) und erhöht die Spannung: "Der Schluss ist wie eine Schanze zu unserem letzten Auftritt."

Titelfoto: ORF/Petro Domenigg

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