"Total geschockt": 55-Jährige verliert durch falsche Online-Banking-Seite 100.000 Euro!

Halle (Saale) - Mal eben schnell eine Online-Überweisung machen? Das kann einen in der heutigen Zeit leider teuer zu stehen kommen. Eine Frau (55) aus Sachsen-Anhalt hat durch einen Banking-Betrug 100.000 Euro verloren - und nur durch eine glückliche Fügung zurückbekommen. Wie man auf diese miese Masche hereinfallen kann? Bei "Kripo Live" erzählte das Opfer die ganze Geschichte.

"Kripo live"-Moderator Gerald Meyer (58). In der Fahndungs-Sendung wurde ein Internet-Betrugsfall behandelt.
"Kripo live"-Moderator Gerald Meyer (58). In der Fahndungs-Sendung wurde ein Internet-Betrugsfall behandelt.  © MDR/Andreas Lander

Es ist der 1. Juli, ein Freitagabend, als eine 55-Jährige aus dem Raum Halle ihr Smartphone zückt und sich damit beim Online-Banking einloggen will.

Sie sucht die Website und klickt auf den ersten Link - scheinbar öffnet sich daraufhin die gewohnte Homepage, doch: "Ich habe meine Zugangsdaten eingegeben und kam nicht in mein Konto rein. Das war komisch. Deshalb habe ich abgebrochen und wollte es am nächsten Morgen wieder probieren", erinnert sich die Frau in der aktuellen Folge der MDR-Sendung.

Michael Ripke von der Polizei Halle weiß: "Das Besondere bei dieser Masche ist, dass die Täter eine Online-Banking-Seite von einem Kreditinstitut täuschend ähnlich fälschen. Dann wird diese gefälschte Seite gezielt auf einer Internet-Suchmaschine platziert, sodass, wenn man dort den Namen eingibt, man gewillt ist, diesen ersten Treffer zu wählen."

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Dann erhält die 55-Jährige einen Anruf von einer vermeintlichen Bankmitarbeiterin - es gebe Sicherheitsprobleme. Was die Angerufene nicht weiß: Die Gauner konnten ihre Login-Daten sehen und sich damit auf der richtigen Internetseite anmelden. Das Einzige, was ihnen jetzt noch fehlt, ist die TAN-Nummer. Und genau die wollen sie unter dem Vorwand nun von ihrem Opfer haben.

Laut Polizeihauptkommissar Ripke schlagen die Täter häufig am Wochenende zu, wenn Banken geschlossen haben und machen so Druck.

Fall nimmt überraschende Wendung

Kriminelle nutzen das Internet, um große Geldsummen zu erbeuten. (Symbolbild)
Kriminelle nutzen das Internet, um große Geldsummen zu erbeuten. (Symbolbild)  © Ole Spata/dpa

"Die Kundenberaterin hat alles gewusst, sogar meine letzten Umsätze. Da dachte ich, wenn die eh alles weiß, kannst du das auch machen", erklärt die Betroffene. Und so geschieht das Unglück: Sie gibt zwei TANs weiter. Nach einem weiteren Telefonat macht sie die bittere Entdeckung: "Da habe ich gesehen, das knapp 100.000 Euro von meinem Konto überweisen worden sind. Ich war total geschockt."

Kaum zu glauben: Das Geld landet auf dem Konto einer 49-Jährigen, die ebenfalls in Sachsen-Anhalt lebt und ebenfalls auf die Fake-Website hereingefallen ist.

"Die Täter haben das Ziel, das Geld auf verschiedene Wege möglichst schnell weiter zu transferieren, um den Weg des Geldes zu verschleiern. Das heißt, sie führen sehr viele Echtzeitüberweisungen durch auf verschiedene Konten - bis es dann letztlich irgendwann bei ausländischen Finanzdienstleistern landet und dann für uns eine Nachverfolgung nicht mehr möglich macht", erklärt Ripke.

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Glücklicherweise geht die 49-Jährige nicht auf die Forderungen der Anrufer ein, sondern alarmiert nach der Feststellung der hohen Summe die Beamten. Der Polizist fasst zusammen: "Bei dieser Tat war es ein absoluter Einzelfall und ein glücklicher Umstand für die Geschädigte. Die Dame hat sehr richtig reagiert und hat die Push-TAN nicht herausgegeben. Damit war das Geld gestoppt und konnte in dem Moment eingefroren werden und wir konnten eine Rückabwicklung in Gang setzen."

Zwar gibt es in diesem Fall ein Happy End, dennoch macht das Vorgehen der Kriminellen klar, wie wichtig Aufmerksamkeit im Netz ist und warnt davor, TANs und andere Daten herauszugeben.

Übrigens: Mit einem Kaffeetrinken konnte sich das Opfer bei der Retterin bedanken.

Titelfoto: MDR/Andreas Lander

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