Von Marco Krefting
Stuttgart/Speyer - Mit Unterschriften von 32.667 Menschen wollen Fans der Fernsehsendung "Eisenbahn-Romantik" beim Südwestrundfunk (SWR) für deren Erhalt kämpfen.
Die gesammelten Stimmen der Unterstützerinnen und Unterstützer einer Petition werden jetzt dem SWR-Intendanten Kai Gniffke geschickt, wie die Initiatoren um Ulrich Klumpp aus Speyer mitteilten. "Auf insgesamt 675 DIN-A4 Seiten wird sichtbar, wie groß die Zahl der Zuschauer ist, deren Anliegen bislang unbeachtet geblieben sind."
Aussicht auf Erfolg hat das Unterfangen jedoch nicht: Der Sender bekräftigte, dass aus Kostengründen keine weiteren Neuproduktionen geplant seien.
Die Petition war eine Reaktion auf die Ankündigung des SWR, Neuproduktionen der Reihe nach mehr als 30 Jahren zu beenden.
Die Marke "Eisenbahn-Romantik" bleibe aber erhalten, heißt es auf der Internetseite des Senders: "So gibt es mehr als 1000 online verfügbare Folgen der Eisenbahn-Romantik in der ARD Mediathek, die weiterhin auf dem angestammten Sendeplatz im SWR wiederholt werden."
Auch sollen in diesem Jahr erst 2025 produzierte Ausgaben über Züge etwa in Japan, Mexiko und Spanien zu sehen sein.
Der "würdige Abschied für ein sehr geschätztes Format"
Die Kritiker dieser Entscheidung monieren aber unter anderem auch, dass der YouTube-Kanal "Eisenbahn-Romantik" eingestellt wurde. "Zahlreiche historisch wertvolle Filme sind dadurch nicht mehr öffentlich zugänglich", heißt es in der Mitteilung. Der Verweis auf Mediathek und andere Kanäle greife aus Sicht vieler Zuschauer zu kurz, da dort nur ein Bruchteil der Filme verfügbar sei.
Eine SWR-Sprecherin begründete die Einstellung zum 1. März damit, dass der Kanal aus den genannten Kostengründen nicht mehr mit Neuproduktionen bestückt werden könne. "Die rund 100 bestgesehenen Videos werden künftig auf dem SWR YouTube-Kanal zu finden sein." Zudem seien mehr als 1000 Folgen in der ARD-Mediathek zu sehen.
Auch verwiesen die Kritiker darauf, dass der SWR in der Nacht von Ostersonntag auf -montag eine "Lange Nacht der Eisenbahn-Romantik" gesendet hatte. "Für viele Zuschauer ein deutliches Zeichen, dass der Sender selbst sein ungeliebtes Format dann doch immer noch gerne ausstrahlt und Totgesagte offensichtlich länger leben", hieß es.
Der SWR hingegen bezeichnete die "Lange Nacht" als "würdige(n) Abschied für ein sehr geschätztes Format". Die Einschaltquote für die sieben gesendeten Folgen habe bei durchschnittlich 2,3 Prozent im Südwest-Sendegebiet gelegen.