"Das dunkle Vermächtnis": Berühmte Entdeckung kostet Menschenleben

Von Sabrina Gorges

Nebra - Arko Haumann (gespielt von Walter Plathe, 75) hat vor Jahren einen echten Coup gelandet: Er und sein Freund Paul Wenrich (Elmar Gutmann, 74) haben im Wald eine runde Bronzeplatte mit Sonne, Mond und 32 Sternen gefunden. Jetzt liegt der Zeit seines Lebens von dem Fund besessene, inzwischen betagte Hobbyschatzsucher mit zwölf Messerstichen tot im Wald. Das Erste zeigt den Thriller "Das dunkle Vermächtnis" am Samstag (14. März) um 20.15 Uhr.

Der Entdecker der Himmelsscheibe von Nebra liegt erstochen im Wald. Peter Ritter (gespielt von Torben Liebrecht, 48) ermittelt.  © ARD Degeto Film/ARD Degeto Film/MadeFor Film GmbH/Hans-Joachim Pfeiffer

"Sieht nach Übertötung aus", wagt Kommissar Peter Ritter (Torben Liebrecht, 48) am Tatort eine erste Einschätzung. So was, meint ein junger Polizeikollege verdutzt, passiere doch hier nicht.

Kurze nach dem Fund der Leiche wird der alte Wenrich festgenommen. Er hat seinem früheren Schatzsucherkumpel am Telefon mit dem Tode gedroht. Einmal unzertrennlich, hat die Entdeckung jener Bronzeplatte, die als Himmelsscheibe von Nebra Weltruhm erlangte, die Männer entzweit und zu verbissenen Feinden gemacht.

Für Kim Wenrich (Felicitas Woll, 46), Tochter des Hauptverdächtigen, beginnt eine düstere Reise in ihre Vergangenheit. Sie lüftet Geheimnisse, will ihren Vater entlasten. Doch es bleibt nicht bei einem Mord.

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Das Drehbuch aus der Feder von Thomas Sieben (49, "Distanz") umspinnt die wahre Begebenheit des Fundes der mehr als 3600 Jahre alten Himmelsscheibe von Nebra mit allerhand Übernatürlichem, Unerklärlichem und Rätselhaftem.

Sieben belegt in seinem Skript die wohl weltweit älteste Darstellung konkreter Himmelsphänomene mit einem Fluch, der das Leben vieler Menschen mit Unheil und einem dunklen Schicksal überschattet hat. 

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Im Fokus steht auch die Tochter des Hauptverdächtigen. Kim Wenrich wird von Felicitas Woll (46) dargestellt.  © ARD Degeto/MADEFOR Film/Hans-Joachim Pfeiffer

Film wurde am tatsächlichen Fundort gedreht

Die mehr als 3600 Jahre alte "Himmelsscheibe von Nebra" kann im Landesmuseum Halle bestaunt werden.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Das dunkle Vermächtnis" ist ein Mysterythriller mit dem erwartbaren flexiblen Verhältnis von Fakten und Fantasie. Der Zuschauer wird permanent mit Flashbacks von Kim Wenrich konfrontiert, die immer wieder in merkwürdigen Traumwelten aus ihrer Kindheit und Albträumen gefangen ist.

Schnell ist klar, dass die junge Fotografin nicht nur Zeugin oder Ritters "Mitermittlerin" ist - im plötzlichen, unwillkürlichen Wiedererleben des Scheibenfundes in einer engen Waldhöhle liegt der Schlüssel zur Aufklärung zweier Morde. Und in Kim selbst. 

Der von Regisseurin Ziska Riemann (52, Tatort "Wenn man nur einen retten könnte") in Szene gesetzte Krimi ist hölzern konstruiert bis gewagt koloriert. Spannung kommt kaum auf, die Ermittlungen bleiben blass und der Zuschauer ist dem smarten Kommissar immer einen Schritt voraus.

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Gedreht wurde 2024 in und um Berlin und im sachsen-anhaltischen Nebra. Nahe dieser Kleinstadt im Unstruttal fanden zwei Raubgräber 1999 die Himmelsscheibe - einer der bedeutendsten archäologischen Funde Deutschlands.

2002 wurde die Himmelsscheibe in der Schweiz sichergestellt. Zwei Hehler hatten den Schatz von den Raubgräbern erworben und wurden bei einer fingierten Verkaufsaktion in Basel geschnappt. Sie wurden rechtskräftig verurteilt. 2013 wurde die Scheibe in das UNESCO-Dokumentenerbe aufgenommen. Das Original befindet sich im Landesmuseum Halle.

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