Vampire, Morde und Blutdurst: Mystery-Serie "Oderbruch" startet in die zweite Runde

Berlin - Ein Massengrab im brandenburgischen Grenzgebiet, jahrzehntealte Morde, ein Vampir-Orden - und ein Geschwisterpaar, das zwischen Liebe und Blutdurst zerrieben wird: Mit "Oderbruch" landete die ARD 2024 einen düsteren Mystery-Erfolg.

Die zweite Staffel von "Oderbruch" startet am Freitag in der ARD-Mediathek.
Die zweite Staffel von "Oderbruch" startet am Freitag in der ARD-Mediathek.  © ARD Degeto Film/SWR/Syrreal Ente

Jetzt geht die Geschichte weiter. Staffel zwei startet heute in der ARD-Mediathek, im Ersten laufen die neuen Folgen am 22. und 27. Februar.

Im Zentrum stehen weiterhin Maggie (Karoline Schuch, 44) und ihr totgeglaubter Bruder Kai (Julius Gause, 21). Unterstützt - oder verfolgt - von Ermittler Zajak (Lucas Gregorowicz, 49).

Neu hinzu kommen in Staffel zwei unter anderem Sabin Tambrea (41, "Ku'Damm") und Emily Kusche (24, "Dass perfekte Geheimnis").

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Die Geschichte weitet sich, verlässt das enge Oderbruch und führt quer durch Europa, mitten hinein in Machtkämpfe eines geheimnisvollen Ordens.

So verändert sich Kai in Staffel zwei

Julius Gause (21) spielt an der Seite von Karoline Schuch (44) einen blutrünstigen Vampir.
Julius Gause (21) spielt an der Seite von Karoline Schuch (44) einen blutrünstigen Vampir.  © ARD Degeto Film/SWR/Syrreal Ente

Im TAG24-Interview spricht Hauptdarsteller Julius Gause über den Wandel seiner Figur. In Staffel eins war Kai noch der Getriebene, der kleine Bruder, abhängig von Maggies Entscheidungen. Jetzt greift er selbst an. "Es fühlt sich total anders an. Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht", sagt Gause.

"Wenn sich das Glas der Opfererfahrungen füllt, dann stärkt das ja auch irgendwie die Bereitschaft, zu sagen: 'Okay, ich will mich wehren.' Und genau das ist bei Kai passiert", fügte er hinzu.

Doch ist Kai dadurch stärker geworden? "Ich weiß gar nicht, ob er so stark ist, unbedingt", überlegt der Schauspieler. Kai sehe "die Dinge größer" und habe "größere Ziele vor Augen". Irgendwann gelte für ihn: "Der Zweck heiligt die Mittel." Körperlich sei er "extrem stark".

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Das emotionale Herz der Serie bleibt die Beziehung zu Maggie. "Kai liebt seine Schwester zutiefst", betont Gause. Für ihn sei sie "das Einzige eigentlich, was er je lieben konnte und wirklich lieben durfte".

Brauchen und Lieben schließe sich nicht aus: "Wir brauchen Menschen, die wir lieben, grundsätzlich. Und wir lieben Menschen, die wir brauchen."

Blutdurst sei weniger Fantasy als Sucht

In der zweiten Staffel von Regisseur Adolfo J. Kolmerer (39) sind neben Julius Gause (r.), Lucas Gregorowicz (49) und Karoline Schuch (44) nun Sabin Tambrea (41) und Emily Kusche (24) neu dabei.
In der zweiten Staffel von Regisseur Adolfo J. Kolmerer (39) sind neben Julius Gause (r.), Lucas Gregorowicz (49) und Karoline Schuch (44) nun Sabin Tambrea (41) und Emily Kusche (24) neu dabei.  © ARD Degeto Film/SWR/Syrreal Ente

Statt romantischem Vampir-Kitsch setzt "Oderbruch" auf Schmerz. "Ich muss das Ding hundert Prozent ernst nehmen", sagt Gause. Sein Schlüsselgedanke für Kai: "Schmerzen. Sowohl emotional als auch wirklich körperlich. Und zwar die ganze Zeit."

Blutdurst sei weniger Fantasy als Sucht: "Man kann das wirklich mehr mit diesem Suchtgedanken verknüpfen, dass es eigentlich suchtkranke Menschen sind - und nicht einfach nur Vampire."

Der Dreh führte das Team diesmal nicht nur ins winterliche Oderbruch, sondern auch auf Gran Canaria. "Es war unheimlich erfrischend und ganz, ganz, ganz toll", schwärmt Gause. Trotzdem bleibe Kai "ein ziemlich einsamer Wolf mit seiner Schwester und diesem Camper".

Und was erwartet die Zuschauer? "Diese Staffel ist auf jeden Fall kompromissloser", sagt Gause. Die Welt müsse nicht mehr erklärt werden, jetzt gebe es Raum für "normalere Gespräche" - über Kindheit, über die Frage nach einem normalen Leben.

Ob es eine dritte Staffel gibt? "Die Zuschauer können selbst mitentscheiden – wenn sie es ganz viel gucken und ganz viel abspielen." Sein Versprechen: "Ich glaube, die zweite Staffel wird ein Spektakel."

Titelfoto: ARD Degeto Film/SWR/Syrreal Ente

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