Eberswalde - Ulrikes Mutter macht sich am Abend des 22. Februar 2001 große Sorgen um ihre zwölfjährige Tochter, die längst vom Handballtraining zurück sein sollte. Gefunden wird nur ihr bereits eingeschneites Fahrrad. Und zwei Wochen später auch ihre Leiche.
Die Sechstklässlerin isst mittags noch knusprige Fischstäbchen, ehe sie sich gegen 15.30 Uhr auf den nur zehnminütigen Fahrtweg zur Turnhalle macht, der durch ein kleines Waldstück führt. Das alles wird in der MDR-Sendung "Kripo live - Tätern auf der Spur" skizziert.
Dass sie nicht beim Sport ankommt, weiß ihre Mutter nicht. Erst abends, als die zuverlässige und pünktliche Ulrike längst hätte zurück sein sollen, schlägt sie Alarm. Wenig später wird Ulrikes schneebedecktes Kinderfahrrad gefunden. Es hat ein verbeultes Vorderrad und einen verbogenen Lenker.
Eine großangelegte Suche beginnt, sogar Tornados der Bundeswehr werden eingesetzt.
Ein Augenzeuge meldet sich, will zur möglichen Tatzeit einen Kinderschrei im Wald gehört und einen kleinen weißen VW Polo davonfahren sehen haben. Mit seiner Wahrnehmung - das wird schnell klar - liegt er goldrichtig.
Kripo live - Tätern auf der Spur (MDR): Haarspange und Sporttasche in ausgebranntem VW gefunden
Während der Suchmaßnahmen wird ein ausgebrannter VW Polo an einer Bahnstrecke im 30 Kilometer entfernten Bernau gefunden. Er wurde zuvor im wiederum 40 Kilometer entfernten Strausberg gestohlen - am Tag von Ulrikes Verschwinden. Kein Zufall!
Im Inneren liegen eine Haarspange und Reste einer Sporttasche - beides gehörte Ulrike. Zwei Wochen später wird die Leiche der Zwölfjährigen entdeckt - in Werneuchen zwischen Bernau und Strausberg. Es gibt Spuren einer Tötung und eines Sexualdelikts.
Am Fund- und gleichzeitig Tatort wird neben Zigarettenkippen auch eine mit Creme eingeriebene Glasflasche gefunden - mit einem sichtbaren Fingerabdruck. Der würde allerdings zerstört werden, wenn man das Beweisstück verpackt. Ein Polizist hält die Flasche somit auf der gesamten Fahrt zwischen seinen Fingern.
Mit den Eltern muss der damalige Leiter der Mordkommission, Reinhard Höhne, die Identifizierung des Leichnams vornehmen. "Das war eine der emotionalsten und belastendsten Situationen in meinem ganzen Berufsleben", erinnert er sich.
Ulrikes Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt
Eine Bewährungshelferin will auf einem Phantombild ihren Klienten Stefan J. erkennen. Und tatsächlich: Der bisher nur als Autodieb in Erscheinung getretene Arbeitslose ohne Schulabschluss ist der Täter.
Wegen Mordes wird Stefan J. zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
Die komplette Doku seht Ihr in der ARD-Mediathek.