Ostdeutscher Familienbetrieb verliert 100.000 Euro - wegen eines peinlichen Behörden-Fehlers

Leipzig/Weimar - Familie Hoffmann hat einen Landwirtschaftsbetrieb in Hopfgarten bei Weimar. Alles war geregelt, bis die Behörden einen gravierenden Fehler machten, der den Hoffmanns nicht nur eine Menge Geld, sondern auch die Existenz hätte kosten können. "Voss & Team" begleiteten die Familie bei dem Versuch, ihre Lebensgrundlage zu retten.

All der Ärger passierte nur, weil das Landwirtschaftsamt Gewächshäuser mit Garagen verwechselte. (Symbolbild)
All der Ärger passierte nur, weil das Landwirtschaftsamt Gewächshäuser mit Garagen verwechselte. (Symbolbild)  © dpa/Lars Penning

Seit 1901 ist das Grundstück, auf dem sich die Hoffmanns ihren Landwirtschaftsbetrieb aufgebaut haben, im Familienbesitz.

Nach der Wende wurde es geteilt und etwa 40 Prozent davon gingen an einen Verwandten aus dem Westen.

Da dieser seinen Teil nicht benötigte, traf er mit den Hoffmanns eine Vereinbarung. Demnach durften diese das Land ohne eine Gegenleistung nutzen.

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"Alles ist eigentlich geregelt gewesen", erklärt Dieter Hoffmann "Voss & Team". Zumindest bis zum Mai 2014, da wurde das Grundstück nämlich weiterverkauft.

"Das sind rund 40 Prozent unserer Betriebsfläche, die es betrifft und ohne die Fläche ist der Betrieb nicht lebensfähig", so Hoffmann weiter.

Das hätte gar nicht passieren dürfen, denn das Gesetz besagt, dass landwirtschaftliche Flächen geschützt werden müssen und nur weiterverkauft werden dürfen, wenn kein Landwirt daran interessiert ist.

"Voss & Team": Landwirtschaftsfamilie kämpft jahrelang für ihren Betrieb

Voss und sein Team begleiteten die Familie bei ihrem Kampf.
Voss und sein Team begleiteten die Familie bei ihrem Kampf.  © MDR/Alexander Friederici

Wie also konnte das passieren? Ganz einfach: Das Landwirtschaftsamt in Sömmerda machte einen Fehler beim Einstufen des Grundstücks.

So sollen die Gewächshäuser irrtümlicherweise als Garagen wahrgenommen worden sein und die Fläche somit keinen Landwirtschaftsstatus haben.

Ins Grundbuch wurde dabei übrigens nicht geschaut, denn da hätte es schwarz auf weiß gestanden. Das Amt habe sich stattdessen auf Drohnen-Aufnahmen berufen.

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Schlecht für die Hoffmanns, denn der Kauf ist durch und das Gericht schmettert ihre Klage ab. Das ließen sie jedoch nicht auf sich sitzen und gaben das Grundstück einfach nicht frei.

Erst nach einer weiteren Klage, diesmal seitens des Besitzers, findet man eine Einigung. Die Hoffmanns kaufen dem neuen Besitzer das Grundstück 2017 für etwa 100.000 Euro ab. Dieser hatte drei Jahre zuvor nur einen Bruchteil davon bezahlt.

Noch einmal zieht die Familie also vor Gericht, diesmal gegen das Landwirtschaftsamt. Sie fordern Schadensersatz und den bekommen sie nach einem langen Kampf auch. Die zugesicherten 20.000 Euro sind für die Hoffmanns jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Die gesamte Folge "Voss und Team" vom Donnerstag könnt Ihr Euch in der Mediathek anschauen.

Titelfoto: Bildmontage: dpa/Lars Penning; MDR/Alexander Friederici

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