WDR erhält Gegenwind für geplante COSMO-Einstellung: Diese Promis unterstützen den Protest

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Von Marco Rauch

Köln - Der Protest gegen die geplante Einstellung des interkulturellen Radiosenders COSMO durch den Westdeutschen Rundfunk (WDR) wird lauter. 

Der WDR muss aufgrund der geplanten Einstellung des interkulturellen Radiosenders COSMO ordentlich Kritik einstecken.
Der WDR muss aufgrund der geplanten Einstellung des interkulturellen Radiosenders COSMO ordentlich Kritik einstecken.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Wie das Bündnis #SaveCOSMOradio mitteilte, hat eine Online-Petition für den Erhalt der Welle die Marke von 100.000 Unterschriften überschritten.

Zu den Unterzeichnern gehören demnach Prominente wie Herbert Grönemeyer (70), Peter Fox (54), Jan Delay (49), Fatih Akin (52), İlker Çatak (42) und die Band AnnenMayKantereit.

Der WDR-Rundfunkrat hatte die Neuausrichtung der jungen Radiowellen mit knapper Mehrheit gebilligt. Laut Beschluss des Gremiums soll COSMO im April 2027 eingestellt und durch das Format "1LIVE Street" ersetzt werden.

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Außerdem wird die Welle "1LIVE Diggi" in "1LIVE Lounge" umbenannt. Kritiker warnen vor einem Verlust an inhaltlicher Tiefe und kultureller Vielfalt.

Der WDR verteidigte sich in einer Pressemitteilung damit, dass auch das neue Format "1LIVE Street" – genauso wie COSMO aktuell – eine kulturell diverse, urban orientierte Zielgruppe ansprechen solle.

"Passend zum im WDR-Gesetz festgelegten Auftrag zur Stärkung des interkulturellen Zusammenlebens bleibt kulturelle Vielfalt zentrales Thema des Senders", heißt es in der Mitteilung.

Mouse on Mars geben Preis aus Protest zurück

Musiklegende Herbert Grönemeyer (70) gehört zu den Unterzeichnern der Online-Petition.
Musiklegende Herbert Grönemeyer (70) gehört zu den Unterzeichnern der Online-Petition.  © David Hammersen/dpa

Besonders deutlich gegen die Veränderungen positioniert sich der Deutsche Musikrat. Generalsekretärin Antje Valentin (61) betonte, dass migrantische Stimmen und Perspektiven ein Anrecht auf Präsenz im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hätten. Sie forderte einen "ARD-Schulterschluss für COSMO 2.0". 

Für viele Menschen mit Migrationsgeschichte sei der Sender bisher der einzige Kanal, der ihre Lebenswirklichkeit in den Mittelpunkt stelle. Der Informations- und Kulturauftrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gelte allen Menschen in Deutschland.

Der Widerstand wird von einer recht breiten Allianz getragen. Mehr als 500 Organisationen aus Kultur, Wissenschaft und Medien wandten sich bereits in einem offenen Brief an die ARD-Intendanzen. Sie sprechen sich gegen die Streichung muttersprachlicher Programme aus und den damit verbundenen Verlust einer wichtigen Plattform für "Global Pop" in Deutschland.

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Als symbolischen Akt des Protests gab das Elektronik-Duo Mouse on Mars seine im Jahr 2000 gewonnene "1LIVE Krone" an den WDR zurück. Die Musiker bezeichneten die Abwicklung von COSMO als "verheerenden Rückschritt in Zeiten reaktionären Denkens" und als Zeichen gegen Weltoffenheit.

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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