Coronavirus: Epidemiologe sieht "keinerlei Spielraum" für Großveranstaltungen

Deutschland/Welt - Nachdem die Infektionszahlen in Zusammenhang mit einer Erkrankung am neuartigen Coronavirus lange Zeit rückläufig waren, steigen sie nun wieder schneller an. Schutzmaßnahmen wurden deshalb in der jüngsten Vergangenheit nur verhalten gelockert. Nun steht eine erneute Verschärfung im Raum.

Menschen gehen mit ihren Rollkoffern durch die Stadt Palma. Urlauber, die aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehren, können sich nach ihrer Rückkehr kostenlos auf das Virus testen lassen.  © Clara Margais/dpa

Zumindest Abstand halten und Maske tragen wird wohl deshalb noch für einige Zeit auf der Tagesordnung stehen.

In Deutschland wurden mittlerweile 222.281 Infektionen bestätigt. 9217 Corona-Patienten starben an der Infektion, 199.654 gelten mittlerweile als genesen (Stand 14. August, 7 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 5,24 Millionen Infizierte und 167.071 Tote wurden bereits erfasst (Stand 14. August, 7 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 20,90 Millionen bestätigte Infektionen und 755.550 Todesfälle (Stand 14. August, 7 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 14. August, 7.20 Uhr: Mehr als 200 Verfahren bei Staatsanwaltschaften wegen Corona-Betrugs

Die Staatsanwaltschaften in Schleswig-Holstein gehen mittlerweile in weit mehr als 200 Fällen dem Verdacht des Betrugs bei Corona-Hilfen für Betriebe und Selbstständige nach. Zum Stand 3. August waren insgesamt 241 Verfahren anhängig, wie die Generalstaatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte. Demnach entfielen 112 Verfahren auf die Staatsanwaltschaft Kiel, 68 auf Lübeck, 50 auf Itzehoe und elf auf Flensburg.

Die Zahlen sind zu messen an rund 72.000 Hilfsanträgen von Betrieben und Soloselbstständigen im ersten Halbjahr. Laut Investitionsbank wird jeder Antrag gründlich auf Plausibilität überprüft. Seit April dieses Jahres seien regelmäßig Eingänge derartiger Verfahren besonders von der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU) zu verzeichnen, schreibt die Generalstaatsanwaltschaft. Es sei von einem weiteren Anstieg der Fallzahlen auszugehen.

Schwerpunkte im Hinblick auf Branchen oder Regionen seien bisher nicht erkennbar, hieß es weiter. In der Regel beträfen die Fälle eher kleinere Betriebe und Soloselbstständige. 

Eine Ausnahme ist ein Verfahren bei der Staatsanwaltschaft in Lübeck. Diese ermittelt gegen einen 36-Jährigen aus dem Kreis Pinneberg, der unberechtigt Kurzarbeitergeld und Corona-Soforthilfe in Millionenhöhe beantragt haben soll und jetzt in Untersuchungshaft sitzt. Der Betreiber einer Beratungsfirma in Hamburg soll unrechtmäßig erworbene Sozialversicherungsdaten verwendet haben.

Laut Staatsanwaltschaft wollte der Mann mit 90 Betrugshandlungen rund 15 Millionen Euro erlangen. 7,6 Millionen davon seien infolge schneller Ermittlungen gar nicht erst ausgezahlt worden. Um die übrigen 7,4 Millionen Euro zurückzubekommen, verhängte die Staatsanwaltschaft einen Vermögensarrest.

Zu Betrugsmaschen erläuterte die Generalstaatsanwaltschaft, es würden Gelder für nicht oder nicht mehr existente Unternehmen beantragt oder falsche Angaben über Notlagen gemacht. Es gingen auch Anträge bei Liquiditätsproblemen ein, die unabhängig von den Folgen der Corona-Pandemie entstanden sind. Darüber hinaus seien Fälle bekannt, in denen die Täter unter missbräuchlicher Verwendung von Namen und Daten tatsächlich existierender Unternehmen mit Angabe eigener Kontonummern Anträge gestellt und Zuschüsse erhalten haben. 

Das Schild an der Außenstelle der Staatsanwaltschaft.  © dpa/Carsten Rehder

Update, 14. August, 7.10 Uhr: Epidemiologe: Keinerlei Spielraum für Rückkehr zu Großveranstaltungen

Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz rät angesichts steigender Infektionen in der Corona-Pandemie von einer Rückkehr zu Großveranstaltungen ab. "Die zweite Welle zeichnet sich deutlich ab, da wir nun über mehrere Wochen einen Anstieg der aktiven Infektionszahlen feststellen", sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur. "Ich sehe daher aktuell keinerlei Spielraum für weitere Lockerungen – auch und gerade nicht für Großveranstaltungen."

Bereits sich abzeichnende Effekte durch Reiserückkehrer sind laut Scholz "stark beunruhigend". Es müsse daher jetzt darum gehen, den Schulbetrieb zu normalisieren. "Wir sollten uns nun zunächst darauf konzentrieren, wie die Hygienekonzepte mit Lüften und Maskentragen in den Schulen funktionieren", sagte der Professor.

Bei Großveranstaltungen gebe es mehrere Risiken, die beachtet werden müssten. "Die Menschen gehen umher, holen sich Getränke, gehen auf die Toilette – da finden dann sehr viele Kontakte statt, die bei einer großen Personenanzahl kaum nachzuvollziehen sind", sagte Scholz. Auch die Hygienekonzepte, die etwa festgelegte Wege oder eine Maskenpflicht vorsähen, ließen sich bei großen Menschenansammlungen kaum durchsetzen.

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hält eine Rückkehr dagegen grundsätzlich für möglich - etwa mit umfangreichen Testungen im Vorfeld. Wichtig sei es, die Zahl der Neuinfektionen in einer Region im Blick zu behalten. "Davon sollte dann abhängig sein, wie viele Menschen eine Veranstaltung besuchen können und auch wie lange. Ich würde daher für ein flexibles Modell plädieren, das sich an das Infektionsgeschehen in einer Region anpasst", sagte der Virologe.

Wissenschaftler der Uniklinik Halle wollen am 22. August mit einem Konzert-Experiment in Leipzig näher bestimmen, unter welchen Rahmenbedingungen Großveranstaltungen etwa in geschlossenen Räumen trotz der Corona-Pandemie möglich sein könnten. Bis zu 4000 Probanden sollen dazu an einem Pop-Konzert von Tim Bendzko teilnehmen. Sie und die Helfer müssen vor Studienbeginn einen Corona-Test durchführen und ein negatives Ergebnis mitbringen.

Ein Konzert mit Tim Bendzko soll Aufschluss geben, wie Großveranstaltungen künftig stattfinden können.  © dpa/Georg Wendt

Update, 14. August, 7.05 Uhr: Starke Einbußen im ersten Halbjahr für Jugendherbergen wegen Corona

Die Corona-Krise hat den Jugendherbergsbetrieb im Land zum Stocken gebracht. Rund 172.000 gebuchte Übernachtungen seien allein für dieses Jahr in den vergangenen Monaten storniert worden, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerk Landesverbands Sachsen-Anhalt, Marc Nawrodt, in Magdeburg. Dadurch fiel mehr als die Hälfte der geplanten Jahreseinnahmen weg. Die gebuchten Übernachtungen hätten rund 6,2 Millionen Euro an Einnahmen bedeutet, sagte Nawrodt. Schuld an der Misere seien die Corona-Krise und fehlende Unterstützung.

Die vergangenen Monate waren turbulent für den Landesverband. Am 20. März mussten auf Grundlage der Corona-Verordnung des Landes kurzfristig alle 15 Herbergen schließen. Ende Mai konnten zehn Häuser wieder geöffnet werden, sagte Nawrodt. Aus wirtschaftlichen Gründen blieben die übrigen fünf Herbergen weiterhin geschlossen.

Die Ausnahmesituation brachte starke Verluste mit sich. Den Angaben zufolge gab es von Anfang Januar bis Ende Juni rund 39.000 Übernachtungen in den Jugendherbergen des Landes. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch mehr als 148.000 Übernachtungen. Die Zahl der Gäste lag im ersten Halbjahr 2020 bei etwa 17.000 - fast 47.000 weniger als im Vorjahreszeitraum.

"Da Klassenfahrten für das vergangene Schuljahr untersagt wurden und noch große Unsicherheit in Bezug auf das neue Schuljahr herrscht, wird dieser Teil der Übernachtung wohl fast vollständig bis zum Ende des Jahres wegbrechen", sagte Nawrodt mit Blick auf die bevorstehenden Monate. Auch bei den Gruppenreisen sei bis zum kommenden Jahr mit deutlichen Buchungsrückgängen zu rechnen. Ein wenig Entspannung sei wegen der steigenden Nachfrage von Familien, die kurzfristig lieber im Inland Urlaub machen würden, zu erwarten. Jedoch könnten auch sie nicht das Hauptgeschäft - die Klassenfahrten und Gruppenausflüge - kompensieren.

"Insgesamt ist zu befürchten, dass das Buchungsgeschehen frühestens im Jahre 2022 wieder Vor-Corona-Zahlen erreichen könnte", sagte der Landesgeschäftsführer. Bis auf eine Soforthilfezahlung des Wirtschaftsministeriums des Landes habe der Landesverband keine staatlichen Hilfen erhalten. "Daher müssen wir derzeit fast alleine von unserer Liquiditätsreserve leben", so Nawrodt. Dazu würden auch angesammelte Mittel, die für einen in Quedlinburg geplanten, neuen Standort vorgesehen waren, angezapft.

Blick auf den Teppich am Eingang einer Jugendherberge.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 14. August, 7 Uhr: Tierheime geschlossen – Einrichtungen brechen Einnahmen weg

Die Corona-Krise hat auch viele Tierheime in Thüringen in wirtschaftliche Nöte gestürzt. Ein Grund dafür sei, dass wegen der Pandemie in diesem Sommer dort keine Tiere von Urlaubern betreut würden, sagte der Vorsitzende des Landestierschutzverbandes Thüringen, Horst Otto Gerd Fischer, der Deutschen Presse-Agentur. Dadurch fielen für die Tierheime wichtige Einnahmen weg, wodurch sich die seit Jahren angespannte finanzielle Lage weiter verschärfe. 

Auch die Spendenbereitschaft für Tierheime habe zuletzt nachgelassen, weil viele Menschen sich mehr um ihre wirtschaftliche Zukunft sorgten. Dem Verbandschef zufolge müssen Tierheime nun bei eigentlich geplanten Bau- und Sanierungsarbeiten sparen. Viele könnten nicht wie vorgesehen realisiert werden. Am Futter für die Tiere werde nicht gespart.

Die im Landestierschutzverband organisierten Vereine betreiben demnach 28 Tierheime, die seit dem Beginn der Pandemie für Publikum geschlossen sind. Damit soll verhindert werden, dass Mitarbeiter, aber auch Tiere mit dem Coronavirus infiziert werden. "Ein Corona-Fall in einem Tierheim wäre eine Katastrophe", sagte Fischer. In den vergangenen Monaten gab es einzelne Meldungen, nach denen sich auch Hunde und Katzen mit dem Corona-Virus infiziert hatten.

Trotz der Schließung der Tierheime für den Publikumsverkehr würden Tiere in Notfällen weiterhin versorgt, versicherte Fischer. "Es wird kein Tier in Not gelassen." Die Heime vermittelten auch weiterhin Tiere an neue Besitzer, dazu seien telefonische Anmeldungen nötig. 

Wie lange die Tierheime für den Publikumsverkehr noch geschlossen bleiben, sei noch unklar. "Wenn die Situation es erlaubt zu lockern, dann geschieht das." Im Zweifelsfall aber werde man so lange restriktiv handeln, wie es nötig sei.

Ein Schild "Tierheim" ist vor einem Schild "Sackgasse" zu sehen.  © dpa/Friso Gentsch

Update, 14. August, 6.50 Uhr: 1449 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 1. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 221.413 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 14.8., 0 Uhr). Seit dem Vortag wurden 14 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9225.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.8., 0 Uhr, in Deutschland bei 0,91. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Der Leiter des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler.  © dpa/Tobias Schwarz/AFP/Pool

Update, 14. August, 6.45 Uhr: Je halbe Million Corona-Fälle in Mexiko und Peru

Zwei lateinamerikanische Länder haben die Marke von einer halben Million registrierter Infektionen mit dem Coronavirus überschritten. Nach neuen Zahlen der Gesundheitsministerien vom Donnerstag (Ortszeit) kommt Peru inzwischen auf 507.996 bestätigte Fälle und Mexiko auf 505.751. Sie liegen damit nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA weltweit auf den Plätzen sechs und sieben.

Das nordamerikanische Mexiko - mit knapp 130 Millionen Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land Lateinamerikas und zehntbevölkerungsreichste der Welt - hat bislang 55.293 Todesfälle im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 registriert. Nur in den USA und Brasilien sind es mehr. Mexiko testet im internationalen Vergleich besonders wenig. 

In Peru kamen wegen Nachbesserungen der Statistik am Donnerstag gleich 3658 neue Todesfälle aus den vergangenen fünf Monaten hinzu, womit die Gesamtzahl auf 25.648 stieg - die neunthöchste der Welt.

Peru verschärft wegen der steigenden Fallzahlen seine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nach Lockerungen wieder. Der Präsident des südamerikanischen Staates, Martín Vizcarra, gab am Mittwoch die Wiederaufnahme einer sonntäglichen Ausgangssperre und eines Verbots privater Treffen bekannt. 

In Mexiko, wo es nie eine Ausgangssperre gab, öffneten vielerorts - auch in der Hauptstadt, in deren Großraum etwa 22 Millionen Menschen leben - inzwischen Einzelhandelsgeschäfte, Restaurants und andere Betriebe bei eingeschränkter Kapazität wieder.

Martin Vizcarra, Präsident von Peru, kündigt neue Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus an.  © dpa/Presidencia Peru

Update, 14. August, 6.35 Uhr: Sean Penn plant Promi-Spendenaktion für Corona-Hilfe mit altem Kultfilm

Oscar-Preisträger Sean Penn (59, "Mystic River") hat Kollegen wie Jennifer Aniston, Julia Roberts, Matthew McConaughey, Shia LaBeouf und Morgan Freeman für eine Corona-Spendenaktion gewonnen. Mit Hilfe der Kultkomödie "Ich glaub' ich steh' im Wald", in der Penn 1982 den Highschool-Surfers Jeff Spicoli spielte, wollen die Stars Geld für die von Penn mitbegründete Hilfsorganisation Core sammeln, die in den USA Coronavirus-Tests durchführt.

Nach Mitteilung am Donnerstag wollen sich die Promis am 20. August unter Leitung von Komiker Dane Cook virtuell für eine Lesung treffen, in der sie die Rollen aus der Teenie-Komödie nachspielen. "Ich bin immer zum Lachen bereit", erklärte Penn über die geplante Aktion. Allerdings will er nicht wieder den blonden Surfer mimen. Die Rollenverteilung soll erst bei dem Live-Event bekannt werden.

Die Komödie drehte sich um Schüler an einer High-School in Kalifornien mit ihren Sorgen um Freundschaft, Liebe und erste Jobs. Neben Penn spielten unter anderem Jennifer Jason Leigh, Phoebe Cates und Forest Whitaker mit. Regisseurin Amy Heckerling und Drehbuchautor Cameron Crowe wollen bei der Spenden-Aktion ebenfalls mitmachen.

Penn, der am 17. August 60 Jahre alt wird, engagiert sich mit Core seit April im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Der Schauspieler und Regisseur hatte die Hilfsorganisation (Community Organized Relief Effort) 2010 für das von einem Erdbeben schwer erschütterte Haiti ins Leben gerufen.

Sean Penn, Schauspieler und Aktivist aus den USA.  © dpa/Ashlee Rezin Garcia/Chicago Sun-Times/AP

Update, 14. August, 6.30 Uhr: "Miss Germany" hat ein ungewöhnliches Jahr

Vor sechs Monaten hat sie den Wettbewerb "Miss Germany" gewonnen: Leonie von Hase (35) aus Kiel ist die bislang älteste Siegerin und die erste Mutter mit dem Titel. Doch schon wenige Wochen nach der Verleihung der Krone am 15. Februar im Europa-Park Rust veränderte die Corona-Pandemie das Leben in Deutschland - und damit auch die Aufgaben einer "Miss Germany". 

"Von heute auf morgen war die Handbremse gezogen", sagte von Haase zur Halbzeit ihrer Amtszeit. "Das fand ich schon sehr schade." Doch sie habe nach anderen Wegen gesucht, um für Frauen etwas zu verändern, "neues, unkonventionelles Leitbild" zu sein. 

Den Fokus ihrer Arbeit legte sie auf Instagram. "Ich habe sehr viel mehr digitale Auftritte", berichtet von Hase. 200 Termine im Jahr hatte eine "Miss Germany" früher im Schnitt. Bei ihr waren es eigenen Angaben zufolge coronabedingt bislang höchstens zehn.

Das neue Konzept für den Wettbewerb "Miss Germany" hat sich nach Ansicht der Veranstalter bewährt und soll in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. "Miss Germany ist kein Schönheitswettbewerb mehr, sondern zelebriert Diversität durch Persönlichkeit", sagte Organisator Max Klemmer.

In diesem Jahr setzte der Veranstalter erstmals sein neues Konzept um. Aus dem klassischen Schönheitswettbewerb der vergangenen Jahre sollte eine moderne Persönlichkeitsschau werden. Vorstellungsrunden in Bikini oder anderer Bademode sind vorbei. Die Jury bestand zudem erstmals komplett aus Frauen.

Leonie von Hase, Miss Schleswig-Holstein und Miss Germany, bei einem Fototermin.  © dpa/Gerald Matzka/dpa-Zentralbild

Update, 14. August, 6.20 Uhr: Ministerium: Gesundheitsämter gut auf zweite Corona-Welle vorbereitet

Mehr Personal und neue Abläufe: Die Corona-Pandemie hat die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz teils zur Umorganisation gezwungen. Das Gesundheitsministerium sieht die Behörden inzwischen gut aufgestellt, sollte es eine zweite Infektionswelle geben. "Die Abläufe und die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren sind gut eingespielt." 

Vielerorts hätten die Kommunen ihr Personal zusammengezogen oder aufgestockt und zudem gebe es unter anderem einen Pool von freiwilligen Helfern. Darunter seien rund 600 Landesbedienstete, erklärte eine Ministeriumssprecherin.

Seitens der Verwaltung des Rhein-Hunsrück-Kreises hieß es: "Das Gesundheitsamt ist sowohl technisch, als auch personell auf eine mögliche zweite Welle vorbereitet." Gerade zu Beginn der Pandemie habe man sich zwar erst auf die Lage einstellen müssen. Aber gerade nach dem lokalen Rückgang von Fallzahlen, hätten die Mitarbeiter ihre Überstunden wieder abbauen können. Künftig werde das Personal bedarfsgerecht eingesetzt und unter Umständen aufgestockt.

Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Kreises Südwestpfalz. Um mit der Corona-Situation fertig zu werden, würden derzeit mehr Menschen eingesetzt als im Stellenplan eigentlich vorgesehen. Im Kreis Mainz-Bingen liegt der Kreisverwaltung zufolge der Fokus derzeit auf der Thematik Infektionsschutz. "Die übrigen Dienstaufgaben des Gesundheitsamtes müssen zurückgestellt werden."

Eine Mitarbeiterin eines Gesundheitsamtes kurz vor der Entnahme eines Abstrichs.  © dpa/Sven Braun

Update, 14. August, 6.15 Uhr: Regierungschef von Caracas an Covid-19 gestorben

Der Regierungschef von Venezuelas Hauptstadtbezirk Caracas, Dario Vivas, ist im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das berichteten mehrere venezolanische Medien übereinstimmend am Donnerstag (Ortszeit). 

Generalstaatsanwalt Tarek William Saab schrieb auf Twitter: "Mit tiefem Bedauern haben wir die traurige Nachricht vom Tod unseres guten Freundes Dario Vivas bekomm." Vivas, der das Amt Anfang des Jahres angetreten hatte, wurde 70 Jahre alt.

Im Juli war Vivas einer der ersten aus einer Reihe venezolanischer Beamter, Politiker und Militärs gewesen, der öffentlich machte, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Positiv getestet wurden auch der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, und Ölminister Tareck El Aissami. Kommunikationsminister Jorge Rodríguez gab seinen positiven Befund am Mittwoch bekannt.

Venezuela hatte in dieser Woche nach offiziellen Angaben erstmals 1000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet. Insgesamt haben sich fast 30.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 245 sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen.

Dario Vivas (l.) während einer Vereidigung. (Archivbild)  © dpa/EPA/MIGUEL GUTIERREZ

Update, 14. August, 6.05 Uhr: London führt Quarantänepflicht für Reisende aus Frankreich wieder ein

Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Großbritannien von diesem Samstag an wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Das teilte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mit. 

"Der Grund ist, dass wir so absolut hart daran gearbeitet haben, die Zahlen hier runterzubringen. Wir können es uns nicht leisten, die Fälle von anderswo wieder zu importieren", sagte Shapps der BBC.

Frankreich ist nach Spanien das zweitliebste Reiseziel der Briten. Schätzungen zufolge dürften sich dort Hunderttausende Briten aufhalten, die nun bei ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen. Die neue Regelung gilt auch für Malta.

Passagiere mit Mundschutz kommen auf dem Flughafen Gatwick in London an.  © dpa/PA Wire/Dominic Lipinski

Update, 14. August, 6 Uhr: Corona-Fall beim VfB Lübeck: Testspiel beim HSV abgesagt

Das Testspiel des Fußball-Zweitligisten Hamburger SV gegen den Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck fällt wegen eines positiven Corona-Tests bei den Schleswig-Holsteinern aus. Die Partie sollte an diesem Freitag in Hamburg stattfinden. 

Die am Donnerstag durchgeführte Corona-Testreihe in Mannschaft und Funktionsteam habe bei einem Mitglied ein positives Testergebnis auf Sars-CoV-2 erbracht, teilte der VfB Lübeck am Donnerstagabend mit. Um wen es sich bei der positiv getesteten Person handelt, wurde nicht gesagt.

"In Abstimmung mit den Mannschaftsärzten sind bereits am Abend die nun notwendigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden", hieß es weiter. Das zuständige Gesundheitsamt werde voraussichtlich am morgigen Freitag Anordnungen zum weiteren Vorgehen treffen, denen der Verein selbstverständlich Folge leisten wird, schrieb der VfB in seiner Mitteilung. 

Lübecks Spieler feiern einen Torschuss.  © dpa/Axel Heimken

Update, 13. August, 22.10 Uhr: Conmebol legt Kalender für Copa América 2021 fest

Die Conmebol hat den Turnierkalender für die auf kommendes Jahr verschobene Copa América in Argentinien und Kolumbien offiziell festgelegt. Dies gab der Südamerikanische Fußballverband auf seiner Internetseite am Donnerstag bekannt. 

Demnach findet das Auftaktspiel am 11. Juni in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires statt, das Finale am 10. Juli in Barranquilla an der kolumbianischen Karibikküste. Am gleichen Tag wird auch das Spiel um den dritten Platz in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá ausgetragen. Die Viertelfinal-Spiele sind zwischen 2. und 4. Juli angesetzt, die Halbfinals für 6. und 7. Juli.

Die Conmebol hatte die Copa América 2020 im März wegen der Corona-Pandemie verschoben. Gruppen, Spielorte und der Modus werden beibehalten. Auch zwei Nationalmannschaften von außerhalb Südamerikas - Katar und Australien - als Gäste bleiben. Neu ist, dass die Mannschaften, die in der Vorrunde weiterkommen, drei Veränderungen im Kader für die K.o.-Phase vornehmen können.

Das Estadio Presidente Peron in Buenos Aires: Endlich steht fest, wann die Copa América nachgeholt wird.  © Gustavo Garello/AP/dpa

Update, 13. August, 21.48 Uhr: Basketballer Saibou klagt gegen Entlassung bei Baskets Bonn

Basketball-Profi Joshiko Saibou wird juristisch gegen die Kündigung der Telekom Baskets Bonn vorgehen. "Nach einer Woche der Vergegenwärtigung habe ich mich entschieden, gegen das Vorgehen der Telekom Baskets zu klagen. Ich habe ein reines Gewissen bezüglich meines Verhaltens auf der Demonstration und auch bezüglich des Gebrauchs meines Grundrechts, der Meinungsfreiheit", erklärte der Basketball-Star der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag auf Anfrage.

Aus seiner Sicht soll "zu Unrecht ein Exempel an mir statuiert werden, woraufhin mir und meiner Partnerin gegenüber nun viele Athleten nie da gewesene Angst geäußert haben, die begleitet ist von dem Glauben, sie hätten allen Schutz verloren", erklärte der 30-Jährige.

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Joshiko Saibou spielte zehnmal für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft.  © Swen Pförtner/dpa

Update, 13. August, 21.47 Uhr: Biden fordert landesweite Maskenpflicht zur Corona-Eindämmung

Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat in der Corona-Krise eine landesweite Maskenpflicht gefordert. Jeder einzelne Amerikaner sollte ab sofort in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz tragen und das mindestens für die kommenden drei Monate, sagte Biden am Donnerstag in Wilmington (Delaware), nachdem er und und seine Vize-Kandidatin Kamala Harris von Experten über die Corona-Pandemie unterrichtet wurden. 

"Jeder Gouverneur sollte das verpflichtende Tragen einer Maske vorschreiben", forderte Biden. Auf diese Weise könnten nach Schätzungen von Experten mindestens 40.000 Menschenleben in den kommenden drei Monaten gerettet werden.

Über das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird in den USA eine politisch aufgeladene Debatte geführt. US-Präsident Donald Trump hatte sich trotz einer entsprechenden Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC bei öffentlichen Auftritten lange Zeit ohne Maske gezeigt. Nun wirbt er auch dafür und ist inzwischen einige Male mit Maske aufgetreten. Wegen der dramatischen Virus-Ausbreitung gilt mittlerweile eine Maskenpflicht in der Mehrzahl der Bundesstaaten.

"Es geht nicht um Ihre Rechte, sondern um Ihre Verantwortung als Amerikaner", sagte Biden. Eine landesweite Maskenpflicht würde ermöglichen, das Land schneller wieder auf Kurs zu bringen, sagte er. "Seien Sie ein Patriot. Beschützen Sie ihre Mitbürger."

Die Corona-Pandemie ist eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. In den USA wurden bereits mehr als 5,2 Millionen Infektionen nachgewiesen. Harris beklagte erneut, dass in den USA bereits mehr als 165.000 Menschen im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben sind, wofür sie am Vortag Trump verantwortlich gemacht hatte. Sie versprach, dass eine von ihr und Biden angeführte Regierung für die Ausweitung von Testkapazitäten und der Einstellung von 100.000 Amerikanern für die Kontaktrückverfolgung sorgen würde. Jedem Amerikaner solle zudem Zugang zu einer sicheren und effektiven Impfung gewährleistet werden, sagte Harris.

Joe Biden, der demokratische Präsidentschaftskandidat und ehemalige US-Vizepräsident.  © Matt Slocum/AP/dpa

Update, 13. August, 21.46 Uhr: Asselborn: Luxemburg ist kein Corona-Risikogebiet mehr

Luxemburg sieht keine Grundlage mehr für eine Einstufung als Corona-Risikogebiet durch deutsche Behörden. Nach neusten epidemiologischen Zahlen seien die Sars-CoV-2-Neuinfektionen stark rückläufig, teilte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn nach Mitteilung vom Donnerstagabend seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas (SPD) mit. 

Mit 47,44 ansässigen Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner über den Zeitraum vom 3. bis zum 9. August sei die von deutschen Behörden festgelegte Marke von 50 Fällen deutlich unterschritten.

Asselborn erwarte, dass die Einstufung Luxemburgs als Risikogebiet und die damit einhergehenden Test- und Quarantänevorschriften sowie die Reisewarnung «schnellstmöglich aufgehoben» werden. Mit den aktuellen Maßnahmen seien «erhebliche Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zwischen Luxemburg und Deutschland» verbunden.

Mitte Juli war Luxemburg vom Robert Koch-Institut (RKI) zum Corona-Risikogebiet erklärt worden, nachdem es die Schwelle von 50 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen deutlich überschritten hatte. Luxemburg hatte sich von Anfang an gegen diese Einstufung gewehrt: Die hohen Zahlen hingen unter anderem damit zusammen, dass Luxemburg flächendeckend und mehr als andere Länder teste - und dabei auch Grenzgänger miteinbeziehe.

Jean Asselborn, EU-Außenminister von Luxemburg.  © Virginia Mayo/AP Pool/dpa

Update, 13. August, 21.44 Uhr: 300 Corona-Fälle nach Ausbruch in britischer Sandwich-Fabrik

Nach einem Corona-Ausbruch in einer Sandwich-Fabrik in der englischen Stadt Northampton sind fast 300 Angestellte positiv auf das Virus getestet worden. Bei 79 Menschen hatte der staatliche Gesundheitsdienst NHS eine Ansteckung festgestellt, 213 Fälle weitere seien durch private Tests des Unternehmens Greencore bestätigt, hieß es am Donnerstag bei der regionalen Verwaltung. 

Greencore teilte mit, man habe nach einer steigenden Zahl von Covid-19-Fällen in der Region damit begonnen, proaktiv alle Mitarbeiter des Werks zu testen. Man habe sofort die Kontakte verfolgt; die möglicherweise Betroffenen seien angewiesen worden, sich zu isolieren. Northampton liegt nördlich von London. Großbritannien ist das Land mit den meisten Corona-Todesopfern in Europa.

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