Im Winter einen Schmetterling in der Wohnung gefunden? Das solltest Du tun und lassen

Bei der Arbeit im Schuppen, Keller oder auf dem Dachboden siehst Du plötzlich einen Schmetterling flattern - mitten im Winter. Was zu tun ist, wenn man einen Schmetterling im Winter gefunden hat, erfährst Du hier.

Was machen Schmetterlinge im Winter? Und sollte man den Schmetterling in der Wohnung füttern?
Was machen Schmetterlinge im Winter? Und sollte man den Schmetterling in der Wohnung füttern?  © Bildmontage: 123RF/schan, 123RF/monochromst

Hast Du schon einmal einen Schmetterling im Winter gefunden? Was tun, wenn man ein so zartes Tier in einer solchen Situation findet?

Im Sommer schwirren sie nur so umher, im Herbst und Winter sieht man sie nur selten. Vor allem, wenn man einen Schmetterling im Winter in der Wohnung flattern sieht, möchte man eingreifen. Schließlich ist das alles andere als sein natürlicher Lebensraum.

Wie sollte man also vorgehen, wenn man einen Schmetterling im Winter gefunden hat?

Außerdem: Sterben Schmetterlinge im Winter eigentlich oder wie überwintern Schmetterlinge? Macht ein Schmetterling Winterstarre? Und was fressen Schmetterlinge im Winter?

Mit all diesen Fragen befasst sich dieser Artikel im Folgenden.

Weitere ähnliche Artikel findest Du im Ratgeber zum Tierschutz im Garten.

Schmetterling im Winter gefunden: Was tun?

Es kommt nicht häufig vor, dass man einen Schmetterling im Winter findet. Je nachdem, wo und in welchem Zustand man ihn findet, gibt es bestimmte Dinge, die man tun und lassen sollte.

Schmetterling im Freien gefunden

Draußen im Freien findet Schmetterlinge im Winter in der Regel nur, wer nach ihnen Ausschau hält. Versteckt und reglos harren sie in Winterstarre aus. Hat man dennoch einen Schmetterling im Winter draußen gefunden, sollte man ihn dort lassen, wo man ihn gefunden hat. Gutgemeinte Hilfe, den Schmetterling ins Warme zu retten, kann fatal enden, da er aufwachen und verhungern würde.

Lasse einen reglosen Schmetterling im Winter daher im Freien ungestört an seinem Platz und hole ihn nicht in die Wärme.

Schmetterling in der Wohnung gefunden

Im Herbst kann es allerdings auch passieren, dass ein Schmetterling im Haus Unterschlupf sucht. Das ist jedoch überhaupt kein Problem. Dort sucht er sich kühle Ecken und Nischen und hängt sich in der Regel kopfüber an Decken und Wänden.

Auch in diesem Fall sollte man ihn dort nicht stören und ihn nur umsiedeln, wenn der Ort anschließend aufwärmt oder beheizt werden soll.

Problematisch wird es nur, wenn die Temperaturen nicht deutlich unter 12 Grad sinken oder der Raum nach Kälte plötzlich beheizt und zur Wärmefalle wird. Bei solchen Temperaturen wird der Falter nämlich wieder aktiv und flattert umher. Im Raum findet er jedoch keine Nahrung und verliert sehr viel Energie, sodass er auf dem Dachboden, im Schuppen und Co. schnell verhungert.

Hat man im Winter im Haus einen flatternden Schmetterling gefunden, kann er mit einem Karton oder Glas sowie mit einem Blatt Papier eingefangen und an einen kalten Ort umgesiedelt werden - zeitweise auch im Kühlschrank.

In einem Karton mit Schlitz sowie einem Weg ins Freie - zum Ausfliegen im Frühjahr - kann der Schmetterling an einem kalten Ort seine Winterstarre ausharren.

Der Große Fuchs ist einer der wenigen Schmetterlinge, die als Falter überwintern können.
Der Große Fuchs ist einer der wenigen Schmetterlinge, die als Falter überwintern können.  © 123RF/tanacha

Sollte man Schmetterlinge in der Wohnung füttern?

Den Schmetterling mit Zuckerwasser oder Ähnlichem zu versorgen, ist zwar gut gemeint, jedoch nicht unbedingt produktiv. Dadurch würde der Flattermann nicht in Winterstarre fallen, was langfristig jedoch geeigneter wäre.

Wie überwintern Schmetterlinge?

Hast Du schon einmal hinterfragt, wo sich all die Schmetterlinge im Winter plötzlich verstecken? Irgendwo müssen sie ja schließlich sein. Und was machen Schmetterlinge im Winter? TAG24 klärt auf.

Sterben Schmetterlinge im Winter?

Die Lebensdauer eines Schmetterlings ist je nach Art nur einige Tage bis viele Monate lang. Nur wenige müssen daher in Winterquartieren überwintern. Als ausgewachsene Falter überwintern in der Tat nur sieben von den 180 Arten an Tagfaltern, die es in Deutschland gibt. Diese sind das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs, der Große Fuchs, der Zitronenfalter sowie der Trauermantel und der Admiral. Erwachsene Falter anderer Arten sterben tatsächlich vor dem Winter.

Übrigens: Der Zitronenfalter überlebt im Freien sogar Wind und Wetter von bis zu minus 20 Grad. Sein Glycerin im Blut dient dabei als Frostschutzmittel, das es ihm erlaubt, selbst bei rauem Wetter an Efeublättern oder in hohem Gras zu überwintern.

Anders ist es mit den robusteren früheren Entwicklungsstadien von Schmetterlingen. Als Ei, Raupe oder Puppe können auch diese übrigen Arten überwintern.

Der Zitronenfalter übersteht sogar Kälte bis zu minus 20 Grad.
Der Zitronenfalter übersteht sogar Kälte bis zu minus 20 Grad.  © Unsplash/Erik Karits

Wo sind Schmetterlinge im Winter?

Schmetterlinge überwintern an geschützten Orten. Insbesondere in Bäumen, immergrünen Pflanzen, Reisighaufen und zwischen Steinen verstecken sich die Flatterer - oder eben in ungeheizten Räumen in Häusern und Wohnungen.

Das können insbesondere Hausflure, Dachböden, Keller, Garagen, Schuppen, Wintergärten oder Gartenhäuser sein.

Sind diese nicht kalt genug, endet es für die Falter häufig böse, denn dort fallen sie nicht in Winterstarre, finden jedoch auch keine Nahrung und gehen ein.

Was fressen Schmetterlinge im Winter?

Bei Temperaturen unter 12 Grad fallen Schmetterlinge in Winterstarre und fahren ihren Kreislauf und Stoffwechsel runter. Während dieser Zeit benötigen sie keine Nahrung. Im Winter fressen Schmetterlinge daher nichts.

Wie man Schmetterlingen beim Überwintern helfen kann

Wer den Faltern, Puppen, Raupen und Eiern das Überwintern vereinfachen möchte, kann Folgendes tun:

  • Geschützte Stelle für Winterstarre zur Verfügung stellen: Unterschlupfmöglichkeiten im Garten sind neben Pflanzen auch Totholz oder ein Insektenhotel.
  • Pflanzen zum Winter nicht ganz zurückschneiden: Kletterpflanzen wie Wilder Wein oder Efeu, aber auch hohes Gras geben einen tollen Unterschlupf ab.
In rankenden Pflanzen und Insektenhotels finden Schmetterlinge Unterschlupf.
In rankenden Pflanzen und Insektenhotels finden Schmetterlinge Unterschlupf.  © 123RF/halfpoint

Fazit

Je nachdem, wo man einen Schmetterling im Winter gefunden hat, kann man ihm tatsächlich helfen. Im Freien befinden sie sich in der Regel in Winterstarre und sollten nicht gestört werden. In der Wohnung kann es sich um eine Wärmefalle handeln. Temperaturen über 12 Grad können fatal enden, weshalb man den Falter bis zum Frühjahr mit einem Karton an einen kühlen Ort umsiedeln sollte.

Titelfoto: Bildmontage: 123RF/schan, 123RF/monochromst

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